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Expansion

200 neue Jobs in Solingen?

Der Dienstleister WebID ist im Bereich Video-Identifikation aktiv und sucht händeringend nach neuen Mitarbeitern für den Standort Solingen.

In Ohligs tut sich was: Erst bezog Ende 2016 das überaus erfolgreiche Software-Entwickler-Unternehmen „Codecentric“ ein nagelneues Gebäude an der Hochstraße – und beschäftigt dort und an anderen Standorten mittlerweile über 400 Mitarbeiter. Nun bietet auch „WebID“, die an der Kieler Straße ihren Sitz haben, nach eigenen Angaben über 200 neue Jobs in Solingen an.

„Als Start-up sehen wir uns wirklich nicht mehr", sagt Gründer und Geschäftsführer Franz Thomas Fürst, „wir sind ein etabliertes Unternehmen im FinTech-Sektor.“ Täglich führe WebID bis zu 5.000 Online-Verifikationen durch. Als Erfinder und Patentinhaber (Nr. 10 2013 108 713) des Video-Ident-Verfahrens bietet das Unternehmen internationale und rechtskonforme Online-Vertragsabschlüsse sowie Identifikationsprodukte. Auch die Möglichkeit, Konten zu eröffnen und Vollmachten zu erteilen.

Der Verbraucher muss dazu nur einen Computer mit Kamera, eine Internetverbindung und die erforderlichen Ausweisdokumente zur Hand haben. Den Rest erledigen die extra geschulten Mitarbeiter von WebID. Erforderlich für die Identifizierung bei WebID ist lediglich internetfähiges Device mit Kamera sowie ein Personalausweis oder Reisepass. Deren Gültigkeit und die Übereinstimmung mit dem Ausweisinhaber prüfen die Mitarbeiter via Bildschirm.

Nachfrage nach Video-Ident wächst

Auf diesem Feld gilt WebID Solutions als Marktführer. Nach einem zähen Start, der von einem aufwendigen Genehmigungsverfahren beim Bundesfinanzministerium bestimmt war, wächst das Unternehmen nun rasant. Etwa 1,5 Millionen authentifizierte Datensätze sind bei WebID bereits gespeichert. Und insgesamt greifen nach Angaben von Franz Thomas Fürst bereits 80 Prozent der führenden deutschen Kreditinstitute auf die Dienste von WebID zurück. Kürzlich kam auch noch die Deutsche Bank als neuer Kunde hinzu.

Der Standort am Hauptbahnhof mit 175 Beschäftigten ist die mit Abstand größte aller fünf Niederlassungen des Unternehmens, das im Oktober 2012 gegründet wurde und seinen Hauptsitz in Berlin hat. Nachdem im Vorjahr der Umsatz auf fünf Millionen Euro verdoppelt werden konnte, peilt WebID fürs laufende Jahr die 10 Millionen Euro und damit eine erneute Verdoppelung des Umsatzes an.

Stichtag 1. Juli

Dass dieses Ziel erreicht werden kann, hält der gebürtige Solinger Franz Thomas Fürst für realistisch. Eröffnet sich seinem Unternehmen doch mit Stichtag 1. Juli 2017 ein lukratives neues Geschäftsfeld. Ab diesem Tag können Prepaid-Karten für mobile Endgeräte nur noch dann freigeschaltet werden, wenn sich deren Käufer eindeutig identifiziert haben. Eine Dienstleistung, die WebID bereits für seine weltweit rund 100 Kunden – vor allem Banken und Kreditinstitute – anbietet.

Vor Ort informierte sich auch Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach über das Geschäftsmodell. Er setzt sich seit seinem Amtseintritt besonders für die Digitalisierung der Stadt ein und appelliert: “Wir dürfen den Wandel nicht verschlafen“.

Nun also sucht WebID neue Mitarbeiter. Mindestvoraussetzungen: Schulabschluss, sehr gute Deutsch- und gute Englisch-Kenntnisse, dazu PC-Erfahrung und „Freude an der Genauigkeit“, so Fürst. Denn die sorgfältige Prüfung des Gegenübers ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Dazu erhalten die Mitarbeiter eine Liste mit 22 unterbewussten Verhaltensmustern, die einen in betrügerischer oder terroristischer Absicht handelnden Antragsteller verraten können. „Die Aufgabe verlangt von unseren Mitarbeitern ein hohes Maß an Konzentration“, meint der Firmengründer.

FIRMA    Die WebID-Solutions-Gruppe ist der europaweit führende Anbieter für rechtskonforme Online-Vertragsabschlüsse und Identifikationsprodukte und Pionier im Segment der Face-to-Face-Online-Identifikation. Der Hauptsitz von WebID Solutions soll mittelfristig von Berlin nach Frankfurt verlegt werden.

ZUR PERSON
Franz Thomas Fürst (47) besuchte die August-Dicke-Schule, bevor er mit 16 in die USA, später nach London ging. Nach dem Bachelor-Studium in Business Administration (Betriebswirtschaftslehre) an der Boston University setzte er nach dem Verkauf der familieneigenen Firmengruppe sein Studium an der London Business School fort und erlangte dort seinen Master-Abschluss.

(Liane Rapp)


 


 

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