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Die Gesamtschule Wuppertal-Barmen erhält den Schulpreis 2015

Es klingt fast wie ein Märchen – eine Schule, in der Respekt, gute Leistungen, hohe Abschlussquoten, Integration und Inklusion nicht nur großgeschrieben-, sondern auch gelebt werden. Und das sogar inmitten eines so genannten sozialen Brennpunktes.

Der mit 100.000 Euro dotierte Deutsche Schulpreis 2015 geht in diesem Jahr an die Gesamtschule Wuppertal-Barmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichte ihn am Mittwoch höchstselbst in Berlin einer zehnköpfigen Delegation der Schule. In Wuppertal fieberten die geehrten Schüler und Lehrer in der Turnhalle mit, in der die Preisverleihung live übertragen wurde.

Ein Herz und eine Seele

Jury-Sprecher Michael Schratz, Erziehungswissenschaftler an der Universität Innsbruck, erläuterte, dass er selten eine Schule erlebt habe, an der Schüler, Lehrer und Eltern so respektvoll und wertschätzend miteinander umgehen, wie an dieser. Niemand wird allein gelassen, sondern ist Teil einer großen, solidarischen Familie. Die Schüler stehen etwa Pate für Jüngere, die deren Hilfe brauchen oder fungieren als Medienscout oder Schulsanitäter.

Problemen entgegenwirken

Schratz zeigt sich auch begeistert über den hohen Leistungsanspruch der Schule. "Die Lehrer fordern die Kinder und Jugendlichen heraus, sie führen sie gezielt an ihre Leistungsgrenzen - und darüber hinaus." Ein Anspruch, der im Umfeld der Schule nicht unbedingt zu erwarten wäre. Viele Schüler wachsen innerhalb eines schwierigen sozialen Umfeldes auf, welches die Startbedingungen, für eine erfolgreiche Schullaufbahn meist enorm erschweren. Von den 1400 Schülern leben zum Beispiel mehr als die Hälfte in alleinerziehenden Familien und ein Drittel hat einen Migrationshintergrund.

Funktionierendes Engagement

Doch der Erfolg kann sich sehen lassen: Obwohl nach der Grundschule nur 17 Prozent der Schüler eine Empfehlung für das Gymnasium erhalten, wechseln rund 60 Prozent in die gymnasiale Oberstufe. Bei landesweiten Vergleichen schneiden die Schüler sogar oft überdurchschnittlich ab, und seit Jahren hat kein Jugendlicher die Schule ohne Abschluss verlassen. Gewürdigt wird außerdem die konsequente Inklusion an der Schule, die bis in den Sportunterricht hineinreicht.

Der Deutsche Schulpreis wird seit 2006 von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung verliehen. Seither haben sich über 1500 Schulen für die Auszeichnung beworben. Zu den Kriterien des Preises zählen Leistung, Unterrichtsqualität, Umgang mit Vielfalt, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution.

(Esther Brandt)


 


 

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