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Fitnesstrend

Dank Fitnessstudio starke Muskeln, tolle Figur?

Millionen Deutsche können nicht irren: Das Training im Fitness-Studio macht Sinn. Worauf man achten sollte, erfahren Sie hier.

Der „kleine Mann im Ohr“ denkt: „Was tu` ich hier?“ „Du tust etwas Gutes für deine Gesundheit!“, antwortet das innere Ich. „Aber, wäre es jetzt, abends nach einem langen Arbeitstag, nicht viel netter bei den Kumpels zu sitzen und ein Bier zu trinken?“ Das Ich brummt: „Lass` mich in Ruhe, ich muss das hier zu Ende bringen“.

So oder so ähnlich laufen vermutlich viele interne „Unterhaltungen“ ab in den Köpfen von Besuchern von Fitnessstudios. Rund neun Millionen Deutsche besuchen nach eigenen Angaben regelmäßig ein Fitness-Studio. „Regelmäßig“ sollte heißen: zwei- bis dreimal in der Woche. Eine Umfrage unter Besuchern von „Kieser Training“-Stätten ergab, dass jeder zweite lieber woanders seine Freizeit verbringen würde. Sie kommen trotzdem wieder. Jede Woche. Stemmen Gewichte, quetschen ihre Beine zwischen Metall und Gummi, stöhnen, fluchen.. und kommen wieder. Warum?

Sportmediziner Dr. Edgar Unger, Co-Autor des Buches „Guide Fitnessgeräte“ muss für die Antwort ein bisschen ausholen: „Menschen machen Muskeltraining, weil deren Körper sonst verkümmern würde... Der menschliche Körper ist schließlich für ein anderes Leben als das des Durchschnitts-Deutschen gemacht. Für ein Überleben in der Wildnis mit Holzfällen, jagen, überwintern. So schnell wie die Technik unser Leben verändert hat, so schnell konnte der Körper nicht hinterher. Er unterliegt immer noch denselben biologischen Gesetzmäßigkeiten wie vor tausend Jahren. Und die Leistungsfähigkeit unserer Organe ist neben der genetischen Veranlagung bestimmt von der Qualität und Quantität der Beanspruchung.“ Heute sind die meisten körperlich unterfordert in ihrem Alltag – allein vom Staubsaugen und Wäscheaufhängen bekommt die Hausfrau noch keine starken Oberarmmuskeln und der Kaufmännische Angestellte beim Tippen auf die Tastatur keine gestärkte Rückenmuskulatur. Also bleibt nichts anderes übrig als die „körperliche Ertüchtigung“ auf die Freizeit zu verlagern.

Schließlich will man nach einem langen Berufsleben nicht den Rest in Krankenhäusern und Arztpraxen verbringen. Fakt ist: Der Mensch verliert zwischen dem 20 und 70. Lebensjahr fast die Hälfte seiner Skelettmuskelmasse, falls er dem nicht durch entsprechendes Training entgegenwirkt. Und: Rückenschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer 1. Zwischen 70 und 80 Prozent der Bevölkerung ist betroffen. Besonders hier kann gezieltes Muskeltraining helfen.

Guter Service ist wichtig!

Gezieltes Training für den geschwächten Körper gibt es – nicht erst seit gestern – in Tausenden von Fitnessstudios. Und die unterscheiden sich in Aufmachung und Qualität erheblich. Das eine ist super gestylt und bietet neben tausend verschiedenen Sport-Angeboten jede Menge Unterhaltung und Events. Das nächste kommt eher hausbacken daher und ist ausschließlich den Damen vorbehalten. Ein anderes fokussiert die Herren mit den Muskelpaketen und ist ganz spartanisch eingerichtet. Jeder wie er`s mag!

Wichtig ist, dass das Training im Studio auch wirklich fachmännisch begleitet wird. Viele Studios lassen ihre Besucher nach dem ersten Einweisen mit den Geräten allein und unterstützen sie nicht genügend beim Korrigieren von Fehlern. Das kann im Einzelfall sogar gefährlich sein – zu Überlastungen, einseitigem Trainieren und Verkrampfungen führen. Überall sollte es die Möglichkeit geben, während der – angekündigten – Urlaubszeit eine kostenlose Trainingspause zu machen. Unzulässig, so mehrere Gerichtsurteile, ist das Verbot eigene Getränke mit ins Studio zu bringen. Der Kunde darf sich nicht genötigt fühlen, die teuren Drinks von der Bar trinken zu müssen!

Auch preislich gibt es große Unterschiede zwischen den Studios: In manchen zahlt man unter 200 Euro pro Jahr, andere nehmen rund 1000 Euro. Dann ist der Luxus natürlich vorprogrammiert und man muss sich um Sauna, Whirlpool und Bar keine Sorgen machen.

