Sie sind hier: Startseite Bergisches Land Aktuell News
Weitere Artikel
Ausstellungseröffnung

Eindringliche Fotografien und Karikaturen

Gleich zwei Ausstellungen wurden heute im „Zentrum für verfolgte Künste“ in Solingen eröffnet: „Dana Arieli. Das Nazi-Phantom“ und „Kianoush. Exil in Paris“.

So zeigt die israelische Fotografin Dana Arieli 75 Fotografien ihres Langzeit-Projekts "The Nazi Phantom", darunter auch aktuelle Motive aus NRW, unter anderem den Ort in Solingen, an dem Adolf Eichmanns Elternhaus an der Krahenhöhe gestanden hat, das Anfang der 1960er-Jahre abgerissen wurde.

Ebenso können Besucher des „Zentrums für verfolgte Künste“ knapp 60 politische Zeichnungen des im Exil in Paris lebenden iranischen Karikaturisten Kianoush ansehen, die sich mit dem Thema Widerstand befassen. Beide Ausstellungen stellen den Auftakt zum 150. Geburtstag von Else Lasker-Schüler im „Zentrum für verfolgte Künste“ dar. 

Kommentare erwünscht

Als die damals 20jährige Dana Arieli 1983 von Israel aus ihre Eltern während deren Europareise in München besuchte, beschlossen sie, zusammen die Gedenkstätte des KZs Dachau zu besuchen. Das Foto, das sie damals von dem am Zaun hängenden Schild schoss, war für sie eine Initialzündung, so Dana Arieli. Sie spricht von einem Wendepunkt in ihrem Leben.

Denn das Schild am Eingang der Gedenkstätte besagte, dass „das KZ heute geschlossen“ sei – in vier Sprachen. Dass sie damals die Gedenkstätte, über deren Besuch sie sich zuvor unendlich viele Gedanken gemacht hatte, nicht betreten konnte - für Dana Arieli damals wie heute völlig unverständlich: „Ich war geschockt.“ Damals entschied sie, sich dem Thema Fotografie zu widmen, weil es „eine internationale Sprache ist, die jeder versteht“. Seitdem fotografiert die Professorin Orte, an denen die nationalsozialistische Ideologie noch sichtbar oder „verdeckt“ anwesend ist. Zu den Fotos verfassen international renommierte DichterInnen, AutorInnen und PolitikerInnen Texte und Statements. Auch die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung sind eingeladen, Texte zu den Fotografien zu schreiben, selbst mit ihren Meinungen und Gedanken Teil des Projektes zu werden. Dazu dienen CR-Codes unter den Fotografien als Link.

Transparente Erinnerung gefordert

Für ihre Ausstellung im „Zentrum für verfolgte Künste“ wählte Dana Arieli bewusst Fotografien ihrer Sammlung „Nazi Phantom“. Die Künstlerin fordert damit auch eine transparente Erinnerung: „Die noch existierende NS-Architektur bzw. die Täterorte werden im öffentlichen Umgang immer noch oft vernachlässigt. In Deutschland gibt es unterschiedliche Strategien zur Auseinandersetzung mit dem Thema: die eine zielt darauf ab, die Gebäude abzureißen, die zweite ist, sich mit dem Erhalt der Architektur der Geschichte zu stellen und die dritte definiert die Rolle der Gebäude neu und erweitert damit ihre Bedeutung.“

Dana Arielis Wunsch ist es, dass sich besonders junge Leute mit den Fotografien auseinandersetzen. So werden sich in ihrem Beisein unter anderem Oberstufenschüler des Solinger Humboldtgymnasiums in der kommenden Woche die Ausstellung ansehen und mit ihr dazu diskutieren – und ihre Kommentare online stellen.

Künstler im Exil

Noch bis zum 3. März hängen auch die 57 Karikaturen des iranischen Künstlers Kianoush Ramezani. Er musste vor zehn Jahren aus dem Iran fliehen, weil er an Demonstrationen gegen die offensichtlich gefälschten Wahlen teilgenommen hatte. Mit seinen Karikaturen zweifelte er das amtlich bekannt gegebene Wahlergebnis an, das besagte, dass Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad mit 62,63% die absolute Mehrheit erringen konnte. Als während der Unruhen immer mehr Mitstreiter verhaftet wurden, es sogar zu Hinrichtungen kam, floh er nach Paris. Dort lebt und arbeitet er als politischer Flüchtling im Exil. „Seine politischen Karikaturen lassen nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig“, so Kurator Jürgen Kaumkötter. Er veröffentlicht sie in internationalen Zeitschriften und Zeitungen wie dem „Guardian“ und den „Iran Human Rights“. Ebenso werden sie weltweit ausgestellt – in Frankreich ebenso wie in der Nova Gallery, Washington und in Tel Aviv. 

Ausstellungsdauer: 20.1. - 3.3.2019
Eröffnung am Sonntag, den 20. Januar 2019 um 11.30 Uhr
Zentrum für verfolgte Künste (Kunstmuseum Solingen)
Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen
Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag, feiertags 10 – 17 Uhr, ganzjährig geöffnet
Öffentliche Führungen: jeden Sonntag 14:30 Uhr

(Liane Rapp)


 


 

Fotografien
Dana Arieli
UhrZentrum
Künstlerin
Ausstellung
Karikaturen
Paris
Sonntag
Meinungen
Gedenkstätte
Besuch
Exil

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Fotografien" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: