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Drohender Streik im Weihnachtsgeschäft

Schon im letzten Jahr hatten sich in der Belegschaft von Amazon Gewitterwolken aufgetan. Der amerikanischen Onlinehändler zahlt nämlich keine Tariflöhne für den Versandhandel, sondern orientiert sich an den Löhnen in der Logistik. In den Verteilerzentren Leipzig und Bad Hersfeld rief ver.di nun für drei Tage zum Streik auf. Kommt es zu keiner Lösung, könnte auch bald das Weihnachtsgeschäft betroffen sein.

Versand oder Logistik – daran scheiden sich die Geister

In den Versandzentren des US-Konzerns werden momentan Löhne ausgezahlt, die eher denen in der Logistik entsprechen. So jedenfalls nach Aussage von Amazon, denn einen Tarifvertrag gibt es bisher nicht. Amazon lehnt Tarifverhandlungen auch kategorisch ab. Die Gewerkschaft ver.di argumentiert, dass die Arbeiten in den Versandzentren zum klassischen Einzel- und Versandhandel gehören.

Die Mitarbeiter sollten nach ihrer Meinung also auch nach den geltenden Tarifen in diesen Bereichen bezahlt werden. Da es in dieser Grundsatzdiskussion bisher keine Annäherungen gegeben hat, kommt es nun zum wiederholten Mal zu einem Streik. In Bad Hersfeld und Leipzig, den beiden ältesten deutschen Versandzentren von Amazon, werden noch bis zum Samstag jeweils 10 % bis 15 % der Belegschaft streiken. Es ist nach mehreren Warnstreiks der erste mehrtägige Streik im sich anbahnenden Tarifkampf. Danach soll es in Leipzig eine gemeinsame Kundgebung geben.

Auswirkungen für das Weihnachtsgeschäft sind noch nicht absehbar

Sprecher von ver.di haben bereits angekündigt, dass man nicht lockerlassen werde. Dass gerade der größte Versandhändler des Landes versucht sich an „den Tarifstandards vorbeizumogeln“ will die Gewerkschaft nicht länger tolerieren. Gerade im baldigen Vorweihnachtsgeschäft sind Streiks für den Versandhändler eine schmerzhafte Maßnahme. Da die innere Struktur der Versandzentren auf voneinander abhängigen Arbeitsvorgängen basiert, könnten schon relativ wenige Streikende an bestimmten Stellen, ein gesamtes Versandzentrum lahmlegen. Bei der Gewerkschaft hofft man wohl, dass Amazon das nicht ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft riskieren wird.

(Florian Weis)


 


 

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