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Der Aufschwung erreicht die Niederlande

Die Niederlande folgen der "europäischen Eisenbahn" Deutschland: Die Industrie zieht an, die Exporte steigen, die Inflation hält sich zurück

Das hat ohne Zweifel gut getan: Seit Wochen durfte sich Deutschland im Ruhm sonnen, nach der schweren Krise und milliardenschweren Konjunkturpaketen als einziges europäisches Land wie Phoenix aus der Asche aufzuerstehen. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit geht zurück. Doch bislang bleiben Zweifel am nachhaltigen Wachstum: Was geschieht, wenn der Rest von Europa zurückbleibt, die Lokomotive abbremst?

Zumindest aus den Niederlanden sind jetzt positive Signale zu vernehmen: Die Industrie zieht mächtig an, die Exporte steigen, und auch die Inflation hält sich zurück. Die Niederlande sind drauf und dran, sich von der europäischen Eisenbahn Deutschland mitziehen zu lassen und es ihr nachzutun.

Im zweiten Quartal 2010 lag das BIP-Volumen um 2,1 Prozent über dem des Vorjahres. Damit beschleunigte sich das Wachstum gegenüber dem Vorquartal deutlich. Auch unter Berücksichtigung der Saisoneffekte hat die Wirtschaftsleistung gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres um weitere 0,9 Prozent zugelegt.

Im Juli 2010 lag die durchschnittliche Tagesproduktion der niederländischen Industrieunternehmen um 7 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Damit wächst die Produktion seit Monaten stabil.
Sie ist noch nicht auf dem Niveau des Jahres 2008 angekommen, doch gerade Branchen wie die Transportmittelindustrie haben sich mit einem Plus von zuletzt 24 Prozent aus dem Gröbsten herauskatapultiert. Die gute Entwicklung gilt gleichermaßen für die Elektrotechnik, den Maschinenbau sowie die Metallbranche, die allesamt zwischen 14 und 19 Prozent zulegten. In den Sparten Erdöl, Chemie, Gummi und Kunststoffe sowie in der (von der Krise allerdings weniger getroffenen) Nahrungsmittelbranche fällt die Erholung mit plus 4 Prozent dagegen gemäßigt aus. 

Der Umsatz der Industrieunternehmen stieg gegenüber dem Juli 2009 um durchschnittlich 12 Prozent. Auch in dieser Hinsicht ist das Niveau von 2008 noch lange nicht erreicht. Die Produkte waren im Juli durchschnittlich 9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Gewinner in Sachen Umsatz sind die Erdöl-, Chemie- und Kunststoffbranche, die jeweils beinahe 25 Prozent besser abschneiden als vor einem Jahr.

Auch die Transportmittelindustrie (18 Prozent), Elektrotechnik und Maschinen (13 Prozent) sowie die Metallindustrie (12 Prozent) zeigen laut Angaben des niederländischen Statistik-amts (CBS) deutlich gestiegene Umsätze gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Exporte lagen im Juli 2010 bei etwa 30,6 Mrd. Euro und damit um etwa 13 Prozent über den Werten des Jahres 2009. Die Ausfuhr ist auch in den Niederlanden die wichtigste Triebfeder des Aufschwungs. Im Inland nahmen die Umsätze gegenüber dem Vorjahres-zeitraum nur um 7 Prozent zu. Damit bestätigt sich ein Trend, der bereits seit sechs Monaten anhält.


(Dr. Lars Gutheil, DNHK)


 


 

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