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  • 18.02.2016, 12:49 Uhr
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Automobil

Carsharing: Alternative zum eigenen Auto?

Carsharing gibt es in Deutschland schon seit über 20 Jahren. Der erste Anbieter befand sich in Berlin. Noch heute werden Carsharing-Dienste vor allem in Großstädten genutzt. Die Anbieter mit den meisten Kunden in Deutschland sind zur Zeit DriveNow von BMW, Flinkster von der Deutschen Bahn und car2go von Daimler. Autos mit E-Antrieb sind dabei nicht besonders beliebt.

E-Autos: Zukunft oder Vergangenheit?

Viele Unternehmen in der Branche bieten Elektro- oder Hybridautos an. So auch der weltweit größte Anbieter Zipcar aus San Francisco. In Deutschland ist man gespaltener Meinung darüber, wie gut Elektroauto und Carsharing zusammenpassen. So hat car2go zum Beispiel 2015 in Berlin wieder seine elektrischen Smarts zurückgezogen, wie die ZEIT berichtete. Grund für die Abschaffung der Elektroautos seien die hohen Kosten für den Betreiber. Zudem haben die E-Autos eine Ladezeit von mehreren Stunden. In Stuttgart fahren hingegen noch 500 E-Autos durch die Straßen. Hier ist das Ladestationen-Netz auch besser ausgebaut. DriveNow versucht mit Freiminuten, seine Kunden für die E-Fahrzeuge zu begeistern. So hat er die elektrischen BMW i3 und i3 Rex in seine Flotte aufgenommen. Fans der umweltfreundlichen Fahrzeuge können beispielsweise auf der Seite e-carsharing.net mietbare Elektroautos in ihrer Stadt finden.

Sinnvoller Ersatz?

Die Vorteile des Carsharing-Konzepts liegen auf der Hand: Wer nur selten ein Auto braucht, muss sich kein eigenes anschaffen. Und man muss sich nicht selbst um die Wartung und Instandhaltung kümmern. Denn wer ein eigenes Auto besitzt, muss gegebenenfalls, in teure Ersatzteile vom Hersteller investieren. Allerdings müssen Autobesitzer nicht mehr so viel für Ersatzteile zahlen wie früher. Günstige Einzelteile können heute online bestellt werden, zum Beispiel beim Händler Mister-Auto.de. Laut einem aktuellen Gerichtsbeschluss darf der Hersteller Kia zudem nicht mehr die Informationen für passende Ersatzteil unter Verschluss halten und nur an Vertragswerkstätten weitergeben. Dieses Urteil könnte Signalwirkung haben und somit den Wettbewerb für freie Werkstätten fairer machen, wovon der Verbraucher nur profitieren kann.

Aktuelle Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass für viele Nutzer ein „entweder – oder“ in der Realität derzeit gar nicht infrage kommt. Die meisten nutzen Carsharing als Ergänzung zum eigenen Wagen. So ist der Absatz von PKWs trotz der Einführung von Carsharing in den 1980er Jahren stetig gestiegen. Besonders wer zwischen Stadt und Land pendelt, ist auf seinen PKW nämlich angewiesen. Dabei ist die Bereitschaft zum Carsharing in der Gesellschaft sehr groß: Laut einer Studie des IfD Allensbach sind mehr als 7,5 Millionen Menschen daran interessiert, aber bisher nutzen nur 570.000 Menschen diese Möglichkeit.

Eine App für alles?

Schuld daran ist vielleicht auch das an den jeweiligen Hersteller gebundene Angebot. So wünschen sich die meisten Nutzer vor allem eine hohe Verfügbarkeit der Autos. Von welcher Firma sie stammen, ist ihnen aber „zunehmend egal“. Außerdem sollten die vielen städtischen Verkehrsmittel kombiniert werden können, anstatt für jedes eine eigene App und ein eigenes Bezahlsystem nutzen zu müssen. Daimler hat nun die App Moovel auf den Markt gebracht, die genau das tut. Allerdings werden auch da nur die Wagen der eigenen Flotte angezeigt. Eine Alternative versucht der Hamburger Verlehrsverbund (HVV) mit „switchh“: Hier sollen Menschen mit HVV-Abo neben S- und U-Bahn auch Carsharing- und Fahrradleih-Angebote in einer App buchen können. Kunden können also hoffen, dass andere Verkehrsbetriebe bald nachziehen.

Bildrechte: Flickr Adams Morgan Day 30084 Ted Eytan CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

(Redaktion)


 


 

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