28.01.2011  11:00 Uhr

Mittelstandsstudie von Ernst & Young:
Mit Innovationen kraftvoll an die Spitze

Aachen-Euregio. - Strategien von Wachstumsunternehmen im Mittelstand: Finalisten des Unternehmerwettbewerbs "Entrepreneur des Jahres" setzen auf neue Märkte und Zielgruppen. - Analyse plus zehn ausführliche Fallstudien: Hawesko, HIPP, Miniatur Wunderland, JÄGER DIREKT, Marc O'Polo, Mestemacher, Protection One, GK Software, Testo, BMZ


Es geht wieder aufwärts: Mit Optimismus und Ideen peilen die Wachstumsunternehmen des Mittelstandes neue Märkte und Zielgruppen an. 45 Prozent der Unternehmen wollen ihren Umsatz auf weiteren Märkten in Europa oder in den Emerging Markets in Asien und Südamerika steigern, etwa jedes dritte versucht überdies, sein Angebot neuen Zielgruppen schmackhaft zu machen. Das ist ein Ergebnis der Studie "Auf zu neuen Gipfeln - Siegerstrategien im deutschen Mittelstand" der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. "Nach der Krise gehen die Unternehmen nun mit neuem Elan daran, ihre Angebote zu verbessern, aber auch ihre Abläufe zu überprüfen", erklärt Wolfgang Glauner, Projektleiter und Autor der Studie.

Befragt wurden für die Studie die Unternehmer von 68 mittelständischen Firmen, die in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich wuchsen und sich damit für das Finale des Wettbewerbs "Entrepreneur des Jahres 2010" qualifizierten. Sie repräsentieren alle wichtigen Branchen, erzielen im Schnitt einen Umsatz von rund 115 Millionen Euro im Jahr und beschäftigen durchschnittlich 815 Mitarbeiter. Mit 60 Prozent agiert die Mehrheit dieser Entrepreneure in lukrativen Nischen oder bedient aussichtsreiche Marktsegmente. Obwohl es gerade mittelständischen Unternehmen schwer fällt, notwendiges Kapital für Investitionen zu beschaffen, fließt ein hoher Anteil ihrer Einnahmen - im Schnitt 14 Prozent - in die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. "Ständige Innovationen auch bei internen Prozessen und eine hohe Wertschätzung von Mitarbeitern und Kunden bilden das Fundament, auf dem diese Unternehmen nachhaltig wachsen", erläutert Glauner. Die Studie beschreibt und erläutert sechs Erfolgskonzepte, mit deren Hilfe die Entrepreneure die zuletzt schwierigen Zeiten überwanden und nun im Aufschwung Marktanteile gewinnen wollen.

Erfolgskonzept 1: Über den eigenen Tellerrand schauen

Noch erzielen die meisten Unternehmen einen Großteil ihrer Einnahmen auf dem Heimatmarkt. Doch im Aufschwung visieren nun 45 Prozent neue Märkte, etwa jedes dritte auch neue Zielgruppen an. Neben den bekannten Märkten in Europa bieten die Wachstumsmärkte in Asien und Südamerika gute Aussichten.

Erfolgskonzept 2: Wettbewerb als Chance sehen

Drei von vier erfolgreichen Entrepreneuren klagen zwar über einen höheren Konkurrenzdruck. Doch diesen nehmen sie als Herausforderung, Angebote zu optimieren und neue Bedürfnisse zu wecken. Die Globalisierung ist nicht nur Bedrohung, sondern bietet Chancen: etwa den Zugang zu Ideen, Talenten, Kunden und Geschäften.

Erfolgskonzept 3: Innovation, Innovation, Innovation

Entrepreneure investieren im Schnitt 14 Prozent ihrer Einnahmen in Innovationen. Aus gutem Grund: In der Start- und Wachstumsphase, wenn also ihre neuen Angebote konkurrenzlos sind, erzielen sie damit die höchsten Umsätze.

Erfolgskonzept 4: Nicht nur Angebote, auch Abläufe verbessern

Erneuerung findet in Wachstumsunternehmen auf Angebotsebene und in der Organisation statt. Im Aufschwung, wenn der Konkurrenzdruck eher nachlässt, nehmen sich 75 Prozent der Entrepreneure die Zeit, Prozesse im Unternehmen zu überprüfen und sie so auszurichten, dass neue Ideen schnell Verbreitung, Förderung und Unterstützung finden.

Erfolgskonzept 5: Mitarbeiter informieren und motivieren

Die Mehrzahl der Entrepreneure sorgt mit einem kooperativen Führungsstil für Transparenz hinsichtlich Ausrichtung, Strategie und Zielen des Unternehmens. Das gezielte Fördern und Fordern von Mitarbeitern kommt an - 80 Prozent der Unternehmer können darauf vertrauen, dass ihre Mitarbeiter diese Pläne und neue Entwicklungen mittragen, dabei mitdenken und die praktischen Lösungen und Angebote liefern.

Erfolgskonzept 6: Vorausschauend planen

Obwohl bei den wenigsten Unternehmern die Nachfolgefrage gestellt werden muss, sind die meisten schon darauf vorbereitet und haben konkrete Vorstellungen zur Lösung entwickelt. Entrepreneure bereiten sich ebenso auf mögliche Unwägbarkeiten ihrer Geschäfte vor - insbesondere auf diejenigen, die sie im Fall der Fälle selbst beeinflussen können.

Die Studie "Auf zu neuen Gipfeln - Siegerstrategien im deutschen Mittelstand 2011", die Ernst & Young zusammen mit dem F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medien-Informationen herausgibt, enthält neben den Ergebnissen auch Fallstudien von wachstumsstarken mittelständischen Unternehmen. Sie umfasst 52 Seiten und kann zum Preis von 48 Euro über www.entrepreneur-des-jahres.de oder direkt beim F.A.Z.-Institut bestellt werden.

Mehr zum Wettbewerb "Entrepreneur des Jahres"

Ernst & Young organisiert den Unternehmerwettbewerb "Entrepreneur des Jahres" weltweit in über 50 Ländern. In Deutschland wird die Auszeichnung 2011 zum 15. Mal verliehen: Eine neutrale Jury wählt die Sieger in fünf Kategorien. Mit der Auszeichnung werden unternehmerische Spitzenleistungen identifiziert und honoriert. Unterstützt wird der Wettbewerb von namhaften Unternehmen und Medien: Dazu gehören DZ BANK, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Manager Magazin.

Neben der Auszeichnung erfolgreicher Unternehmerpersönlichkeiten hat sich Ernst & Young auch die Förderung kommender Generationen von Entrepreneuren zur Aufgabe gemacht und die "Entrepreneur of the Year Junior Academy" ins Leben gerufen.


 

(Redaktion)

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © memephoto / pixelio.de



 


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