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  • 15.11.2019, 08:15 Uhr
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  • Deutschland
Bankkonto

Eröffnung eines Geschäftskontos – Tipps für Unternehmer

Unternehmer sollten bei der Frage nach dem richtigen Geschäftskonto vor allem darauf achten, dass sie die privaten und geschäftlichen Transaktionen strikt trennen.

Diese Regel gilt grundsätzlich für alle Unternehmen, ganz gleich, ob es sich um eine UG oder GmbH handelt oder ob der Unternehmer als Einzelunternehmer oder Freelancer agiert und firmiert.

Unterschiede zwischen Geschäftskonto und privatem Girokonto

Die Unterschiede zwischen einem regulären privaten Girokonto und einem reinen Business-Konto sind zunächst gar nicht ersichtlich. Technisch sind beide Konten vergleichbar in ihrer Erscheinung und den Nutzungsmöglichkeiten. Ein Unterschied liegt lediglich im Einsatzzweck des Kontos begründet. Der Kunde eines Unternehmens, der auf das Geschäftskonto zahlt, hat zum Beispiel keine Möglichkeit, anhand der Bankverbindung / IBAN / BIC zu erkennen, ob er auf ein Geschäftskonto zahlt oder eine Überweisung auf ein privates Girokonto vornimmt. Grundsätzlich ist es auch rechtlich nicht verboten, als Unternehmer ein privates Konto auch für geschäftliche Transaktionen zu nutzen. Eine Ausnahme gilt hier für Kapitalgesellschaften, die ihr Eigenkapital bereits beim Eintrag ins Handelsregister auf ein Extra-Konto einzahlen müssen. Allerdings könnte es Missverständnissen besonders mit den Finanzbehörden kommen, die man vermeiden sollte. Daher ist es sehr zu empfehlen, die geschäftlichen Zahlungen und den privaten Bankverkehr eindeutig auch mit Hilfe zweier Konten zu trennen. Das gilt selbst für Kleinunternehmer und Freelancer. Bei größeren Firmen mit vielen und komplexen Buchungen ist ein extra Geschäftskonto quasi unverzichtbar.

Außerdem erleichtert die Trennung auch die Buchhaltung. Spätestens, wenn es an die Anfertigung der Steuererklärung geht, wird auch der Einzelunternehmer oder Ein-Mann-Freelancer die Vorzüge einer übersichtlichen klaren Trennung von Geschäft und Privat schätzen lernen. Nicht zuletzt wird auch die Privatsphäre geschützt, weil zum Beispiel die Steuerbehörde bei einer Trennung nur die geschäftlichen Kontoauszüge einsieht und keine Kenntnis von privaten Buchungen erhält.

Kosten nicht immer höher

Die Kosten für ein Geschäftskonto müssen auch nicht zwangsläufig höher sein als beim privaten Girokonto. Auf jeden Fall sollte auch ein Unternehmer bei der Suche nach dem passenden Business-Konto einen Geschäftskonto Vergleich online nutzen, weil nur so wirklich alle einzelnen Unterschiede wirklich verglichen werden können. Die Zahl der Angebote ist sonst nicht mehr überschaubar.

Wenn ein Business-Konto teurer hinsichtlich der Gebühren ist, wäre eine Alternative, ein zweites privates Girokonto einzurichten und auf diesem Konto ausschließlich geschäftliche Transaktionen vorzunehmen. Wenn die Zahl der Buchungsvorgänge allerdings signifikant ansteigt, kann das dazu führen, dass die Bank den Unternehmer auffordert, ein Geschäftskonto zu eröffnen. Die AGBs der Banken geben den Banken meist sogar die rechtliche Legitimation für ein solches Vorgehen. Wenn ein Unternehmer damit nicht einverstanden ist, muss er das Konto kündigen und die Bank wechseln.

Wichtig ist es, den Bedarf an Leistungen für ein Geschäftskonto zu prüfen. Gerade Einzelunternehmer oder kleine regionale Unternehmen und Freelancer haben gar keinen Bedarf an umfassenden Fremdwährungskonten oder vielen Unterkonten. Auch die Möglichkeit, Kunden das Lastschriftverfahren anzubieten, wird von kleineren Unternehmen oft nicht benötigt. In diesem Fall kann es die günstigste Variante sein, von den Leistungen her ein zweites privates Girokonten-Angebot zu wählen und dieses als Geschäftskonto anzumelden. Die Bank wird da sicher ein Angebot machen können und beraten.

