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  • 06.04.2017, 11:07 Uhr
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  • Deutschland
Ausbildung

Herausforderungen des Fachkräftemangels

Der Fachkräftemangel gilt als zunehmendes Problem in Deutschland. Doch worin besteht es eigentlich genau? Schließlich sind nicht alle Branchen und Regionen davon betroffen. In IT, Pflege und technischen Berufen kommen teils ähnliche, teils unterschiedliche Herausforderungen auf die Unternehmen zu.

Einer der großen Bereiche, in dem Fachkräfte fehlen, ist die IT. Hier liegt der Mangel vor allem daran, dass immer mehr Einsatzkräfte benötigt werden, da zunehmend viele Geschäftsfelder digitalisiert werden. Insbesondere Software-Entwickler sind gefragt, Administratoren dagegen weniger. Durch den wirtschaftlichen Druck wird versucht, mehr Migranten und weibliche Arbeitskräfte anzuwerben, allerdings noch nicht mit durchschlagendem Erfolg, da sich auch die Arbeitskultur in der Branche an die veränderten Bedingungen anpassen muss. Bei der Einstellung von Migranten scheitert es in Deutschland bisher auch teils daran, dass viele "praktische Erfahrungen, aber keine anerkannten Ausbildungen" hätten, sagt Frank-Jürgen Weise von der Bundesagentur für Arbeit im Interview.

Attraktivität von Ausbildungsberufen variiert

Ein weiterer Bereich mit einem hohen Bedarf an Nachwuchs ist die Pflege. Für Interessierte sind hier deshalb einerseits die Beschäftigungschancen sehr gut. Andererseits ist die Entlohnung alles andere als verlockend, berichtet das Manager Magazin: Nur 2.000 bis 2.2000 Euro Brutto monatlich seien im Durchschnitt üblich. Die Bundesagentur für Arbeit ist auf andere Zahlen gekommen: Sie zählt Tätigkeiten im Gesundheits- und Pflegebereich in Sachsen mit einem monatlichen Durchschnittsgehalt von über 2.800 Euro brutto zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen. Regionale Engpässe entstehen generell jedoch dadurch, dass die gezahlten Ausbildungsentgelte variieren und die junge Generation so mobil geworden ist, dass sie sich den vielversprechendsten Ausbildungsplatz aussucht – auch, wenn sie dafür umziehen muss.

Davon sind Bundesländer im Osten Deutschlands wie Sachsen am stärksten betroffen, wo die Lebenshaltungskosten zwar niedriger sind als etwa in München oder Stuttgart, aber auch das Gehalt bei vielen Ausbildungen entsprechend niedriger ausfällt. Im Unterschied dazu können überregional operierende Betriebe wie SEW-EURODRIVE mit ihren verschiedenen Standorten punkten. Ausbildungen zum Elektroniker oder Industriemechaniker sind hier beispielsweise möglich. Die Ausbildung im Bereich der Antriebstechnologie ist hochkomplex. Hierbei lernt man zum Beispiel alles über die Bearbeitung von Werkstoffen oder die Funktionsweise und Montage von Produkten wie Getrieben oder Getriebemotoren.

Begeisterung für technische Berufe fördern

Im handwerklichen Bereich fällt vor allem der Mangel an Meistern auf, die neue Betriebe eröffnen oder bestehende weiterführen könnten. Aufgrund der guten Einstellungschancen begnügen sich viele Gesellen mit einer Anstellung. Ein weiteres Problem ist, dass viele Betriebe nicht kontinuierlich, sondern nur zu bestimmten Zeitpunkten Nachwuchs suchen, und dadurch aus dem Blickfeld der Schulabgänger geraten. Die Jugend früh an technische Inhalte heranzuführen und sie für diese zu begeistern, ist deshalb eine weitere Herausforderung für technische Betriebe. Werner Ende von der Firma Profiroll sieht die Unternehmen selbst in der Pflicht: "Man macht es sich zu leicht, wenn man einfach nur sagt: Es gibt einen Fachkräftemangel, tut was in der Politik. Wir sind alle Akteure in unserer Gesellschaft und jeder muss seinen Beitrag leisten." Mit Technikunterricht in der Lehrwerkstatt, Tablets für Schulklassen und Besuchstagen für Studenten ermöglicht er dem Nachwuchs schon früh einen Einblick in sein Unternehmen und fördert das Interesse an einer späteren Ausbildung.

(Redaktion)


 


 

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