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Kündigungsgrund: Abwerbung

Abwerbung

Ein Arbeitnehmer darf zwar grundsätzlich nach Ablauf seines Arbeitsverhältnisses Vorbereitungen für eine spätere Konkurrenztätigkeit treffen.

Wirbt er allerdings während des bestehenden Arbeitsverhältnisses Kunden oder andere Arbeitnehmer seines Arbeitgebers ab, indem er beharrlich auf sie einwirkt, rechtfertigt dies nach einer entsprechenden erfolglosen Abmahnung eine (verhaltensbedingte) Kündigung. Dies gilt unabhängig davon, ob die Abwerbung mit unlauteren Mitteln oder in verwerflicher Weise geschieht (LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 6.7.1989, DB 1989, 1880). Denn jeder Arbeitnehmer ist auf Grund seiner Treuepflicht gehalten, Schaden von dem Betrieb seines Arbeitgebers abzuhalten.

Demgegenüber rechtfertigt die bloße Mitteilung eines Arbeitnehmers an andere Arbeitnehmer, er mache sich selbstständig , noch keine Kündigung. Das gilt ebenso für die gelegentliche Frage des Arbeitnehmers an einen Kollegen, ob er mitkomme, wenn er sich selbstständig mache (vgl. LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 7.2.1992, LAGE § 626 BGB Nr. 64). Hat der Arbeitnehmer Kunden oder andere Arbeitskollegen in einer Weise abgeworben, die gegen die guten Sitten verstößt (z.B. durch Verleitung zum Vertragsbruch), kann er überdies gegenüber dem Arbeitgeber schadenersatzpflichtig sein (§ 826 BGB).

Literatur: Berkowsky, Die personen- und verhaltensbedingte Kündigung, § 21 Rdnr. 20; Hueck/v.Hoyningen-Huene, KSchG, § 1 Rdnr. 308; Röder/Hahn, ARBlattei Abwerbung von Arbeitnehmern I 1991; KR-Etzel, KSchG, § 1 Rdnr. 441 ff; Preis/Stahlhacke/Vossen, Rdnr. 699

(VSRW-Verlag)


 


 

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