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Austellungseröffnung

"Die Kunst der klaren Haltung" im Solinger Kunstmuseum

Das "Zentrum für verfolgte Künste", das im Solinger Kunstmuseum beheimatet ist, zeigt ab kommenden Sonntag, 28. Oktober, großformatige Bilder der aus Solingen stammenden Künstlerin Sabina Bockemühl.

Seit Dezember 2015 gibt es das „Zentrum für verfolgte Künste“ im Kunstmuseum Solingen, eine in Europa einzigartige Einrichtung. „Ein Erinnerungsort für verfolgte Künstler und deren lange Zeit verbotene Werke“, so Direktor Dr. Rolf Jessewitsch, mit einem Schwerpunkt auf der Kunst, die während der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR verboten war. „Wir nehmen die Perspektive der Verfolgten ein, wollen das Werk und Leben der von Verfolgung bedrohten Künstlerinnen und Künstler erforschen, sie verstärkt der Öffentlichkeit zugänglich machen, ihr Werk würdigen und die Folgen von Unterdrückung für ihr künstlerisches Schaffen aufzeigen."

Dass nun die 52jährige gebürtige Solingerin Sabina Bockemühl einen Teil ihres Werkes hier ausstellt, ist ebenso überraschend wie folgerichtig. Die Ausstellung „Die Kunst der klaren Haltung“ setzt einen Schwerpunkt auf den eindrucksvollen Porträts von Prominenten mit einer „klaren Haltung“ und läuft vom 28. Oktober 2018 bis 27. Januar 2019.

„Standhaft in der Welle stehen“

„Wir müssen lernen, Haltung zu zeigen“, appellierte jüngst Herbert Grönemeyer und forderte zu mehr Zivilcourage auf. Übertragen auf den Titel der Ausstellung formuliert es Dr. Jessewitsch so: „Der Respekt vor der Schöpfung und eine positive Botschaft inspirierten Sabina Bockemühl, für die Ausstellung die Überschrift „Die Kunst der klaren Haltung“ zu wählen. Sie versteht sich als Protagonistin für ein Lebensgefühl. Sie nennt es ‚Standhaft in der Welle stehen‘ – und ihre Bilder bestätigen dies.“ Er bescheinigt der nun im bayrischen Murnau am Staffelsee lebenden Künstlerin „Kreativität, gepaart mit Sensibilität“. Daraus leite Sabina Bockemühl eine Grundlage ihrer Weltsicht ab: Sie ergreife Partei für die Schöpfung, für den Wert und die Bedeutung des Individuums und für die Natur. Dr. Jessewitsch weiter: „Die Vitalität und die Lebensbejahung der Künstlerin bestimmen den Inhalt ihrer Bilder.“

Gesichter, die vom Leben erzählen

Und so mag das Zusammenspiel von Sabina Bockemühl und dem „Zentrum für verfolgte Künste“ auf den ersten Blick ungewöhnlich sein. Auf den zweiten aber erkennt man: Vor allem die Porträtierten, die meisten selbst Künstler wie Mario Adorf, Marianne Sägebrecht und Hannelore Elsner, stehen allesamt für eine „klare Haltung“, künstlerisch wie gesellschaftspolitisch. Und entweder haben sie in der Vergangenheit das Zentrum bereits unterstützt oder beabsichtigen dies noch, etwa durch Lesungen, so wie Nina Hoger. Ihre Mutter Hannelore Hoger wird zur Ausstellungseröffnung anreisen und eine Lesung halten - auch sie eine Unterstützerin der Idee des Museums, sich verfemter Kunst und deren historischen Auswirkungen zu widmen.

Und so gehen bei dieser Ausstellung Künstlerin und Porträtierte eine Symbiose ein. „Meine Porträts sind kein Abbild der Gesichter. Vielmehr möchte ich hinter die Fassade der Menschen blicken, sie mit ihren menschlichen Stärken und Gefühle sowie ihrer Lebensgeschichte darstellen. Ehrliche Porträts von spannenden und prägenden Persönlichkeiten. Gesichter, die vom Leben erzählen“, so Sabina Bockemühl. Die Bildideen entwickele sie aus alltäglichen Situationen. „Die Motive haben viel mit mir zu tun – Menschen, die mich bewegen und beeindrucken. Ein Teil von mir lebt in diesen Bildern.“

Eigensinnig und selbstbewusst

Insgesamt erwarten den Besucher dieser Ausstellung im „Zentrum für verfolgte Künste“ über 30 teils großformatige Bilder. Einerseits Landschaftsbilder von den Lieblingsplätzen ihrer Kindheit, aus der Erinnerung heraus gemalt und erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Andererseits die bereits erwähnten Porträts, darauf u. a. abgebildet auch die Solinger Schauspielerin Veronica Ferres, der 2016 verstorbene Musiker Roger Cicero und die Moderatorin Bettina Böttinger. Die meisten der Porträtierten hat Sabina Bockemühl selbst getroffen, einige waren sogar bei ihr im Atelier in Murnau. Sie, zu deren Lehrern u. a. auch Prof. Markus Lüpertz gehörte, ist ihren Weg stets eigensinnig und selbstbewusst gegangen. In diesem Sinn verstehen sowohl die Künstlerin als auch die porträtierten Prominenten diese Ausstellung als Unterstützung für das „Zentrum für verfolgte Künste“ und seine völkerverständigende Philosophie.

Im Rahmen der Ausstellung 28.10.2018 – 27.1.2019 „Die Kunst der klaren Haltung“ „Porträts und Beseeltes“ von Sabina Bockemühl finden zahlreiche Veranstaltungen mit einigen der Porträtierten statt, Informationen dazu auf der Website des Zentrums: www.verfolgte-kuenste.de.

Adresse: Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen, Telefon: 0212 - 2 58 14-0
Öffnungszeiten: Di. – So., feiertags 10 – 17 Uhr, Weihnachten, Silvester und Neujahr geschlossen
Eintritt: Erw.: 9 €, erm. 4,50 €, Studierende: 4,50 €, bis 18 Jahre: Eintritt frei

Auch in den Räumen der Partnergesellschaft "Dr. Ganns, Heinekamp und Heibges" in direkter Nachbarschaft zum Kunstmuseum, Adresse: Dycker Feld 72, sind im Ausstellungszeitraum bis Ende Januar 2019 über 30 Bilder von Sabina Bockemühl ausgestellt. Öffnungszeiten: werktags zwischen 8 uns 17 Uhr und ebenfalls am Eröffnungswochenende am 27. und 28. Oktober. Die Werke können auch käuflich erworben werden, Infos dort oder direkt bei Sabina Bockemühl.

(Liane Rapp)


 


 

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