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Start-ups mit Auslandskontakt: Eine Sache von Technik und Etikette

Wer ein Unternehmen gründet, das auch nur einen Teil seiner Leistungen bzw. Waren über das Internet anbietet, wird mitunter sehr viel früher, als er es vielleicht geplant hat, in die Verlegenheit kommen, sich mit ausländischen Kunden befassen zu müssen. Und das bedarf nicht nur Sprachkenntnissen und interkulturellem Fingerspitzengefühl, sondern mitunter auch kleinen Anpassungen der Technik.

1. English is an absolute must

Wir haben es bereits in unserem Artikel zu dem sehr guten Buch namens Business English erwähnt: Was das Englische angeht, tun sich sehr viele Deutsche immens schwer. Nicht nur in Live-Gesprächen, sondern auch im Schriftlichen – wo eigentlich genug Zeit vorhanden sein sollte, um zu feilen. Natürlich wird man es im Business nicht nur mit englischen Muttersprachlern zu tun haben. Aber es ist nun einmal die Weltsprache.

Vielen Gründern geht es so: Sie haben seit der Schule ihr Englisch vielleicht nur im Urlaub nutzen müssen und sind deshalb unsicher. Und diese Unsicherheit ist das mit Abstand schlimmste an der ganzen Sache. Denn sie verhindert, dass man das tut, was im Geschäftsbereich das wichtigste Credo ist, nach vorne marschieren, offensiv sein.

Anders ausgedrückt, wenn man mit jemandem aus einem anderen Land Kontakt hat. Egal in welcher Form und ob er englischer Muttersprachler ist oder nicht. Dann darf man immer davon ausgehen, dass derjenige weiß, dass man selbst dieser Sprache nicht hundertprozentig mächtig ist. Weder muss man sich davor genieren, mit einem vielleicht herben deutschen Akzent zu sprechen, noch davor, nicht immer die richtigen Vokabeln parat zu haben. Im Zweifelsfall lässt sich alles „mit Händen und Füßen“ umschreiben. Nur aus Scheu gar nicht zu kommunizieren, birgt Fehlerpotenzial. 

Allerdings soll das natürlich kein Grund sein, sein Englisch vollends schleifen zu lassen. Das kann man einfach testen: Kann man einem Film oder einer Serie im Internet im Englischen und mit englischen Untertiteln sinngemäß folgen? Falls nein, sollte man sich mit digitalen Sprachkursen vertraut machen.

2. Schreiben braucht Ruhe und Geduld

Man kann beim Sprechen Fehler machen, das ist kein Weltuntergang. Wenn es allerdings um Kommunikation per E-Mail geht – also einem Medium, bei dem das Gespräch nicht in Echtzeit abläuft – dann wäre das gleiche vermessen. Denn: Es gibt mittlerweile mithilfe des Netzes alle Möglichkeiten, seinen Text zumindest bei den Vokabeln sinnvoll zu übersetzen. Als Grundlage sei dazu der Online-Übersetzer dict.cc angeraten. Im Gegensatz zu vielen anderen Tools kann der auch mehrere Übersetzungen eines Wortes präsentieren, sodass man sinngemäßer übersetzen kann und kann auch Abkürzungen liefern.

Nicht blind verlassen sollte man sich indes auf das Übersetzen ganzer Sätze oder sogar Schreiben. Hier kommen Google, DeepL und Co. bereits ob der vielfach möglichen Bedeutung von Wörtern an ihre Grenzen – auch wenn deren Algorithmen tagtäglich besser werden, fürs Business birgt das noch zu viel Fehlerpotenzial.

3. Telefonieren sollte günstig sein

Wessen geschäftliche Kommunikation ins Ausland ausschließlich per Schriftverkehr funktioniert, der kann diesen Punkt übergehen, denn dabei ist es natürlich vollkommen gleich, wohin die Nachricht geht und woher sie kommt.

Freilich ist es jedoch eine Tatsache, dass selbst in ausgesprochen digitalen Tech-Unternehmen nach wie vor das wichtigste Mittel zur verbalen Kommunikation nicht etwa die Videotelefonie übers Internet ist, sondern der ganz klassische Telefonanruf. Die Telefonnummer gehört in den Google My Business Eintrag. Und auch umgekehrt wird es für viele Dinge natürlich sein, erst mal zum Telefon zu greifen. 

Und hier gilt: Sobald der Anruf über die EU-Grenzen hinaus geht, wird es teuer. Das gilt sowohl fürs Festnetz wie erst recht das Handy. Das mag bei gelegentlichen Anrufen nicht wirklich ins Gewicht fallen. Doch gerade Start-ups sollten nie vergessen, dass sie jeden Cent mehrfach umdrehen sollten. In dem Fall sollte man sich mit dem Begriff Ethno-Discounter vertraut machen. Das sind Mobilfunkanbieter, die sich auf günstiges Telefonieren ins Ausland spezialisiert haben. Als Marktführer gilt hierzulande Lebara Mobile. Der Vorteil: Man kann die Sache über einen Prepaid-Tarif mit einer zweiten SIM laufen lassen, kann ungleich günstiger in sehr viele außereuropäische Länder telefonieren und behält dank Prepaid die volle Kontrolle. 

4. Die Etikette will gewahrt werden

195 Staaten gibt es auf der Erde. Das sind nicht nur 195 potenzielle Kunden-Herkunftsländer, mit denen man Handel treiben kann, sondern es sind auch mindestens 195 unterschiedliche Kulturen. 

Jeder weiß, dass es leicht möglich ist, in ein „kulturelles Fettnäpfchen“ zu treten. Und es ist ebenfalls bekannt, dass manche Kulturen dafür, selbst bei einem ausländischen Gegenüber, nur wenig Verständnis aufbringen. Das ist leider zu akzeptieren und sollte vor allem darin resultieren, dass man in den Lernprozess seiner Gründung auch einflicht, sich kulturelles Fingerspitzengefühl anzueignen. 

Nein, das bedeutet nicht, dass man die Businesskultur all dieser Länder auswendig lernen muss. Es bedeutet viel mehr, zu erkennen, was zur deutschen Businesskultur gehört und das, was daran auf andere offensiv wirken könnte, zurückzuschrauben. Dazu googelt man einfach mal „German Business Culture“. Finden wird man eine Menge Ratgeber, die Briten, Amerikanern und anderen verraten, wie Deutsche in Sachen Geschäftsetikette zu behandeln sind. Dort wird man Aussagen finden wie „this is reflected in the adherence to prescribed business rules resulting in, a low degree of flexibility and spontaneity in attitudes and values“. Auf gut Deutsch: Wir sind etwas halsstarrig. 

Und genau das ist der Punkt. Man nimmt all diese deutschen Tatsachen, die dort besonders herausgestellt werden und fährt sie im interkulturellen Bereich zurück. Wird vor unserem starren Festhalten an Regeln gewarnt, benimmt man sich etwas flexibler. Wird erwähnt, dass wir im geschäftlichen Umfeld keinen Humor hätten, lässt man die Zügel etwas lockerer. 

Auf diese Weise schafft man es, sich ungleich besser in ein international-geschäftliches Umfeld einzufügen, ohne die Unterschiede jedes Landes auswendig zu kennen. Allerdings hat das natürlich Grenzen. Wenn sich herauskristallisiert, dass man immer nur mit einigen, wenigen Nationalitäten zusammenarbeitet, sollte man sich die Mühe machen, deren genaue Eigenarten zu lernen.

(Redaktion)


 


 

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