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Familien

Familie ist den Deutschen am wichtigsten

Die wichtigsten Ergebnisse im Detail

Im Auftrag von Vorwerk befragte das Institut für Demoskopie Allensbach zum sechsten Mal in Jahresfolge seit 2005 einen repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt zu Aspekten der Familienarbeit und zum Familienleben in Deutschland. Für die „Vorwerk Familienstudie 2010“ wurden insgesamt 1.882 Personen ab 16 Jahre befragt. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse.

Familie ist den Deutschen am wichtigsten

Für 76 Prozent der Befragten steht die Familie an erster Stelle – gefolgt vom Freundeskreis (12 Prozent), dem Beruf (8 Prozent) und Hobbys (5 Prozent). Vor allem für Frauen ab 60 Jahre (89 Prozent) und in einer Partnerschaft mit Kindern Zusammenlebende (93 Prozent) spielt Familie die wichtigste Rolle. Einzige Ausnahme: Vielen jungen Single-Männern ist der Freundeskreis (40 Prozent) wichtiger als die Familie (38 Prozent).

Vater, Mutter, Kind oder Hund, Katze, Maus: Wer alles zur Familie gehört

Wen man alles zu seiner Familie zählt, hängt stark von der eigenen Familiensituation ab. Während in einer Partnerschaft Lebende spontan die Mitglieder der klassischen Kernfamilie nennen, zählen viele 16- bis 44-jährige Single-Frauen auch enge Freundinnen und Freunde (20 Prozent) sowie ihre Katze und ihren Hund (11 Prozent) zur Familie. Insgesamt weitet sich der Familienbegriff aus und ist deutlich flexibler geworden. Zur „gefühlten“ Familie zählt, wer einem besonders sympathisch ist.

Familie – ein Ort der Geborgenheit

Familie bedeutet gegenseitige Solidarität (89 Prozent), lieben und geliebt werden (87 Prozent), Geborgenheit (84 Prozent), Menschen, die füreinander Verantwortung tragen (75 Prozent). In Zeiten wegbrechender äußerer Sicherheiten wie Bedrohung durch Jobverlust, Finanzkrisen und Umweltkatastrophen rückt die Familie näher zusammen, um dort Sicherheit zu suchen und offensichtlich in vielen Fällen auch zu finden. Zwar verbinden einige Befragte mit dem Familienbegriff auch Streit (32 Prozent) und Stress (26 Prozent), doch die Gesamtbilanz ist ganz überwiegend positiv.

Gesellschaftliche Anerkennung für Familienarbeit nimmt ab

Nur 19 Prozent der Befragten finden, dass die Leistungen für die Familie und im Haushalt genügend gewürdigt werden; 2008 waren es noch 24 Prozent. Ein Grund für dieses Ergebnis kann sein, dass die Umfrage in den Zeitraum der heftig diskutierten familienpolitischen Sparmaßnahmen der Bundesregierung fiel. Erfreulich ist dagegen die Entwicklung der persönlich empfundenen Wertschätzung durch den Partner: Fühlten sich im Jahr 2005 lediglich 53 Prozent der Frauen anerkannt, sind es heute 65 Prozent.

Frauen- und Männerdomänen im Haushalt und in der Familienarbeit

Die Aufgabenverteilung in Partnerschaften hat sich seit 2006 kaum verändert. Haushaltsroutinen wie Wäsche waschen, Bügeln, Kochen und Putzen sowie die Kindererziehung sind nach wie vor Frauensache. Männer kümmern sich allenfalls um Reparaturen im Haushalt, Rasenmähen und gelegentlich auch um die Finanzen. Immerhin: Urlaube und Familienausflüge werden meist gemeinsam geplant. Auffallend ist, dass sich Männer weniger als Frauen bei der Pflege kranker und älterer Familienangehöriger einbringen.

Erfolgsrezept fürs weibliche Selbstwertgefühl: Mitarbeitende Männer

Frauen fühlen sich für ihre Leistungen im Haushalt und in der Familienarbeit stärker anerkannt, wenn der Partner im Haushalt und bei der Erziehung mit anpackt. Erstaunlich: Das gemeinsame Planen und Teilen von Verantwortung ist Frauen sogar noch wichtiger als eine Entlastung von Routineaufgaben.

Mythos „moderner Mann“

52 Prozent der Frauen erleben ihren Partner als „modernen Mann“, und 51 Prozent der Männer meinen, dass diese Bezeichnung auf sie zutrifft. Doch was einen „modernen Mann“ ausmacht, ist aus Frauen- und Männersicht recht unterschiedlich. Frauen zufolge zeichnet sich ein „moderner Mann“ durch partnerschaftliche Beteiligung an der Haushaltsführung und Familienarbeit aus. Ein „moderner Mann“ sieht seine Partnerin als gleichberechtigt an, ist familienorientiert, einfühlsam, hilfsbereit und kann Gefühle zeigen, so die Sicht der Frauen. Männer dagegen denken bei dem Begriff „moderner Mann“ seltener an die partnerschaftliche Gleichberechtigung, sondern betonen das gepflegte Erscheinen, Weltoffenheit, Berufs- und Karriereorientierung und sportlichen Ehrgeiz. Erst darauf gestoßen, assoziieren Männer mit „modernem Mann“ auch partnerschaftliche Aufgabenteilung, gemeinsames Entscheiden, Wertschätzung selbstbewusster, beruflich engagierter Frauen sowie Vaterschaftsurlaub.

Warum sich Kinder vor der Hausarbeit drücken

Mütter wünschen sich, dass Kinder besser Ordnung halten und sich an der Hausarbeit beteiligen (47 Prozent). Doch viele Kinder helfen nur widerwillig – weil sie darauf keine Lust haben (85 Prozent), diese Arbeiten langweilig finden (59 Prozent) und der Freundeskreis auch nicht helfen muss (49 Prozent). Zudem bestätigen vor allem Eltern mit Kindern, die ihre Mithilfe verweigern, dass Kinder generell ungern Dinge tun, die ihnen von den Eltern vorgeschrieben werden (53 Prozent), und dass Kinder Hausarbeit als Aufgabe der Eltern ansehen (58 Prozent).

Wie der Vater, so der Sohn

Eltern sind selbst schuld, wenn sich ihre Söhne wenig im Haushalt engagieren. 31 Prozent der Eltern sind bei Jungen eher nachsichtig, wenn diese die Arbeiten im Haushalt nicht erledigen wollen. Bei Mädchen dagegen drücken nur 23 Prozent ein Auge zu. Insbesondere wenn Väter nicht als gutes Beispiel vorangehen und im Haushalt mithelfen, sehen Jungen Hausarbeit als Frauenaufgabe an. So legen viele Eltern schon in der Kindheit den Grundstein für die spätere klassische Rollenverteilung.

Generationenkonflikte bei der Kindererziehung

Rund ein Drittel aller Großeltern beteiligen sich wenig oder gar nicht an der Erziehung ihrer Enkel. Gründe hierfür sind meist eine zu große Entfernung, aber auch unterschiedliche Vorstellungen von Haushaltsführung und Kindererziehung (Eltern: 34 Prozent, Großeltern: 38 Prozent). Eltern legen vieles großzügiger aus als Großeltern. So ist es Großeltern viel wichtiger als ihren Kindern, dass Ordnung gehalten, mit Geld sparsam umgegangen, selbst gekocht wird und keine Essensreste weggeworfen werden. Aber auch darauf, dass die Enkelkinder ihr Zimmer selbst aufräumen und im Haushalt mithelfen, legen Großeltern mehr Wert.

(ots/Redaktion)


 


 

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