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Car2gether

Daimler AG startet Pilotprojekt „car2gether“ in der Region Aachen

Der Automobilhersteller Daimler AG startet in Zusammenarbeit mit dem Aachener Unternehmen „Scientific Computers“ am 8. Oktober eine dynamische Fahrgemeinschaftsvermittlung unter dem Namen „car2gether“. Die Region Aachen ist nach Ulm der deutschlandweit zweite Standort, an dem dieses System erprobt wird. Die Stadt Aachen unterstützt dieses Projekt, weil es dazu beiträgt, mit Mobilitäts-Ressourcen effizient umzugehen und Verkehrswege einzusparen.

Mit „car2gether“ werden Mitfahrgelegenheiten vermittelt und Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen. Es wurde für den Einsatz mit Smartphones und Internet konzipiert. „Im Pendlerverkehr sind Autos oft nur mit einer oder zwei Personen besetzt. Wir begrüßen die Einführung von car2gether in der Region Aachen, weil wir uns eine bessere Auslastung von Fahrzeugen erhoffen. Es nutzt außerdem die technischen Möglichkeiten am Standort Aachen und ist ein Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp .

„Auch die StädteRegion Aachen unterstützt car2gether. Wir haben das Mobilitätsverhalten unserer Mitarbeiter im Rahmen des Projektes ‚ effizient mobil’ analysiert. Danach kommen 44 % der Beschäftigten der StädteRegion als Pkw-Fahrer zum Dienst und nur 6 % als Mitfahrer“, erläuterte Markus Terodde, stellvertretender Dezernent für Zentrale Steuerung, Regionalentwicklung, Europa und Kultur der StädteRegion Aachen.

Prof. Dipl.-Ing. Christoph Hebel vom Lehrgebiet Verkehrsplanung und -technik an der Fachhochschule (FH) Aachen, erklärte, dass die Fachhochschule selbst ein „Verkehrserzeuger“ sei: „Jeden Tag bewegen wir 10.000 Menschen. Daher sehen wir uns ein Stück weit in der Verantwortung, diese Situation umweltgerechter zu gestalten.“ André Bruns vom Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen schloss sich seinem Appell an: „Spannend an car2gether ist die Einbindung des öffentlichen Nahverkehrs. Auto und ÖPNV werden nicht als Konkurrenten gesehen.“

In Aachen ist der Hintergrund für ein Mobilitätskonzept die Überschreitung der EU-Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid an den städtischen Messstellen, die zur Erarbeitung eines Luftreinhalteplanes geführt hat, der am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist. Die Stadt hat in enger Absprache mit der Bezirksregierung Köln rund 35 Maßnahmen entwickelt, mit denen der Autoverkehr reduziert und die Luftqualität in Aachen verbessert werden soll.

Die Stadt Aachen setzt im Unterschied zu anderen Kommunen nicht auf Verbote, sondern auf Verhaltensänderungen. So konnte die Einführung einer Umweltzone in Aachen verhindert werden. Stattdessen werden zum Beispiel Arbeitnehmer über attraktive Job-Ticket-Angebote motiviert, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. „Für Berufspendler aus der Region und in der Freizeit ist ‚car2gether’ eine tolle Ergänzung“, meint Dr. Armin Langweg, Betreuer für die Themen Mobilitätsmanagement und Elektromobilität im Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen der Stadt Aachen.

Unter dem Titel „aachen clever mobil“ hat die Stadt zahlreiche Konzepte für eine umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität entwickelt. Aachen ist Vorreiter im Mobilitätsmanagement: Die „Region Aachen“ ist im Bundesprogramm „effizient mobil“ der Deutschen Energieagentur zur Modellregion ausgewählt worden - eine von 15 in Deutschland. Aachener Krankenhäuser sind kürzlich im Bundeswettbewerb für innovatives Mobilitätskonzept mit dem 3. Preis ausgezeichnet worden. Auch die StädteRegion Aachen ist daran beteiligt. In die Entwicklung der Elektromobilität fließen rund 85 Millionen Euro Forschungsgelder in die Region Aachen. „In dieses Engagement passt ‚car2gether’ hervorragend hinein. Wir freuen uns sehr, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern einen kostenlosen Test ermöglichen können und hoffen, dass so die kritische Masse von 5.000 Testpersonen schnell erreicht wird, um das Projekt zu einem Erfolg zu führen“, so Dr. Armin Langweg.

(Redaktion)


 


 

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