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Flüchtlinge

Gesucht: Unternehmer mit Weitsicht

Seit 2015 ist die "Flüchtlingshilfe Solingen e. V." aktiv. Ihr Heart-Line-Café dient Neubürgern als Anlaufpunkt. Vereinsvorsitzende Saskia Frings fordert die Bergischen Unternehmer auf, sich mehr zu engagieren - u. a., indem sie Praktikums- und Arbeitsplätze anbieten.

Im Herbst 2015 gründete die Solingerin Saskia Frings zusammen mit anderen Engagierten die "Flüchtlingshilfe Solingen e.V.". Sie wollte einfach helfen - Kleider sammeln, bei Behördengängen oder beim Arztbesuch unterstützen, den Dialog fördern. Oft dauert(e) es viele Monate, bis die Menschen, die beim Verein Hilfe suchten und suchen, Bescheid vom BAMF bekamen/bekommen, bis ihr vorläufiger Aufenthalt gesichert war oder ist und sie sich auf die Suche nach einer Wohnung machen, sie renovieren und einrichten können.

"Die Wirtschaft schläft!"

Das größte Problem aber sieht Saskia Frings, die mittlerweile eine Menge Mitstreiter um sich versammelt und mit dem Heart Line-Café am Ufergarten in der Innenstadt einen Anlaufpunkt für neue und "alte" Solinger etabliert hat, im erzwungenen Nichtstun der Flüchtlinge. "Ziel ist doch, ein einvernehmliches Zusammenleben. Um dies zu erreichen, braucht "es aber eine Aufgabe, Arbeit. Viele Geflüchtete begleiten wir nunmehr seit fast zwei Jahren. Fast alle haben gut Deutsch gelernt und suchen nun auf dem hiesigen Arbeitsmarkt einen Einstieg", sagt Saskia Frings. "Bei uns verkehren Bauingenieure aus Afghanistan, Ärzte und Apotheker aus Syrien und dem Irak, IT-Spezialisten, auch Englisch- und Chemielehrer, also Menschen, die studiert und ihren Ländern vor dem Krieg gut gelebt haben. Bei uns aber stecken sie nun fest, es geht nicht weiter, und das seit über zwei Jahren. Sie sitzen herum und wollen doch unbedingt etwas machen. Ich finde: Die Wirtschaft schläft!"

Ihrer Meinung nach seien viele "Neu-Bürger" mit großer Motivation dabei, zeigten in Gesprächen mit ihr und den vielen Ehrenamtlern eine große Wissbegier und verdienten eine Chance. "Wir müssen ihnen doch auch Möglichkeiten geben, sich zu integrieren, wie soll das sonst gelingen?", fragt sich die Solingerin.

Jockel Brandschutztechnik aus Köln hilft

Saskia Frings fordert: "Lasst die neuen Bürger ein Praktikum machen und probiert es gemeinsam mit Eurer Belegschaft aus. Werdet wach, liebe Unternehmer!" Als Beispiel erzählt sie von Zakwan, der aus Aleppo kommt. Dort hat er in leitender Funktion für den drittgrößten Hersteller von Feuerlöschern gearbeitet. Also telefonierten die Helfer des Vereins alle hiesigen Brandschutzunternehmen ab. Mit Erfolg: die Firma Jockel in Köln ermöglichte ein zweiwöchiges Praktikum. Während des gesamten Prozesses wurde Zakwan von einem Paten begleitet, der Ansprechpartner bei Fragen und Problemen war. So konnte er das Praktikum erfolgreich absolvieren und bekam eine Festanstellung.

Wer im Raum Solingen Mitarbeiter sucht und sich vorstellen kann, auch Flüchtlinge zu beschäftigen bzw. ihnen ein Praktikum anzubieten, der kann sich melden unter [email protected] oder Tel. 0177-4433647. 

Der Verein ist auf Spenden und finanzielle Unterstützung angewiesen. Unternehmen, die das Engagement von Saskia Frings und des Vereins unterstützen wollen, können spenden auf das Konto der Flüchtlingshilfe Solingen e. V.  DE90 3425 0000 0001 5815 45.

(Liane Rapp)


 


 

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