Eine andere Möglichkeit den Körper in Form zu bringen, ist der regelmäßige Besuch des „Kieser Trainings“. Werner Kieser (75), gebürtiger Schweizer und in jungen Jahren Boxer, „erfand“ diese Art von „medizinischer Kräftigungstherapie“ schon Mitte der 1980er Jahre. Seitdem ist die Zahl seiner Center stetig gestiegen, deutschlandweit auf rund 115. Man konzentriert sich bei Kieser auf das Wesentliche. Ein Raum mit Kraft-Maschinen, dazwischen eine paar Menschen, die still vor sich hin „arbeiten“, keine Musik, spartanische Umkleiden, das war`s. Das Durchschnittsalter der Kunden liegt bei 45 Jahren, 53 Prozent sind Frauen. Alle Studios sind mehr oder weniger gleich ausgestattet. Rund 35 „Exercise-Maschinen“ stehen zur Auswahl, zehn Übungen werden zum individuellen Trainingsprogramm zusammengestellt. Bei Bedarf werden die Maschinen im Programm regelmäßig gewechselt. Die optimale Zeitdauer pro Übung liegt bei 90 Sekunden. Ist der Muskel danach noch nicht ermüdet, steigert der Kunde das Gewicht beim nächsten Training.

Trainiert wird bei Kieser betont langsam und intensiv. Im Anschluss an das halbstündige Training sollte dem Körper eine Erholungsphase von ca. 48 Stunden gegönnt werden. Auch beim Kieser Training ist die Regelmäßigkeit wichtig, mit der trainiert wird – mindestens einmal, höchstens dreimal pro Woche. Nur eins gibt`s nicht bei Kieser: Ausdauertraining. „Das können die Leute woanders machen, am besten draußen an der frischen Luft“, meint der erfolgreiche Unternehmer, „ich gehe fünfmal die Woche mit meinem Hund laufen, zusätzlich zum Krafttraining. Schwimmen, Radfahren, Ski-Langlauf sind genauso gut. Dafür brauche ich keine Geräte, sondern nur den Willen, es regelmäßig zu tun...!“

Wer gar keine Lust und / oder Zeit hat ein Fitnessstudio zu besuchen, für den gibt es die Alternative zu Hause mit den sogenannten „Heimgeräten“ zu trainieren. Grundsätzlich raten Fitness-Experten eher zum „Training unter Aufsicht“. Wer aber völlig unabhängig und zu jeder Tag- und Nachtzeit etwas für seine Gesundheit tun will, kann mit Ergometer und co auch „auf Touren kommen“. Wichtig dabei ist nur die vorherige Fach-Information, eine fortwährende Kontrolle der eigenen Körperhaltung sowie die Wartung des Gerätes. Experten-Tipps dazu gibt`s im Kasten rechts.

Tipps für die Auswahl eines Fitness-Centers:

Räumlichkeiten: hell, gut belüftet, großzügig?
Sauberkeit, Hygiene
Einrichtung funktionell (z.B. ein dämpfender Schwingboden)
Kinderbetreuung?
Angebote im Bereich Entspannung / Wellness?

Beratung / Betreuung: Welche Ausbildung haben die Trainer?
Wie persönlich ist das Probetraining?
Stehen Fachkräfte jederzeit für Fragen zur Verfügung? Werden Anfänger unaufgefordert bei der Übungsausführung kontrolliert?
Dokumentation der Trainingsfortschritte
Zu Beginn des Trainings sollte die Auswertung eines Fitnesstests mit Gesundheits-Check stehen, bei dem Vorschädigungen oder Krankheiten berücksichtigt werden
Freundlichkeit / Hilfsbereitschaft

Geräteausstattung: Sind Geräte entsprechend Ihrem Trainingsziel in
genügend hoher Anzahl vorhanden?
Standfestigkeit / Sicherheit der Geräte
Bedienungskomfort / Zustand der Geräte
Einstellung auf Ihre Körpergröße / Gewichtsab¬stufung
Werden die Geräte regelmäßig gereinigt oder sind Schweißrückstände auf den Polstern?

Atmosphäre / Ambiente: Publikum in Hinsicht auf Altersdurchschnitt, Geschlecht, Outfit
Hintergrundmusik

Weitere wichtige Aspekte: Parkplätze
Öffnungszeiten
Bistro / Service
Kursangebot

Vertrag Kündigungsfrist: max. 6 Wochen
Automatische Verlängerung max. um drei Monate
Sonderkündigungsrecht bei Umzug, Krankheit etc...
(Ein Vergleich mit dem Mustervertrag des DSSV e.V. (Deutscher Sportstudio Verband) ist bei den Verbraucherzentralen möglich)



(Liane Rapp)


 


 

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