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Arbeitszimmer

Gesetzesänderung sorgt für Steuerrückzahlung ab 2007

Die seit 2007 geltende Neuregelung beim häuslichen Arbeitszimmer ist insoweit verfassungswidrig und verstößt gegen den allgemeinen Gleichheitssatz, als die Aufwendungen auch dann von der steuerlichen Berücksichtigung ausgeschlossen sind, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Durch diesen Beschluss des BVerfG vom 6.7.2010 (Az. 2 BvL 13/09) wurde der Gesetzgeber verpflichtet, den verfassungswidrigen Zustand rückwirkend ab 2007 zu beseitigen.

Über das Jahressteuergesetz 2010 wird die Vorgabe des BVerfG umgesetzt und die bis 2006 geltende Rechtslage wieder hergestellt, wenn – etwa bei Lehrern oder Außendienstmitarbeitern – für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Dann wird der Abzug von Werbungskosten bis zur Höhe von 1.250 Euro für ein häusliches Arbeitszimmer zugelassen. Die Neuregelung gilt allerdings nur für derzeit noch offene Sachverhalte. Hierunter fallen solche Fälle, in denen

  • noch keine Steuerbescheide ergangen sind (keine Erklärung abgegeben oder Finanzamt hat die Formulare noch nicht bearbeitet),
  • die Einkommensteuerbescheide hinsichtlich der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer vom Finanzamt vorläufig festgesetzt wurden,
  • ein Steuerbescheid noch unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht oder
  • über einen gegen den Steuerbescheid eingelegten Einspruch noch nicht unanfechtbar entschieden worden ist.

Sofern Bescheide über eines dieser Punkte noch offen sind, profitieren Berufstätige von der gesetzlichen Neuregelung für die Bescheide 2007 bis 2009 und die anstehende Einkommensteuererklärung 2010. Das Jahressteuergesetz 2010 geht allerdings nicht über die Forderungen des BVerfG hinaus. Daher bleibt es bei der Höchstgrenze von 1.250 Euro, die es bereits seit 1996 gibt und der Werbungskostenabzug entfällt weiterhin, wenn das heimische Büro zwar zu mehr als 50 Prozent der gesamten Tätigkeit ausschließlich beruflich genutzt wird, dieses aber nicht den qualitativen Schwerpunkt darstellt. Bildet das Arbeitszimmer hingegen den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung, lassen sich die Aufwendungen – wie bisher bereits – in vollem Umfang und über die 1.250 Euro jährlich hinaus als Werbungskosten absetzen.

(VSRW-Verlag)


 


 

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