Sie sind hier: Startseite Aachen-Euregio Aktuell News
Weitere Artikel
Aachener Modekette

Wehmeyer vor dem Aus gerettet

(ddp-nrw). Die insolvente Aachener Modekette Wehmeyer hat wieder eine Zukunft. Mit dem niederrheinischen Textilhandelsunternehmen Techno Lifestyle GmbH & Co KG sei ein neuer Eigentümer gefunden worden, teilte Insolvenzverwalter Frank Kebekus am Montag in Düsseldorf mit. Der neue Investor habe sämtliche 23 verbliebenen Filialen übernommen und deren Erhalt zugesagt.

Die in Willich beheimatete Techno Lifestyle will nach eigenen Angaben auch die 500 Mitarbeiter dieser Filialen übernehmen. Sie sollen ein neues Arbeitsangebot mit entsprechenden Arbeitsverträgen erhalten, die auch eine zusätzliche erfolgsabhängige Vergütung vorsehen.

Damit könnten langfristig zwei Drittel der ehemals 900 Vollzeitstellen gerettet werden. Für 400 Mitarbeiter besteht indessen offenbar keine Möglichkeit zur Weiterbeschäftigung. Sie gehörten den 14 unrentablen Filialen an, die die Insolvenzverwaltung mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. Oktober geschlossen hatte. Mit Hilfe einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft sollen sie eine neue berufliche Perspektive bekommen.

Techno Lifestyle will bis zu 15 Millionen Euro investieren

In den kommenden beiden Jahren will Techno Lifestyle bis zu 15 Millionen Euro in die Modernisierung des übernommenen Wehmeyer-Filialnetzes investieren. Bereits 2009 werde wieder ein «kleiner» Betriebsgewinn erwartet, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Rajive Ranjan. Der Umsatz soll sich dann bei rund 100 Millionen Euro bewegen nach rund 150 Millionen Euro in diesem Jahr. Für das laufende Jahr erwartet der neuen Eigentümer bei Wehmeyer einen operativen Verlust von bis zu 25 Millionen Euro.

Wieder in Fahrt kommen soll die Modehauskette neben einer Auffrischung der Filialen auch durch mehr kostengünstigere Eigenmarken. Sie sollen künftig 60 statt bisher 50 Prozent des Sortiments ausmachen. Techno Lifestyle hat eigene Vertriebspartner, die in vielen Ländern Asiens Textilien produzieren. Damit könnten bei der Beschaffung von Ware Kosten in zweistelliger Millionenhöhe eingespart werden, hieß es. Zu den Kunden von Techno Lifestyle gehören Kaufhof und Metro.

Bei der künftigen Kundenausrichtung setzt das neue Wehmeyer-Management den Angaben zufolge vor allem auf Frauen ab 35 Jahren. Die von Wehmeyer bevorzugte Strategie mit Standorten in kleineren Städten mit weniger als 200 000 Einwohnern hält Ranjan grundsätzlich für ausbaufähig. Schon in zwei Jahren könne man sich vorstellen, auch über eine Expansion nachzudenken.

Von den 23 Wehmeyer-Filialen liegen 18 in Nordrhein-Westfalen, 3 in Rheinland-Pfalz und 2 in Niedersachsen. Unklar ist derzeit, ob die Wehmeyer-Hauptverwaltung in Aachen mit ihren 50 Mitarbeitern erhalten bleibt. Eine Entscheidung darüber soll es laut Kebekus in den nächsten Monaten geben.

Wehmeyer gehörte einstmals zum inzwischen in Arcandor umbenannten KarstadtQuelle-Konzern und hatte Anfang Juli Insolvenz angemeldet. Bei der Suche nach einem neuen Investor waren nach Angaben von Kebekus rund 30 mögliche Interessenten im Gespräch. Für die Techno Lifestyle habe das «überzeugende Konzept» gesprochen. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Parteien Stillschweigen.

(Quellen: alle auf Pressekonferenz)

(Redaktion)


 


 

Wehmeyer
Aachener Modekette
Techno Lifestyle

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Wehmeyer" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: