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Computerstrafrecht

Erhebliches Dunkelfeld im Bereich der Internetkriminalität

Laut einer Studie des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius (SPD) werden nur 8,5 % der computerbezogenen Straftaten im Netz zur Anzeige gebracht. Diese Studie will Pistorius nun im November 2013 offiziell in Berlin vorstellen.

Die Studie zeigt damit ein erhebliches Dunkelfeld im Bereich der Internetkriminalität auf. So liegen die Fälle im Bereich des Internetbetruges bei einem vierfachen von den angezeigten Fällen. Im Bereich des Phishing, dem abfangen von vertraulichen Daten, bei einem zehnfachen und Fälle der Einbußen auch finanzieller Art und der Datenverluste durch Trojaner und Computer-Viren sogar bei einem zwanzigfachen der angezeigten Fälle.

Die Straftäter kennen sich zumeiste besser im Internet aus und werden immer raffinierter, so auch der Präsident des Landeskriminalamtes Uwe Kolmey. Die Internetkriminalität entwickelt sich immer mehr zu einem Massenproblem, bei dem erhebliche Schäden auch finanzieller Art auftreten können. So liegt die offizielle Schadenssumme aus dem Jahre 2012 bei 6,2 Millionen Euro. Aufgrund der nur geringen Zahl der Strafanzeigen der Fälle aus dem Netz wird die Dunkelziffer noch einmal erheblich höher sein.

Auch bestimmte Delikte wie zum Beispiel das verbreiten und beziehen von Kinderpornographie spielen sich mittlerweile zu 82 % im Internet ab. So bietet das Internet eine Menge Anreize für Staftäter.

Der Schutz im Netz betrifft uns alle

Nach Pistorious seien immer noch weite Teile der Bevölkerung der Ansicht, dass das Thema der Internetkriminalität sie nicht betreffe. Dem ist aber nicht so. “Wer heute ohne Virenschutz und Firewall im Internet unterwegs ist, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere”, so Pistorius im Rahmen des ersten europäischen Monats zur Cybersicherheit. So will er pro aktiv auf einen verstärkten Schutz im Netz durch Aufklärung hinarbeiten.

Ein Onlineratgeber soll helfen

So soll ein Onlineratgeber auf der Internetseite der Polizei Niedersachsen zur Prävention erste Hilfe für Betroffene bieten. Zudem soll sich aber auch die Bevölkerung durch die zur Verfügung gestellten Daten einen Überblick verschaffen und vorbeugend gegen Internetkriminalität tätig werden können. Auch die Möglichkeit eines Newsletters über aktuelle Gefahren besteht. Boris Pistorious kündigte zudem eine Vortagsreihe zu dem Thema an, um mehr Menschen auf die Gefahren im Netz hinzuweisen.

(Christian Solmecke)


 


 

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