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Auszeichnung

Solingen für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

Am 25. November ist es soweit: Im Düsseldorfer Maritim-Hotel wird der „Deutsche Nachhaltigkeitspreis“ verliehen. Ein gesellschaftliches Ereignis, das, so der offizielle Slogan, „Auszeichnungen für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Deutschland“ vergibt.

Neben nationaler und internationaler Prominenz aus Wirtschaft, Politik, Forschung, Medien und Gesellschaft wird sowohl während des Kongresses als auch bei der Gala-Veranstaltung eine Delegation aus Solingen dabei sein – auf Einladung der Gastgeber. Denn die Klingenstadt ist nominiert – für den Sonderpreis „PartnerStadt - Nachhaltige Infrastrukturen lokal und global“, der vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) vergeben wird.
Die Auszeichnung würdigt Kommunen, die das Entstehen nachhaltiger, innovativer Infrastrukturen in benachteiligten Ländern unterstützen. Neben Solingen sind noch die baden-württembergische Kleinstadt Horb am Neckar und Jena für diesen Preis nominiert.

Hintergrund: Das BMUB hat sich das Ziel gesetzt, die Umsetzung der „Sustainable Development Goals“ in und durch Kommunen verstärkt zu fördern. Damit soll die zentrale Rolle der Städte als Akteure für Innovationen und als Partner nachhaltiger Entwicklung auf nationaler wie internationaler Ebene hervorgehoben werden. So will aber auch die die Bundesregierung ihre Verantwortung für die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele unterstreichen – und das eben auch im Rahmen einer starken Nachhaltigkeitspolitik auf der Ebene der Städte und Gemeinden.

„Dialog auf Augenhöhe“ überzeugt

Solingen wurde von der Jury vor allem wegen seines nachhaltigen Engagements mit Projekten zur Entwicklungszusammenarbeit in Jinotega/Nicaragua und Thiès/Senegal ausgewählt. Auch die vorbildliche Einbindung der Zivilgesellschaft war ein wichtiger Punkt, so die Begründung der Jury. Im Falle von Solingen sind dies als Kooperationspartner die Fördervereine, die sich für die Städtefreundschaften mit Jinotega und Thiès, der zweitgrößten Stadt im Senegal, einsetzen. Charakteristisches Gestaltungsmerkmal war und ist, so die Stadt, der Dialog auf Augenhöhe. So wurde etwa mit zahlreichen Akteuren im westafrikanischen Thiès ein Handlungsprogramm ausgearbeitet, das im Rahmen des Projekts „50 Kommunale Klimapartnerschaften“ Maßnahmen umsetzt, die z.B. der Aufforstung dienen und dem Schutz der Bevölkerung vor Überschwemmung, aber auch Bildungsprogramme beinhalten, die Themen wie Müllsortierung und –vermeidung im Fokus haben.

Leuchtturmprojekt: Workshop für 30 junge Experten aus sechs Ländern

Eines der beispielhaften Partnerschafts-Projekte ist auch der im September durchgeführte Workshop „Junge Expertise für nachhaltige kommunale Entwicklung": In zwei Wochen erarbeiteten junge Erwachsene aus Ländern des Südens und Nordens in Solingens Partnerstadt Jinotega in Nicaragua Ideen und Handlungsprogramme, mit dem Ziel, interkommunale globale Verantwortungsgemeinschaften zu bilden und systematisch zu stärken. Gefördert werden sollten durch dieses vom „Förderverein Städtefreundschaft mit Jinotega“ initiierte Projekt also vor allem der Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Aktionen aus der lokalen Perspektive der Teilnehmenden mit einem globalen Blick für die Zukunft.

Vom Förderverein waren die Studentinnen Hannah Rettberg und Jana Firouzkhah vor Ort, die zusammen mit Mitarbeitern des Bildungs- und Kommunikationsvereins „La Cuculmeca“ in Jinotega und der Stadt Solingen den Workshop vorbereitet und durchgeführt hatten. Konkret wurde das Programm dann getragen von rund 30 junge Erwachsenen – engagiert in Kommunalverwaltungen, Vereinen, Universitäten und Initiativen - aus Jinotega (Nicaragua), Leon (Nicaragua), Brüssel (Belgien), Solingen, Galizien (Spanien), San Lorenzo (Honduras) und Solingen. Auch drei junge Experten aus Thiès (Senegal) sollten dabei sein, wurden aber trotz offizieller Einladungsschreiben an der Weiterreise von Costa Rica nach Nicaragua gehindert.
Konkret beschäftigten sich die jungen Experten mit den Themen Erneuerbare Energien, Nachhaltige Land- und Waldwirtschaft, Verantwortungsvoller Konsum und Wasser. Zu diesem Zweck wurden auch Exkursionen unternommen, etwa in das Naturreservat „Datanlí El Diablo“ und zum Stausee „Apanás”, der Nicaragua zu einem groβen Teil mit Energie versorgt. Eines der Ziele des Workshops war „digitales Lernen über Grenzen und Kontinente hinweg zu erproben und einen nachhaltigen digitalen Austausch zu konzipieren und umzusetzen“. Ein erster Ansatz wurde in dieser Richtung bereits auf der mehrsprachigen Wissensplattform https://alianzaporelclima.wordpress.com umgesetzt.

Das Projekt wurde von Engagement Global gGmbH und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert, unterstützt u.a. durch Eigenanteile der Stadt Solingen in Kooperation mit dem Förderverein Städtefreundschaft mit Jinotega e.V. und Teilnehmenden.

Ob Solingen sich am 25. November gegen die Mitbewerber im Rennen um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis durchsetzen kann (bereits 2012 erhielt die Stadt im Bergischen den Preis in der Kategorie „Governance & Verwaltung“), ist dann auch nachzulesen auf www.nachhaltigkeitspreis.de.

(Liane Rapp)


 


 

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