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Sponsoren gesucht: Filmprojekt beleuchtet Alltag von Flüchtlingen

Kamerafrau aus Teheran plant Dokumentarfilm mit Fokus auf Exil-Iranern

Seit vier Monaten ist die gebürtige Teheranerin Rita Ebrahimi Farahani (49) in Deutschland. Über die Niederlande kam sie nach Nordrhein-Westfalen, lebt jetzt in einem Flüchtlingscamp in Solingen. Im Iran hatte sie nach erfolgreichem Universitätsabschluss viele Jahre als Kamerafrau und Lichtdesignerin gearbeitet, vor allem für einen staatlichen TV-Sender und freie Dokumentarfilmprojekte.

Nun plant sie ein Filmprojekt im Bergischen Land, für das sie noch Unterstützer und Sponsoren sucht. „Ich möchte die Situation von Flüchtlingen hier in Deutschland beleuchten, ihnen auf ihren Wegen mit der Kamera folgen und auch dem Dialog mit Deutschen viel Raum geben“, so Rita Ebrahimi, die neben Farsi auch perfekt Englisch spricht. Deutsch lernt sie viermal in der Woche im Unterricht, der von Ehrenamtlern geleitet wird, unter anderem bei der Caritas.

Der Fokus des Filmprojekts soll auf Landsleuten, die sich hier in Deutschland aufhalten, liegen, denn, so Rita, auch, wenn der Iran von Deutschland als sicheres Herkunftsland eingestuft wird, so stellte sich für sie die Situation in Teheran doch ganz anders dar. „Ich musste den Iran verlassen, weil ich massive Probleme mit meinen Vorgesetzten bekommen hatte und meinen Beruf nicht mehr ausüben durfte“, erklärt die dunkelhaarige Frau. „Nachdem ich den Koran dreimal von vorne bis hinten durchgelesen hatte, und auf all meine Fragen keine Antworten darin fand, entschied ich mich, keine Muslima mehr sein zu wollen und mich in der Öffentlichkeit auch nur noch mit offenem Schleier zu zeigen, der auch die Haare zeigt. Allein dies führte dazu, dass der Geheimdienst auf mich aufmerksam wurde, da auf Apostasie, also die Abkehr vom Glauben, im Iran die Todesstrafe steht. Das habe ich öffentlich kritisiert. Aber der Iran ist eben ein Gottesstaat, dessen staatliche Rechtsordnung sich an der Scharia orientiert.“

In Deutschland hat Rita nun einen Asylantrag gestellt. Um nicht tatenlos herumzusitzen, engagiert sich die studierte Cinematografin etwa im "Ohligser Stadtteilzentrum Interju" und hat auch schon Kontakte geknüpft zum „Medienprojekt Wuppertal“, das von der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt wird. In diesem Rahmen kam ihr auch die Idee eines eigenen Filmprojekts, mit dem sie schon begonnen hat, für die professionelle Realisierung allerdings noch Geldmittel benötigt. „Ich möchte eine Dokumentation produzieren, die aus dem Blick einer Betroffenen, die ich ja bin, die Situation von Flüchtlingen hier in Deutschland verdeutlicht und den Fokus auf die Integration richtet“, so die Filmexpertin.

Bei dem Vorhaben unterstützt sie auch die Solinger Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. Birgit Kracke, der sie bei der Übersetzung einer Webseite hilft, die Erste-Hilfe-Maßnahmen für traumatisierte Flüchtlinge anbietet (www.refugee-trauma.help). Sie findet Ebrahimis Filmidee gut und wichtig. „Das Projekt kann denjenigen, die heute neu hier ankommen, eine Perspektive geben, wenn sie sehen, wie andere vor ihnen ihren Weg gemacht haben und gelernt haben, mit ihren belastenden Erfahrungen umzugehen.“ Auch das Verständnis der deutschen Bevölkerung könne so gefördert werden.

Was Rita Ebrahimi nun fehlt, sind zum einen Sponsoren, die das Filmprojekt finanziell fördern, und zum anderen Exil-Iraner in Deutschland, die bereit sind, ihre Geschichte zu erzählen. Interessenten können sich per E-Mail an [email protected] wenden.

(Redaktion)


 


 

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