Sie sind hier: Startseite Aachen-Euregio Aktuell News
Weitere Artikel
  • 10.06.2014, 21:27 Uhr
  • |
  • Aachen-Euregio, NRW
  • |
  • 1 Kommentar
Deutsche Bahn

Am Bahnhof Opladen und in Köln Hbf im Stich gelassen: Ein Frust-Report

Eigentlich darf der Berufspendler heute auf die Deutsche Bahn nicht sauer sein. Sie kann ja auch nichts dafür, dass durch ein Unwetter viele Bahnstrecken mit Baumstämmen blockiert waren und Oberleitungen kaputt gegangen sind. Dennoch kann und muss man sauer auf die Bahn sein.

Nein, nicht weil nichts geht, sondern weil eben nichts geht. Denn was gar nicht geht, ist die Kommunikation der Deutschen Bahn. Anstatt einem frühzeitig zu sagen, dass kein Zug mehr fährt und den Fahrgästen vielleicht sogar noch Möglichkeiten zu eröffnen, auf ein anderes Verkehrsmittel umzusteigen, kommt im regelmäßigen 10-Minuten-Takt die Meldung, dass es wegen des gestrigen Unwetters zu Verspätungen und Zugausfällen kommen kann. Von umstehenden Pendlern hört man nach einer Weile nur noch ein genervtes „Halt dein Maul.“. Recht hat der Mann. Der Bahnfahrer interessiert sich eben nicht für Dinge, die er schon weiß.

Stattdessen werden die Informationen, die eben dringend notwendig sind, gar nicht oder viel zu spät gegeben. Das ärgert einen dann noch mehr. Der Zug, der auf der Anzeigetafel angeschlagen ist, hätte bereits 15 Minuten Verspätung. Das ist noch ok. Dass die Ansage, dass er jetzt auf einmal doch ausfällt erst jetzt kommt, ist nicht ok. Das ist einfach ärgerlich, typisch Deutsche Bahn? Die haben es offenbar nicht so mit der Kommunikation.

Stattdessen rast in der Gegenrichtung ein ICE mit gut 200 Km/h an den vielen Pendlern, die warten, vorbei. 30 Minuten später tuckert dann ein kleiner Güterzug durch den Bahnhof in Opladen. Offensichtlich sind Güter wichtiger als hunderte Fahrgäste. „Na vielen Dank!“. Aber was nun? Nachdem schon wieder drei Züge ausgefallen sind, habe selbst ich die Schnauze voll. Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Ist ja nicht so, als hätte ich nicht schon vormittags vier Stunden nach Opladen von Köln aus gebraucht. Ich fahre also Bus.

Exakt mit der Linie, die mich am Morgen stehen gelassen hat. Nein, nicht etwa, weil ich rumgepöbelt hätte oder sonstigen Unsinn gemacht hätte – der Bus war einfach überfüllt. Der Busfahrer quetschte noch einige Fahrgäste am Eingang in den Innenraum des Busses, dann gingen die Türen zu. An die Scheiben gequetschte Bahnfahrer, die in Richtung Solingen wollten, für mich war da kein Platz und bei meiner Phobie gegen überfüllte Verkehrsmittel, hätte ich das vermutlich auch nicht überlebt, vielleicht besser so. Zurück zur Aktualität.

Jetzt also mit dem Bus zurück. Gut, dass ich in Opladen eingestiegen bin. In Leverkusen-Mitte ist der Bus 250 schon wieder brechend voll. Auch hier muss wieder „gequetscht“ werden. Gut, dass ich einen Sitzplatz habe. Bei einer Gesamtfahrzeit von veranschlagten 48 Minuten bin ich nach stundenlanger Steherei an Bahnsteigen in Köln und Opladen nicht unglücklich darüber. Und jetzt hoffe ich einfach nur, dass ich noch „heute“ nach Köln und damit nach Hause komme. Gut, dass ich mir vorhin noch eine Cola am Automaten gekauft habe, sonst wäre ich längst verdurstet. Aber kommen wir wieder zur Deutschen Bahn.

Anstatt mal einen Mitarbeiter, von denen es so viele gibt, nach Opladen oder an andere kleinere Bahnhöfe zu schicken, blieben hier die Menschen sich selbst und den unzuverlässigen Ansagen der PC-Stimme auf dem Bahnsteig überlassen. Telefon-Hotlines waren überlastet, Info-Säulen antworteten nicht. Gut, dass es heutzutage Smartphones gibt in solch einer Situation. Im Bus entstehen mittlerweile heitere Gespräche. Man sieht es mit Humor. Ich treffe tatsächliche einen, der in dem ominösen Bus 250 vom Vormittag war. Die „Begeisterung“ steht im ins Gesicht geschrieben. Die ersten entkräfteten „Steher“ im Bus tauschen mittlerweile schon Plätze mit noch fitten „Sitzern“. Es ist höllisch heiß im Bus, weil der Busfahrer die Heizung anhat. Bringt auch so viel bei 30 Grad und nun gefühlten 50.

Also liebe Deutsche Bahn. Vielen Dank für dieses einzigartige Erlebnis. Dass ich Leverkusen und die Schäl Sick so gut kennenlernen durfte und den Opladener Bahnhof nun in solch intensiver Weise kenne, dass ich schon überlegt hatte dort zu übernachten – ein Scherz versteht sich. Am Ende gab es übrigens flugzeugtypischen Applaus für den Busfahrer. Ein Retter in der Not, der bei 30 Grad Außentemperatur die Heizung anstellte.

(Redaktion)


 


 

Opladen
Deutsche Bahn
Bahnfahrer
Köln
Bahnhof
Fahrgäste

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Bus" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

1 Kommentar

von xtridence
11.06.14 04:40 Uhr
Ich fühle...

...mit dir, Christian. Nach einer 10 Stundenschicht, wenn man die Fahrt zur Arbeit mit einberechnet, musste ich noch 3.5 Std. am Bahnhof Köln/Messe Deutz stehen - in der brütenden Hitze.

Zum Kotzen!

Schienenersatzverkehr? Negativ! Aussage der Bahn: Keine Busse mehr zur Verfügung.

Na, muchas gracias!

 

Entdecken Sie business-on.de: