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Risikobarometer Mittelstand

Leichte Verbesserung bei Ausfallrisiken der Unternehmen in der Region Köln

Das Ausfallrisiko der Unternehmen in Köln und dem Rhein- Erft-Kreis hat sich dank der soliden Konjunktur gegenüber dem Vorjahr insgesamt leicht verbessert, wenngleich die Entwicklung im Rhein-Erft-Kreis nicht Schritt halten konnte.

Dies ist das zentrale Ergebnis des Creditreform Risikobarometers Mittelstand 2012/ 2013, das als Instrument zur Darstellung der Risikostruktur einer Region dient. Die Creditreform Köln stellt diese Analyse zusammen mit der Creditreform Rating AG für die Wirtschaftsregion Köln zur Verfügung.

Grundlage der Analyse bildet die Creditreform-Datenbank mit über vier Mio. Datensätzen zu deutschen Unternehmen. Durch stichtagsbezogene Auswertungen wird die Gesamtzahl der Unternehmen sowie die Anzahl der Firmen, bei denen ein Zahlungsausfall festgestellt wurde, je Region ermittelt. Dabei berücksichtigt das Risikobarometer Mittelstand nicht nur Insolvenzverfahren der Unternehmen selbst, darüber hinaus werden Privatinsolvenzverfahren, Haftanordnungen zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung und Abgabe der eidesstattlichen Versicherung von unternehmerisch tätigen Personen herangezogen. Auf dieser Datengrundlage wird der Creditreform Risikoindikator (CRI in Prozent) errechnet, der die Ausfallwahrscheinlichkeit der Unternehmen in einer Region misst und eine Zuordnung in eine von sechs Risikoklassen ermöglicht.

Gründe für Zahlungsausfälle sind in den meisten Fällen Umsatz- und Ertragsrückgänge, fehlendes Eigenkapital sowie Liquiditätsengpässe – diese oftmals bedingt durch eigene Zahlungsausfälle bei Abnehmern. Eine nicht unbeträchtliche Rolle beim Zusammenbruch einer Unternehmung spielen auch zu große Branchen-, Lieferanten- und Kundenabhängigkeiten. Hinzu kommt gerade für exportorientierte Unternehmen der wachsende Druck der Weltmärkte im Zeichen der Euro- und Finanzkrise.

Stadt Köln

In Köln sind per 31.12.2012 insgesamt 63.831 Unternehmen aktiv, bei 1.628 Unternehmen wurde eines der vorgenannten Risikomerkmale registriert. Damit wird die Wirtschaft der Stadt Köln im Jahr 2012 mit einem Creditreform Risikoindikator (CRI) von 2,55 Prozent bewertet (2011: 2,78 Prozent). Dies entspricht nach wie vor einem „erhöhten Ausfallrisiko“ (Risikoklasse 4). Trotz des im Jahresvergleich verbesserten CRI liegt Köln damit immer noch schlechter als Nordrhein-Westfalen (CRI 2,35 Prozent) und die deutsche Gesamtwirtschaft (CRI 2,06 Prozent).

Differenziert man den CRI nach Branchen, ergeben sich signifikante Unterschiede. Der Bereich der technischen Dienstleistungen weist einen CRI von 1,39 Prozent und die IKT-Branche einen CRI von 1,48 Prozent aus, hingegen zeigen das Baugewerbe mit einem CRI von 4,11 Prozent und das Gastgewerbe mit einem CRI 5,37 Prozent eine wesentliche höhere Ausfallanfälligkeit auf.

Auch die Betrachtung von Unternehmen nach Umsatzgrößen ergibt deutliche Unterschiede: Kleinunternehmen (bis EUR 0,5 Mio. Umsatz), die gut 85 Prozent aller Kölner Firmen ausmachen, hatten 2012 einen CRI von 2,67 Prozent, Unternehmen mit > EUR 5,0 Mio. Umsatz hingegen einen CRI von nur 1,36 Prozent.

