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DIHK-Umfrage

Eine neue Dimension: Industrie geht mit Auslandsinvestitionen auf Expansionskurs

Die Internationalisierung der deutschen Industrie schreitet 2011 mit großen Schritten voran. Eine aktuelle DIHK-Umfrage zeigt: Das Auslandsengagement der deutschen Unternehmen steigt auf ein Rekordniveau.

Zielregion Nummer eins für deutsche Direktinvestitionen ist mit 43 % erstmals China. Die dynamische wirtschaftliche Entwicklung in Asien und auch in Lateinamerika wollen die Unternehmen mit Vor-Ort-Präsenz noch stärker nutzen. Das starke Engagement auf den internationalen Wachstumsmärkten hatte Deutschland bereits geholfen, mit kräftigen Schritten aus der Krise zu kommen.

Markteroberung statt Verlagerung

Der erste Schritt ins Ausland für Unternehmen führt meist über lokale Büros für Vertrieb und Kundendienst. Die Maschine wird aus Deutschland geliefert, der Monteur wird vor Ort tätig. Diese vergleichsweise kostengünstige Präsenz erleichtert den Marktzugang und befördert Exporte. Immer mehr Betriebe gehen aber einen Schritt weiter: Ein gutes Drittel investiert in die Markterschließung durch Auslandsproduktion. So kann die dynamische Nachfrage noch schneller und zielgenauer bedient werden, etwa für spezielle Kundenwünsche oder bei regionalen Normen und Zulassungsvoraussetzungen. Kostengründe spielen hingegen für den Weg ins Ausland eine immer kleinere Rolle – und damit auch die Verlagerung von Arbeitsplätzen. Nur noch 22 % nennen dieses Motiv – so wenig wie nie in der DIHK-Umfrage. Vor acht Jahren waren es noch fast doppelt so viele (42 %).

Standbein im Ausland stärkt Unternehmen in der Heimat
Die Produktion im Ausland treibt den Erfolg deutscher Unternehmen insgesamt voran. Davon profitiert auch der Standort Deutschland. Industrieunternehmen, die sich im Ausland engagieren, wollen auch hierzulande deutlich mehr investieren und einstellen als andere. Sie schaffen in Deutschland in diesem Jahr rund 60.000 neue Arbeitsplätze – gut zwei Drittel aller neuen Industriearbeitsplätze.

Deutschlands neue Wettbewerbsfähigkeit nicht verspielen!
Die Vorteile des weltweiten Engagements werden in Deutschland durch mehr Beschäftigung und Investitionen immer besser sichtbar – ein deutliches Zeichen auch für verbesserte Rahmenbedingungen in der Heimat. Die Reduzierung der Lohnkostennachteile und Erleichterungen bei der Unternehmensteuer haben den heimischen Standort gestärkt. Diesen Erfolgskurs sollte Deutschland beibehalten. Es gilt, dabei vor allem die Fachkräftesicherung im Auge zu behalten. Die Politik muss ihren Beitrag leisten, indem sie das Steuerrecht vereinfacht, Subventionen und Substanzbesteuerung abbaut, Engpässe in der Infrastruktur beseitigt und die sozialen Sicherungssysteme demografiefest ausgestaltet.

Verluste für alle: Investitionen wegen Handelshemmnissen
Und bei einem weiteren Thema ist die Politik gefragt: Fast ein Viertel der deutschen Industrieunternehmen tätigt Investitionen im Ausland, um Handelshemmnisse zu umgehen – gerade beim Engagement in China und Südamerika. Das erscheint für diese Investitionsstandorte nur auf den ersten Blick positiv. Denn die Barrieren verhindern dort den Import günstiger Waren und verschenken Wachstum auf beiden Seiten. Die Produktion wäre andernorts preiswerter, Unternehmen und Verbraucher könnten mit ihrem Geld mehr Investitionen und Einkäufe tätigen. Mit dem Wegfall von Zollschranken ließe sich der Handel zwischen den Kontinenten deutlich schneller intensivieren – zum Wohle aller. Die sich seit zehn Jahren hinziehende Doha-Runde zum Welthandel befindet sich in einer kritischen Phase. Nichtsdestotrotz muss sie in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Quelle: DIHK

(Redaktion)


 


 

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