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Arbeitsmarkt

Jahresbilanz im bergisches Städtedreieck fällt positiv aus

 9.061 Menschen waren 2017 arbeitslos gemeldet, 3,6 Prozent weniger als 2016  Arbeitgeber suchten 4.752 Arbeitskräfte - ein Anstieg um 26,8 Prozent  Arbeitslosenquote sinkt auf 8,9 Prozent im Jahresdurchschnitt

„Der Arbeitsmarkt hat sich im bergischen Städtedreieck im Jahr 2017 positiv entwickelt. Die Beschäftigung hat nicht nur zugenommen, sondern wird auch zunehmend flexibler. Frauen und Männer möchten Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren“, so Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. „Nur ein kleiner Teil der Arbeitslosen konnte vom Beschäftigungsboom profitieren. Die Arbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit hat im Jahr 2017 nur langsam abgenommen. Problematisch bleibt der hohe Anteil von ungelernten Arbeitslosen. Sechs von zehn Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Unsere Aktivitäten und Fördermittel im Jahr 2017 hatten wir daher ausgeweitet und werden dieses Engagement weiter fortsetzen. Die Aus- und Weiterbildung nimmt immer mehr an Bedeutung zu. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Jahr 2017 angestiegen, was mit dem Zuzug der geflüchteten Menschen zusammenhängt“, erläutert Martin Klebe.

Beschäftigungsentwicklung

„Die Beschäftigung im bergischen Städtedreieck hat sich sehr dynamisch entwickelt“, so Martin Klebe. Ende März 2017 waren insgesamt 219.001 Menschen in den drei Städten sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Beschäftigung ist damit im Vergleich zum letzten Jahr um 4.362 Menschen oder zwei Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2011 sind 16.852 Personen oder 8,3 Prozent mehr beschäftigt. Die Beschäftigung ist damit erheblich stärker gestiegen als die 1.749 Personen, um die die Arbeitslosigkeit seitdem gesunken ist. Wer hat also noch vom Beschäftigungsboom profitiert?

Die Gewinner waren vor allem teilzeitbeschäftigte Frauen! Insgesamt sind im bergischen Städtedreieck immer noch mehr Männer berufstätig als Frauen, doch die Frauen holen auf. Im März 2017 waren 100.524 Frauen beschäftigt und damit 8.920 oder 9,7 Prozent mehr als im Jahr 2011. Bei den Männern stieg die Beschäftigung um 7.917 Personen oder 7,2 Prozent auf nun 118.477 Beschäftigte. Ein Blick auf die Entwicklung der Beschäftigung nach Arbeitszeit zeigt, dass die Teilzeitarbeit innerhalb der letzten fünf Jahre um 9.813 oder rund ein Fünftel (+20,9 Prozent) ge-stiegen ist, während die Vollzeitbeschäftigung nur um 5.608 Beschäftigte oder 3,6 Prozent stieg.
„Neben der Kindererziehung stellt auch die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen eine Herausforderung für immer mehr Beschäftigte dar, die bewältigt wer-den muss. Unternehmen der Region, die aufgrund flexibler Arbeitszeitmodelle auf die Wünsche ihrer Beschäftigten eingehen können, gewinnen das Rennen um die begehrten Fachkräfte“, erklärt Martin Klebe.

„Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bewegt sich nun auf einem hohen Niveau. In einigen Bereichen wird es zunehmend schwierig, die Fachkräftebedarfe der Unternehmen zu bedienen. Heute arbeiten zwar mehr Menschen auf Helferniveau als vor fünf Jahren, dieser Trend wird sich aber in den nächsten Jahren nicht fortsetzen. Nur wer gut qualifiziert ist, wird den Anforderungen des Arbeitsmarktes der Zukunft gewachsen sein. Der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist immer noch eine Ausbildung. Daher werden wir im Rahmen der Weiterbildungsinitiative Bergisches Land auch in diesem Jahr einen unserer Schwerpunkte auf die Qualifizierung Beschäftigter in Unternehmen legen“, so Martin Klebe.