Auch Rechtsformen geben Hinweise auf unterschiedliche Risikostrukturen. Freie Berufe, die gut 1/6 aller Kölner Unternehmen ausmachen, haben einen sehr niedrigen CRI von 1,05 Prozent, ebenso wie GmbHs, (rund 1/3 aller Betriebe), mit 1,41 Prozent. Gewerbebetriebe hingegen (ebenfalls ca. 1/3 aller Kölner Unternehmen), weisen einen CRI- Wert von 5,01 Prozent aus.

Rhein-Erft-Kreis

Das statistische Ausfallrisiko von Firmen im Rhein-Erft-Kreis hat 2012 i. Vgl. zu 2011 deutlich zugenommen und stellt mit einem CRI von 3,27 Prozent (Vj. 3,08) ein „hohes Ausfallrisiko“ = Risikoklasse 5 dar. Bei einer Datenbasis von 22.229 wirtschaftsaktiven Firmen wurde bei 717 ein Negativmerkmal verzeichnet.

In der Branchenbetrachtung ergeben sich – auf höherem Niveau - Parallelen zur Stadt Köln. Während die IKTBranche und technische Dienstleistungen einen mittleren CRI von 1,85 resp. 1,96 Prozent ausweisen, haben das Baugewerbe mit einem CRI von 3,58 Prozent sowie die Branchen Verkehrswesen (6,19 Prozent) und Gastgewerbe (6,25 Prozent) extrem hohe CRI- Werte.

In der Analyse der Rechtsformen der Unternehmen gilt: Gewerbebetriebe, die knapp 50 % aller Unternehmen im Rhein- Erft- Kreis darstellen, haben einen sehr hohen CRI von 5,32 Prozent, während freie Berufe mit einem CRI von 1,35 Prozent sowie Kapitalgesellschaften (GmbH und GmbH & Co. KG) mit einem CRI von 1,69 Prozent deutlich weniger risikobehaftet sind.

Analog zur Stadt Köln gilt auch bei den Umsatzklassen: kleine Unternehmen (bis EUR 0,5 Mio. Umsatz) bergen mit einem CRI von 3,42 Prozent ein deutlich größeres Ausfallrisiko als große Unternehmen (> EUR 5,0 Mio. Umsatz) mit einem CRI von 1,20 Prozent.

Creditreform Risikoindikator im Vergleich (in %)
-2012 2011Änderung
(in Punkten)
Stadt Köln2,552,78- 0,23
Rhein-Erft-Kreis3,273,08+ 0,19
Köln + Rhein-Erft-Kreis2,742,86- 0,12
Nordrhein-Westfalen 2,352,42- 0,07
Deutschland 2,062,15- 0,09

Bundesrepublik Deutschland

Die deutsche Wirtschaft befindet sich insgesamt weiterhin in einer robusten Verfassung, auch wenn das Wirtschaftswachstum ab Sommer 2012 deutlich an Schwung verloren hat. Insgesamt hat sich das solide Wirtschaftswachstum der letzten zwölf Monate größtenteils positiv auf das Insolvenzgeschehen im Unternehmenssektor (wie auch bei den privaten Verbrauchern) ausgewirkt. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2012 auf 29.500 Insolvenzfälle. Gegenüber dem Vorjahr (30.120 Fälle) entspricht dies einem Rückgang um 620 Fälle oder 2,1 Prozent.

Ein Ranking der Bundesländer weist Sachsen-Anhalt mit dem schlechtesten Wert aus. Hier liegt die Ausfallquote bei 2,68 Prozent. Auf den beiden besten Plätzen finden sich Bayern und Baden-Württemberg mit aktuell 1,56 und 1,86 Prozent wieder; Nordrhein- Westfalen befindet sich mit 2,35 Prozent auf dem 14. Platz der 16 Bundesländer.


 


 

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