TÜV Rheinland-Studie
Nutzung von öffentlichem Personenverkehr: Großes Potenzial bleibt ungenutzt
14 Prozent fahren täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Aachen-Euregio. Jeder Siebte nutzt in Deutschland täglich öffentliche Verkehrsmittel. Und es würden deutlich mehr sein, wenn die Taktzeiten und das Streckennetz enger gewählt wären. Sicherheit, Service oder Sauberkeit dagegen spielen bei der Entscheidung, öfter auf Bus oder Bahn umzusteigen, eher eine untergeordnete Rolle.
Dies sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die TÜV Rheinland anlässlich der Internationalen Fachmesse für Verkehrstechnik "InnoTrans" in Berlin präsentiert hat.
Die Studie liefert für Unternehmen im öffentlichen Verkehr wertvolle Hinweise, wie sich die Nutzerzahl erhöhen ließe. "Verlässlichkeit und Verfügbarkeit sind Umsteigern wichtiger als qualitative Aspekte", so Dr. Michael Dalacker, Leiter des Geschäftsfeldes Rail von TÜV Rheinland in Deutschland. Das Unternehmen ist unter anderem in der Beratung von Verkehrsunternehmen tätig.
Ziel der Untersuchung war es zu klären, unter welchen Umständen die Menschen künftig öffentliche Verkehrsangebote vermehrt nutzen würden. Insgesamt 59 Prozent der Befragten gaben an, sich eine vermehrte Nutzung vorstellen zu können - beim Einkaufsverkehr und privaten Erledigungen sowie beim Freizeitverkehr wäre die Bereitschaft umzusteigen am größten. Voraussetzung wäre für knapp ein Drittel der Befragten ein verbessertes Angebot in punkto Taktfrequenzen, Erreichbarkeit und Netzausbau. "Natürlich spielen Sauberkeit und Sicherheit eine Rolle. Diese ist aber nicht so groß, wie in der Öffentlichkeit manchmal dargestellt. Der Fokus muss vielmehr auf der Planung der quantitativen Angebote und der Erreichbarkeit liegen", kommentiert Dr. Dalacker das Ergebnis der Studie.
Ein Drittel der Befragten würden zudem den Umstieg in Erwägung ziehen, wenn die Kosten für die Nutzung des eigenen Autos weiter steigen. Am deutlichsten wäre dabei der Einfluss weiter steigender Kraftstoffkosten. 37 Prozent der Befragten würden im Fall höherer Nutzungskosten das eigene Auto eher stehen lassen, um ihre Einkäufe zu erledigen. Bei Urlaubsfahrten sind es 36 Prozent und 34 Prozent würden dann generell bei Freizeitaktivitäten auf das Auto verzichten. Bei den Berufspendlern hingegen würden lediglich ein Viertel höhere Kosten für die Autofahrten zum Einstieg in Bus oder Bahn bewegen können.
Umgekehrt haben die Fachleute von TÜV Rheinland auch den Einfluss der Ticketpreise auf das Nutzungsverhalten im öffentlichen Verkehr abgefragt. Hier würde ein Viertel der Befragten eine spürbare Reduzierung der Ticketpreise als einen Beweggrund sehen, auf Bus und Bahn umzusteigen.
TÜV Rheinland bündelt in seinen Geschäftsfeldern Rail und Intelligent Transport Systems (ITS) auf der Grundlage von nahezu 40-jähriger Erfahrung umfassende Kompetenzen zur Gewährleistung der Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit von Bahnsystemen und intelligenten Verkehrssystemen. Das Dienstleistungsspektrum umfasst Beratung, Schulung, Begutachtung, Prüfung und Zertifizierung und wird in Deutschland von insgesamt rund 120 erfahrenen Physikern und Ingenieuren der Fachrichtungen Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und Bauingenieurwesen angeboten.
(Redaktion)
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Bild Nr. 1, 2 © TÜV Rheinland Group
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