Beschäftigung nach Wirtschaftszweigen und Staatsangehörigkeit

Ein Blick auf die Beschäftigung nach Wirtschaftszweigen zeigt, in welchen Branchen in den letzten fünf Jahren Arbeitsplätze entstanden sind. Zu den Wachstumsbranchen gehören beispielsweise die Branche der Immobilien, wissenschaftlich, technische Dienstleistung, Heimen und Sozialwesen, die Branche der wirtschaftlichen Dienstleistungen, die Arbeitnehmerüberlassung, die Branche Verkehr und Lager sowie das Gesundheitswesen. Auf der anderen Seite wurden in der Metall- und Elektroindustrie die Arbeitsplätze reduziert.

In den letzten fünf Jahren entwickelte sich die Beschäftigung von Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit unterschiedlich. Die meisten Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit in der Region stammen aus Griechenland, Italien, Spanien oder Portugal - insgesamt 7.994 Personen. Ihr Anteil ist um 690 Beschäftigte oder 9,4 Prozent gestiegen. Die zweitgrößte Gruppe der Beschäftigten mit türkischer Staatsangehörigkeit ist im Vergleich zum Jahr 2011 um 393 oder 5,3 Prozent auf nun 7.031 Beschäftigte gesunken. Die drittgrößte Gruppe umfasst die Beschäftigung von Personen aus osteuropäischen EU-Ländern (Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern, Bulgarien und Rumänien). Ihr Anteil hat sich in den letzten fünf Jahren auf aktuell 4.602 Personen verdoppelt. Die Beschäftigung von Menschen aus den Asylherkunftsländern hat sich, wenn auch bei einem kleinen absoluten Wert, auf nun insgesamt 666 ebenfalls nahezu verdoppelt. 

Zugenommen hat aber auch die Zahl der arbeitssuchend gemeldeten geflüchteten Menschen: Aktuell sind im November 2017 insgesamt 5.939 geflüchtete Menschen arbeitsuchend gemeldet, das sind 1.665 mehr als vor einem Jahr. Rund 95 Prozent von ihnen werden in den Jobcentern betreut. Drei von zehn geflüchteten Menschen sind Frauen. Sechs von zehn haben keinen Schulabschluss. Einer von fünf hat einen Berufsabschluss. Von den 5.939 arbeitsuchenden geflüchteten Menschen sind 2.661 arbeitslos gemeldet. Über 700 geflüchtete Menschen haben 2017 im Städtedreieck eine Beschäftigung aufnehmen können.

Arbeitslosigkeit sinkt, Jugendarbeitslosigkeit stieg an

Im Jahr 2017 waren im bergischen Städtedreieck im Jahresdurchschnitt 28.814 Menschen arbeitslos gemeldet - ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 1.072 Personen oder 3,6 Prozent. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist im bergischen Städtedreieck in den letzten fünf Jahren kontinuierlich gesunken. Im Jahresschnitt waren es 2017 11.515 Personen, 416 weniger als 2016. Im Jahresschnitt waren 1.672 junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahre arbeitslos gemeldet. Nach einem Rückgang bis zum Jahr 2015 ist die Jugendarbeitslosigkeit somit wieder leicht gestiegen, im Vergleich zum letzten Jahr um 1,8 Prozent. Dies hängt mit der Ankunft vieler junger geflüchteter Menschen zusammen. Damit verläuft die Entwicklung entgegen dem Landestrend, wo die Jugendarbeitslosigkeit um 2,9 Prozent gesunken ist.

Freie Stellen

Die Unternehmen im Bezirk meldeten 2017 insgesamt 17.815 neue freie Stellen, das sind 2.567 oder 16,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Bestand an freien Arbeitsstellen lag im Jahresdurchschnitt bei 4.752, das waren 1.004 oder 26,8 Prozent mehr als 2016. 

(Redaktion)


 


 

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