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Ausbildungsmarkt

Aufruf: 580 fehlende Lehrstellen in Solingen

Jugendarbeitslosigkeit - ein Schreckgespenst, das (nicht nur) in weiten Teilen Europas zu wirtschaftlichen und sozialen Probleme führt. Auch in Solingen fehlen aktuell 580 Lehrstellen. Jetzt wurde ein dringender Aufruf an die Unternehmen der Klingenstadt geschickt.

"Die Lage am Ausbildungsmarkt ist dramatisch", erklärte Solingens OB Kurzbach in dieser Woche. Für das kommende Ausbildungsjahr hätten die Solinger Betriebe erst knapp 500 Ausbildungsstellen gemeldet. Martin Klebe, Leiter der Agentur für Arbeit, bestätigt: "Das ist der schlechteste Wert seit fünf Jahren." Dies sei um so besorgniserregender, als in den nächsten Jahren rund 8000 Solinger Fachkräfte in den Ruhestand gehen werden. "Die Handwerksbetriebe suchen dringend qualifizierten Nachwuchs", ergänzt Kreishandwerksmeister Arnd Krüger. Und auch AGV-Vorsitzender Horst Gabriel kann nicht verstehen, warum manche Unternehmen ihre unbesetzten Plätze nicht melden. Er versprach, in den nächsten Wochen zusammen mit IHK-Präsident Thomas Meyer entsprechende Betriebe aufzusuchen, um für die Ausbildungskampagne zu werben.

Parallel dazu erhalten die Unternehmerinnen und Unternehmer der Klingenstadt nun einen Brief vom Stadtoberhaupt, in dem dieser dringend um Erhöhung des Ausbildungsplatz-Angebots wirbt. Potenzielle Stellen schnellstmöglich zu melden, das ist die Botschaft des Briefes, den Kurzbach zusammen mit IHK-Präsident Thomas Meyer, Kreishandwerksmeister Arnd Krüger, dem Vorsitzenden des Solinger Arbeitgeberverbandes, Horst Gabriel, sowie Agentur-Chef Martin Klebe aufgesetzt hat.

Weckruf an potentielle Ausbildungsbetriebe

Auch Kurzbach will verstärkt das persönliche Gespräch mit Unternehmern suchen. "Bitten und mahnen" will er auch in seiner Funktion als Vorsitzender des lokalen Steuerungsgremiums "Schule und Beruf". Dieser Beirat ist Bestandteil des Landesprogramms "Kein Abschluss ohne Anschluss", an dem die Klingenstadt seit 2013 teilnimmt. Zu befürchten sei, so Kurzbach, dass immer mehr Solinger Jugendliche in die Nachbarstädte abwanderten und dort nicht nur ihre berufliche, sondern auch private Zukunft suchten und fänden, wenn in der Klingenstadt nicht mehr auskömmliche, attraktive und vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten angeboten werden.

Um Jugendliche mit potenziellen Arbeitgebern bekannt zu machen, findet u.a. am 4. und 5. Oktober die Ausbildungsbörse "Forum: Beruf" im Theater und Konzerthaus statt. Ebenfalls im Herbst wollen die Initiatoren der aktuellen Kampagne "Ausbildung ist Zukunft - für unsere Wirtschaft und für unsere Stadt" zu einem Unternehmertag einladen, um gemeinsam die Chancen und Herausforderungen im Solinger Ausbildungsmarkt zu erörtern. Einen "Ruck, der durch die Klingenstadt gehen muss", fordert Tim Kurzbach, "hier geht es nicht nur um die Zukunft der Solinger Jugendlichen und Unternehmen, sondern um die Zukunft der gesamten Stadt!"

(Redaktion)


 


 

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