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Spezialmaschinenbau

Integration der Konstruktion in die Planung der Produktion

Rund 200 Teilnehmer aus Unternehmen des Spezialmaschinenbaus haben sich in Aachen zum Kongress marktsynchrone Produktion getroffen.

Sie diskutierten in Vorträgen und Foren, wie sich die komplexe Kleinserien- und Einzel-Fertigung variantenreicher Produkte transparent planen, steuern und terminieren lässt.

In ihren Praxisbeiträgen schilderten die Referenten, wie sie mit dem System Felios der gastgebenden Inform GmbH ihre Produktionsprozesse mit intelligenten Verfahren planen. Ausgehend von den aktuellen Bestellungen errechnet das System, wie die einzelnen Arbeitsgänge der Fertigungsaufträge so auf die vorhandenen Kapazitäten verteilt werden, dass das Gesamtsystem Produktion möglichst effizient arbeitet, Durchlaufzeiten reduziert und die Termintreue maximiert wird. Herkömmliche ERP -Systeme scheitern an dieser Aufgabe, weil sie gegen unbegrenzte Kapazitäten planen und entsprechenden Erweiterungsmodulen die intelligenten Verfahren fehlen, um eine optimale Planung zu gewährleisten.

Das Konzept der marktsynchronen Produktion haben vor zirka 20 Jahren die ersten Unternehmen eingeführt. Heute wird es von den meisten deutschen Unternehmen des Spezialmaschinenbaus angewandt. Deshalb waren auf dem Aachener Kongress wie jedes Jahr viele der "Hidden" und weniger "Hidden Champions" Deutschlands als Referenten und Teilnehmer präsent, etwa ABB, Alstom, Andritz, Arburg, Liebherr, Piller, Reifenhäuser, Schuler, Tandler, Voith oder Wittenstein.

Einer der Schwerpunkte in diesem Jahr war die Integration der Konstruktion in die Produktionsplanung. Gerade im Spezialmaschinenbau findet ein beträchtlicher Teil der Wertschöpfung in der Konstruktion statt, in der die Kapazitäten genauso begrenzt sind wie in den nachfolgenden Produktionsprozessen. Entsprechend sorgfältig müssen sie verplant werden. Die Referenten berichteten, wie die Aufgabenverteilung in der Praxis automatisiert werden kann und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen, etwa ein Pool von ähnlich qualifizierten Konstrukteuren. Sie illustrierten auch die Vorteile, die die Integration außer einer durchgängigen Planung bringt: Konstrukteure konstruieren "fertigungsgerechter", wenn sie in die Diskussion über die Fertigungsplanung einbezogen werden.

Ein zweiter Vortragsschwerpunkt lag auf den Gemeinsamkeiten von marktsynchroner Produktion mit Lean-Konzepten. Hier zeigten die Referenten wiederum mit dem Blick in die Praxis, dass marktsynchrone Produktion gleichzeitig Lean-Produktion ist. Die marktsynchrone Produktion erlaubt den weitgehenden Abbau von Zwischenlägern und Materialpuffern vor den Maschinen, wie es das Lean-Konzept verlangt. Genauso wenig müssen Kapazitäten für Eventualitäten vorgehalten werden. In der marktsynchronen Produktion können Engpässe durch Simulationen frühzeitig identifiziert werden, so dass schlanke Kapazitäten auf- oder abgebaut werden können. Ein Teilnehmer berichtete etwa davon, dass die Produktionsfläche nur durch den Abbau von Pufferlägern auf die Hälfte geschrumpft ist (und massenweise Paletten und Regale verkauft werden konnten).

(Redaktion)


 


 

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