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Liegt die Toskana jetzt in der Euregio?

Vollversammlung der IHK Aachen tagte in Euskirchen - Landrat Günter Rosenke warb mit italienischem Flair für den Wirtschaftsstandort.

In Euskirchen könne man sich "so wohl fühlen wie in der nördlichen Toskana", warb Landrat Günter Rosenke auf der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. Die hatte zur Herbstsitzung in das Berufsbildungszentrum eingeladen. Vor den Wirtschaftsvertretern fügte der Landrat hinzu, mit dem hohen Anteil an Natur und dem Nationalpark Eifel brauche das Gebiet zwischen belgischer Grenze und Weilerswist nicht den Vergleich mit der italienischen Landschaft zu scheuen.

 Rosenke sprach dennoch auch akute Problemfelder  wie den Fachkräftemangel, den demografischen Wandel und die Verkehrsanbindungen an. Die Wirtschaftsförderung müsse auf den Prüfstand, fuhr er fort. Eine Prognos-Studie erarbeite ein wirtschaftliches Entwicklungskonzept. Ergebnisse kündigte Rosenke für Anfang November an. Er lobte die Zusammenarbeit der Kammer mit Politik und Verwaltung im Kreis. Beispielhaft nannte er Sprechtage, ein Unternehmerforum mit der IHK Aachen sowie über 30 Lernpartnerschaften zwischen Firmen und Schulen.

Die Vollversammlung nutzten der IHK-Präsident Bert Wirtz und Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes, um die Forderungen, Sorgen und Erwartungen der Wirtschaft vor dem Hintergrund des Koalitionsvertrages der neuen NRW-Regierung zu äußern. Stichwort Ausbildungsplatzgarantie: Dafür sieht die IHK keine Grundlage. Ertragreicher sei es, bei erprobten Maßnahmen zu bleiben. "Wir stärken die Ausbildungswilligkeit, indem wir junge Menschen ohne Lehrstelle in Einstiegsqualifizierungen vermitteln und so erreichen, dass nach einem Jahr 80 Prozent dieser Jugendlichen einen Ausbildungsplatz erhält," sagte Drewes.

Zweifel ließ der IHK-Hauptgeschäftsführer auch beim Thema Hochschulpolitik erkennen. "Wir wollen erste Äußerungen aus dem Wissenschaftsministerium nicht überbewerten, werden aber die Ansagen zur neuen Finanzierungspolitik genau beobachten." Sorgen bereite eine spürbare Abneigung des NRW-Wissenschaftsministeriums gegen den Wettbewerb zwischen den Hochschulen. "Es darf nicht sein, dass ein neuer Verteilungsschlüssel nach dem Wegfall der Studiengebühren besonders erfolgreichen Hochschulen in unserer Region Nachteile bringt," so Drewes weiter. Die exzellente Forschungsinfrastruktur nannte er einen wesentlichen Motor für Innovationen und Kooperationen mit der Wirtschaft, die in auffälliger Weise im Raum Aachen zu Gründungen von technologieorientierten Unternehmen geführt haben, wie eine IHK Studie unlängst belegte.

Hoffnungsvoll stimmt die IHK jedoch die gute "persönliche Brücke" zum Wirtschaftsministerium. Mit dessen Spitze in Person von Harry Voigtsberger sei die Region Aachen bestens in der Landesregierung vertreten. Persönliche Gespräche mit dem Wirtschaftsminister sind kommende Woche in München auf der Expo-Real geplant. "Ein intensiverer Dialog mit allen Akteuren ist notwendig, um mehr Beschäftigte in die Kreise Düren, Heinsberg und Euskirchen zu bringen," betonte Drewes.

(Redaktion)


 


 

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