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#GemeinsamBergisch2018

"Investieren Sie jetzt!"

Überwiegend optimistische Stimmung herrschte bei den rund 1200 Gästen des IHK-Neujahrsempfangs „GemeinsamBergisch2018“ am vergangenen Mittwoch in der Wuppertaler Stadthalle.

Für die meisten Unternehmen im Bergischen Land war 2017 ein erfolgreiches Jahr. „Alles scheint zusammenzupassen: eine steigende Nachfrage nach deutschen Industriegütern, mehr Aufträge für Dienstleistungsunternehmen, zunehmende Auslastung und Beschäftigung, darunter auch viele neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, Reallohnsteigerungen, dadurch mehr Kaufkraft und mehr Konsum – und das alles fast ohne Inflation bei den Gütern des täglichen Bedarfs“, so der Präsident der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid, Thomas Meyer vor den Gästen des IHK-Neujahrsempfangs „GemeinsamBergisch2018“ in der Wuppertaler Stadthalle.

Neben den drei Oberbürgermeistern aus Solingen (Tim Kurzbach), Remscheid (Burkhard Mast-Weisz) und Wuppertal (Andreas Mucke) und Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher waren auch einige Bundes- und Landtagsabgeordnete gekommen, darunter Josef Neumann (SPD), Jens Nettekoven (CDU) und Sven Wolf (SPD).

Bevor Andreas Pinkwart über "Zukunftsweisende Strategien der Landesregierung für Nordrhein-Westfalen und das Bergische Land" referierte, forderte Präsident Meyer in seiner Rede von ihm und der aktuellen Landesregierung "mutiges Handeln, um wieder in die Spitzengruppe der Bundesländer zu kommen". NRW müsse bei Forschung und Innovation europaweit einen Spitzenplatz einnehmen, und „wieder das Land der schnellen und belastbaren Wege mit einer hervorragenden Verkehrs- und Breitband-Infrastruktur werden. Wir als Unternehmer bauen darauf, dass die neue Landesregierung die harten Standortfaktoren Breitband, Fläche, Energie und Verkehrsinfrastruktur ganz oben auf ihre Agenda setzt“, sagte Meyer.

Kein Finanzausgleich zugunsten des ländlichen Raums

Kritische Töne ließ Thomas Meyer zu den FOC-Plänen in der Bundesbahndirektion anklingen. In einer Stellungnahme habe die Bergische IHK darauf hingewiesen, „dass es Anpassungsbedarf bei den zum Teil nicht nachvollziehbaren Planungen gibt“. Auf den Baubeginn des Designer Outlet Centers in Remscheid sei man gespannt. „Der Markt wird zeigen, ob genügend Potenzial besteht, dass sich zwei Center in unserer Region etablieren können“, so der IHK-Präsident.

Neben den vielen positiven Entwicklungen, mahnte der IHK-Präsident die Landesregierung, die einschlägigen Stellschrauben des Finanzausgleichs nicht wieder zugunsten des ländlichen Raums und zulasten der Großstädte zu verändern. Ohne den Stärkungspakt Finanzen hätten Städte wie Remscheid, Solingen und Wuppertal den Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt niemals geschafft. Eine Änderung der Parameter hätte für die Haushalte der Kommunen heftige Effekte.

Globalisierung, Digitalisierung und Neo-Ökologie

Festredner Professor Dr. Andreas Pinkwart (FDP) machte sodann in seiner frei gehaltenen Rede deutlich, dass er sich gerade von den Unternehmern im Bergischen Land als Wiege der Industrialisierung Mut wünsche beim Angehen anstehenden Herausforderungen. Diese sieht der NRW-Wirtschaftsminister vor allem in „der Globalisierung, Digitalisierung und Neo-Ökologie“.

"Wir müssen jung, neugierig und vor allem wissensdurstig bleiben!"

Die Welt werde schneller, die Anforderungen höher, die Menschen immer älter. Das alles biete großartige Chancen, wenn man die Potenziale richtig nutze: „Wir müssen jung, neugierig und vor allem wissensdurstig bleiben, um uns im internationalen Wettbewerb behaupten zu können.“ Gerade das Bergische Städtedreieck sei führend in Sachen Gründung, so etwa mit dem Gründernetzwerk „bizeps“ und der Jackstädt-Stiftung.

Er versprach insbesondere den innovativen Unternehmen des Landes eine bestmögliche Unterstützung, um ihre Geschäftsideen umsetzen zu können, etwa beim flächendeckenden Ausbau von Glasfaseranschlüssen für schnelles Internet („Wir machen Druck!“), und forderte sie auf: „Investieren Sie jetzt!“ Im Gegenzug versprach er, sich dafür einzusetzen, die Rahmenbedingungen für Investitionen zu verbessern, etwa bürokratische Hürden zu lockern, und rief den Gästen zu: „Nehmen Sie uns beim Wort!“

Das Bergische als "Digitale Modellregion"

Zustimmung gab es von Pinkwart für die Worte von Thomas Meyer, der von den Unternehmern gefordert hatte, sich nicht aus Kostengründen mit Kupferkabeln zufrieden zu geben. Wenn die Erschließung von Gewerbegebieten mit Glasfaserkabeln durch private Anbieter angeboten werde, dann müsse diese Chance auch genutzt werden. Schließlich habe sich das bergische Städtedreieck bei einem Landesprojekt als „Digitale Modellregion in Nordrhein-Westfalen“ beworben und könne offensichtlich auch mit dem Zuschlag rechnen. 

Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Solingen, Dipl.-Ing. Horst Gabriel (Geschäftsführer Emde Stanztechnik), kam beim anschließenden Come-together auf das in vielen Branchen bestimmende Thema des Fachkräftemangels zu sprechen: „Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen ist zwar bei uns gut. Was uns aber zunehmend fehlt, sind Fachkräfte, um die steigende Nachfrage bedienen zu können. Ich appelliere auch an junge Menschen, stärker in die technischen als in die kaufmännischen Berufe einzusteigen – denn da liegt die Zukunft.“ Sein Unternehmen etwa bildet „Werkzeugmechaniker Stanz- und Elektrotechnik“ aus und Gabriel betonte, welch gute Zukunftschancen gute Kräfte hätten.

(Liane Rapp)


 


 

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