Direktbank, Fintech oder Hausbank?

Die Wahl der Bankenart kann auch erheblich über die Kosten entscheiden. Wenn ein Unternehmer einen hohen individuellen Beratungsbedarf hat und mit seinem Bankberater einen Businessplan besprechen will oder regelmäßig Rücksprache wegen der Konditionen für einen Geschäftskredit oder den Betriebsdispo halten will oder muss, ist er bei einer stationären Bank mit einem umfassenden Beratungsangebot vor Ort sicher am besten beraten.

Junge innovative Gründer könnten mit einem Fintech Angebot, sowohl hinsichtlich der Kosten als auch was die Leistungen und Tools per Banking App angeht, am besten fahren. Vielfach ist auch das Online Angebot der klassischen Großbank eine gute Wahl. Hier sind die Kosten geringer und es steht trotzdem das komplette Leistungsspektrum mit Kreditkarten und Bargeldversorgung zur Verfügung. Die Banking-Portale im Internet lassen oft auch keinen Wunsch offen. Hier muss man eben wissen, dass man vermutlich keine Möglichkeit zur individuellen Beratung vor Ort hat.

Speziell Gründer mit einem erfolgversprechenden Konzept und Businessplan sollten am besten vorher mit der Hausbank sprechen. In vielen Fällen wird es die Möglichkeit geben, dass die Bank das junge Unternehmen mit vielen Hilfen und sinnvollen Krediten in der Startphase unterstützt. Man sollte also vorher wissen, ob man mit seinem Konzept bei der Bank Chancen auf verständnisvolle und überzeugte Berater hat. Ansonsten kann man gleich zu einem Fintech oder einer günstigen Direktbank gehen.

Geschäftskonto wechseln oder kündigen

Wenn die Wahl des neuen Geschäftskonto nicht nur eine neue Bankverbindung ist, sondern den Wechsel und die Kündigung des alten Geschäftskontos bedeutet, muss sich der Unternehmer genau informieren, ob der Wechsel wirklich Kosten spart oder ein Mehr an Service bietet. Denn die Kündigung eines Geschäftskontos ist ungleich aufwendiger als die Kündigung eines privaten Girokontos. Bei einem Wechsel müssen evtl. bestehende geschäftliche Kredite und Disporahmen in der Regel sofort zurückgeführt werden. Außerdem müssen alle Kunden und sämtliche Geschäftspartner über den Wechsel der Bankverbindung informiert werden. Dazu kommt, dass der komplette Schriftwechsel und der Internetauftritt die neue Bankverbindung kommunizieren müssen. Es kann dann auch sinnvoll sein, eine Vereinbarung mit der altem Bank zu treffen, wie mit Irrläufern zu verfahren ist. Denn eine nicht unerhebliche Anzahl von Kunden und Geschäftspartnern wird weiterhin an die alte Bankverbindung zahlen. Der Wechsel muss also wirkliche Vorteile bringen, um die zahlreichen Widrigkeiten auszugleichen.

Besondere Fristen sind bei der Kündigung eins Geschäftskontos in der Regel nicht zu beachten. Meist kann ein Geschäftskonto jederzeit gekündigt werden. Wenn mehrere Personen zeichnungsberechtigt sind, muss die Kündigung auch rechtswirksam von allen Verfügungsberechtigten unterschrieben werden, um rechtlich wirksam zu sein.

Fazit: Die Wahl des Geschäftskontos ist sehr wichtig

Gerade in Zeiten mit unzähligen Angeboten für Geschäftskonten und vielen verschiedenen Modellen und Zugangs – und Nutzungsarten kann jedes Unternehmen sich für das Paket und Kontenmodell entscheiden, das dem eigenen Bedarf und Nutzungsverhalten am besten entspricht. Daher sollte jeder Unternehmer vorab einen ausführlichen Vergleich von Geschäftskonten online machen, um auch wirklich alle Modelle und Angebote genau prüfen zu können. Es kommt hier oft auf kleine Details an, die die Wahl entweder besonders attraktiv oder besonders unattraktiv für ein Unternehmen machen.

(Redaktion)


 


 

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