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Texttiltechnik

Prüfnormen als Wettbewerbsfaktor

Rektor der RWTH Aachen honoriert die erfolgreiche Arbeit des TFI

Warum helfen Prüfnormen, um im Wettbewerb erfolgreich zu sein?

Um nachweisbar gute Qualität von schlechter Qualität zu unterscheiden. Das TFI – Deutsches Forschungsinstitut für Bodensysteme e.V. – wurde 1964 zu diesem Zweck in Aachen von der Industrie gegründet und gilt seitdem als europäisches Zentrum der Forschung, Prüfung und Normung von Bodenbelägen. Ein Großteil der europäischen und weltweiten Normen für textile Bodenbeläge geht auf das TFI zurück.

Am 29.10.2010 honorierte Prof. Ernst Schmachtenberg, Rektor der Rheinisch-Westfälischen Technischen Universität Aachen, diese große Forschungsleistung am Institut für Textiltechnik in Aachen und ernannte das TFI zum An-Institut der RWTH Aachen. „Wir wissen um die hohe Bedeutung des TFI für Forschung und Wirtschaft und führen bereits seit 1989 gemeinsame Forschung und Entwicklung über das zur RWTH gehörende Institut für Textiltechnik (ITA) durch“, sagte Prof. Schmachtenberg in der Feierstunde. „Daher ist es uns ein großes Anliegen, diese Zusammenarbeit nun durch die Ernennung des TFI zum An-Institut der RWTH Aachen auch nach außen hin deutlich zu machen.“

Weltweit ist das TFI in allen wichtigen Normungsgremien für Bodenbeläge vertreten, oft im Vorsitz. Auch im Umweltbereich sorgte das TFI für Verbesserungen: die Gründung der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden e.V. – GUT – geht auf die Initiative des TFI zurück. Mehr als 70 Prozent aller in Europa hergestellten Teppichböden besitzen eine GUT-Lizenz.

Das TFI steht für den Zusammenschluss von Forschung und Industrie

Dass Forschung und Industrie zusammengehören, beweist die Tatsache, dass führende Vertreter der Teppichbodenindustrie im TFI-Vorstand vertreten sind. „Unser Erfolg hat uns gelehrt, dass wir nachhaltige Qualität nur mit nachprüfbaren Daten und Fakten erzielen. Dafür haben wir das TFI gegründet. Die Verbindung zur RWTH Aachen erhöht die Bedeutung des TFI nun auch als Forschungsinstitut nach außen hin beträchtlich“, freut sich TFI-Vorstandsvorsitzender Dr. Christian Schäfer, Geschäftsführer des größten deutschen Teppichbodenherstellers Dura-Gruppe.

Fasern und Garne – ohne sie geht nichts beim Teppich
Teppichböden werden heute größtenteils aus synthetischen Fasern wie Polyamid (Nylon, Perlon) oder Polypropylen hergestellt. Diese bilden den weichen Flor und die Qualität der eingesetzten Garne bestimmt maßgeblich auch die Qualität des Bodenbelages.

Das ITA forscht seit über 75 Jahren an der Entwicklung neuer Fasern und Garne und der Verbesserung ihrer Eigenschaften. Diese verbesserten Fasern und Garne nutzt das TFI, z. B. in der Herstellung von Flächen wie Teppichböden. Die Kooperation zwischen dem ITA und dem TFI erstreckt sich nicht nur auf Bodenbeläge. Mit Partnern aus der Industrie und anderen Instituten wurden in mehr als 20 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit viele gemeinsame Forschungsprojekte durchgeführt – wie z. B. die Entwicklung eines recyclingfähigen Autohimmels.

Beide Institute ergänzen sich gegenseitig: durch seine Nähe zur Industrie ist das TFI anwenderbezogen ausgerichtet und führt in der Forschung die universitären Forschungsarbeiten des ITA weiter.

Die gemeinsame Arbeit macht das TFI und das ITA für neue Zielgruppen wie die Bauindustrie und Architektur relevant: Das TFI befasst sich mit dem Gebäudeinneren, wie der Einrichtung mit Teppichboden und anderen Heimtextilien. Das ITA kümmert sich um den äußeren Gebäudebereich,
z. B. um die Erstellung von Fassaden mittels textilbewehrten Betons. Die Fassade des ITA-Neubaus aus textilbewehrten Beton wurde durch eine Kooperation von den Instituten für Massivbau, für Textiltechnik sowie von führenden Industrieunternehmen realisiert.
„Wir sind sehr stolz darauf, dass wir nun den Bereich Bautextilien ganzheitlich bedienen können“, erläutert Prof. Thomas Gries, Institutsleiter des ITA. „Bisher haben wir mit unserer Fassade aus Textilbeton hauptsächlich den Bereich Außenbau adressieren können.

Darüber hinaus tragen wir der Nachfrage der Industrie nach qualifizierten Nachwuchskräften im wichtigen Marktsegment Teppichboden gemeinsam Rechnung“, freut sich Professor Gries weiter. „Das Umsatzvolumen für Bodenbeläge in Westeuropa betrug 2,1 Milliarden Quadratmeter in 2008. Der Anteil der textilen Bodenbeläge lag hier bei ca. 40 Prozent (Quelle: Intercontuft 2009). Nun fehlen die Nachwuchskräfte, die sich mit diesem Produkt auskennen. Das TFI übernimmt deshalb ab dem Wintersemester 2010 einen Lehrauftrag am ITA und unterrichtet angehende Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieure im Bereich ‚Textile Bodenbeläge, Heimtextil und Bauprodukt‘. So sorgen wir gemeinsam mit der RWTH Aachen dafür, dass der anerkannte Standard im Ingenieursstudium erhalten bleibt.“


(Redaktion)


 


 

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