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Handelsketten untergraben EU-Verordnung zum Glühlampenausstieg

Bau- und Elektromärkte, Drogerien und Supermärkte verkaufen weiterhin die seit mehr als einem Jahr verbotenen Glühbirnen.

Testbesuche der Deutschen Umwelthilfe im Einzelhandel ergeben teilweise breite Sortimente an matten Glühlampen sowie 100 Watt Glühlampen. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch fordert Vollzugebehörden dazu auf, gegen diesen Verstoß des EU-Klimaschutzrechts vorzugehen

Mehrere große Einzelhandelsketten verkaufen weiterhin Glühlampen, die bereits seit September vergangenen Jahres nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfen. Insbesondere große Handelsketten umgehen die EU-Regelung und bieten teilweise ein breites Sortiment sowohl an matten Glühlampen als auch an klaren Glühlampen mit mehr als 60 bzw. 75 Watt Leistung an. Dies haben Testkäufe der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) in Berlin und Süddeutschland ergeben. Demnach ignoriert nach Ansicht der DUH ein Drittel der untersuchten Geschäfte die EU-Verordnung zu energieeffizienter Beleuchtung.

Laut EU-Verordnung dürfen seit 1. September 2009 keine matten Glühlampen und keine klaren Glühlampen mit mehr als 75 Watt verkauft werden. In diesem Jahr zum 1. September ist die zweite Stufe des sogenannten Glühlampenausstiegs in Kraft getreten: Auch klare Glühlampen mit mehr als 60 Watt sind damit in der EU verboten. Die EU-Kommission hatte die mehrstufige Einführung von Energieeffizienzkriterien für Haushaltsbeleuchtung in der EU, die schrittweise zum Verschwinden von ineffizienten Glühlampen aus den Verkaufsregalen führen sollte, bereits im März 2009 veröffentlicht.

Gegen den Klimaschutz?

"Es ist erschreckend, mit welcher Dreistigkeit große Baumarkt-, Elektro- und Drogerieketten gegen den Klimaschutz handeln und mehr als anderthalb Jahre nach der Verkündung der EU-Verordnung immer noch angebliche Restbestände an matten bzw. 100 Watt Glühlampen verkaufen. Wir fordern diese Unternehmen auf, den Verkauf dieser Lampen bis Ende November komplett einzustellen", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Darüber hinaus hat die DUH die Vollzugbehörden der Bundesländer von den festgestellten Verstößen in Kenntnis gesetzt und sie aufgefordert, ggf. Ordnungswidrigkeitsverfahren einzuleiten.

Laut DUH-Testbesuchen in 88 Bau- und Elektromärkten, Drogerien, Kaufhäusern und Supermärkten ignorieren ein Drittel der besuchten Betriebe die EU-Richtlinie zu energieeffizienter Beleuchtung. Nicht mehr zulässige Lampen hat die DUH u. a. in Märkten von Rossmann, Schlecker, Toom, OBI, Real, MediaMarkt, MediMax, Kaufland und Karstadt gefunden. Teilweise wird sogar offensiv für diese Ware geworben: So hat zum Beispiel der Hellweg-Baumarkt am Berliner Ostbahnhof im September 2010 - ein Jahr nach dem Stichtag - matte Glühbirnen "in verschiedenen Formen und Wattzahlen" angepriesen. Ende Oktober 2010 haben die DUH-Testkäufer dort weiterhin eine breite Palette an matten Glühlampen gefunden.


 


 

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1 Kommentar

von Glühlampe
09.11.10 13:19 Uhr
Glühlampenverbot = Lächerlich!

Es freut mich das man doch noch vernünftige Glühlampen in Deutschland kaufen kann!!! Mal ganz ehrlich, das Glühlampenverbot ist doch lächerlich! Vorallem Sie unwirtschaflich zu nennen steht doch in keinem Verhältnis gegenüber von Energiesparlampen!
Bei der Produktion von Energiesparlampen wir schonmal erheblich mehr Energie verbraucht als bei den herkömmlichen. Dazu kommt, was ja die wenigsten wissen, das diese Leuchtmittel erst einige Zeit brauchen bis Sie überhaupt anfangen zu sparen, also nicht sofort beim einschalten! Sie enthalten teilweise heutzutage noch Blei! Und sind wir mal ehlich, wie viele Menschen wird es geben die wirklich Ihre Energiesparlampe zur Entsorgung zur Mülldeponie bringen! Von der Qualität des Lichts will ich gar nicht erst reden!
Die EU sollte lieber LED Leuchtmittel fördern und nicht die Glühlampenindustrie mit unsinnigen Verboten auch noch zu fördern! Naja auch unsere Atomkraftwerkbetreiber werden sich freuen.

 

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