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Die Region und der Klimawandel

Rund 800 Quadratkilometer groß ist das Einzugsgebiet des Wupperverbandes. Zum Jahresstart stellten die Verantwortlichen anstehende Projekte vor. Im Fokus: die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser.

Zum Jahresauftakt stellte der Wupperverband die bevorstehenden Aufgaben und Herausforderungen für das Jahr 2020 vor. Zu den zentralen Themen des Verbandes gehören demnach zum einen die Kooperation mit Mitgliedern und Partnern sowie die Klimaveränderungen und ihre Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft.

Talsperren flexibler bewirtschaften

In den letzten Jahren waren die Auswirkungen von Klimaveränderungen im Wuppergebiet bereits deutlich spürbar. Extreme Starkregen, Stürme und längere Trockenperioden treten häufiger auf und die Niederschlagsverteilung im Jahresverlauf verändert sich. Um sich auf diese veränderten Randbedingungen einzustellen, steht beim Wupperverband unter anderem die Anpassung des Talsperrenmanagements im Fokus. Talsperren flexibler zu bewirtschaften ist hier das Ziel des Verbandes. So sollen die Verbundmöglichkeiten der Wupperverbandstalsperren stärker genutzt werden. Die Bewirtschaftung von Wupper- und Bever- Talsperre als große Brauchwassertalsperren am Oberlauf der Wupper wird beispielsweise enger verzahnt.

An der Großen Dhünn-Talsperre wurde der Wasservorrat dieser Trinkwassertalsperre in 2019 durch eine maßvoll reduzierte Wasserabgabe an den Flusslauf Dhünn geschont. Langfristig will der Wupperverband eine flexiblere und an die sehr dynamischen klimatischen Gegebenheiten angepasste Steuerung dieser Talsperre erreichen. Hierzu wird er in diesem Jahr einen Antrag bei der Aufsichtsbehörde stellen, die derzeit sehr starren Steuerungsregeln aus der Planfeststellung der Talsperre herauszulösen und in Betriebspläne mit neuen Regelungen zu fassen. Dies eröffnet die Möglichkeit, auf Klimaveränderungen kurzfristig und flexibel zu reagieren.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind sehr massiv auch im Forst des Wupperverbandes spürbar. Die Aufarbeitung der Schäden durch Trockenheit und Borkenkäferplage ist eine Mammutaufgabe, die den Forstbetrieb noch über Jahre beschäftigen wird. Die Entwicklung eines an Klimaveränderungen möglichst optimal angepassten Waldbestandes ist hier die Zukunftsaufgabe.

Projekte in 2020

In 2020 stehen für den Wupperverband Projekte wie die Hochwasservorsorge sowie die Siedlungswasserwirtschaft an.
Das Ziel, natürlichere Strukturen an der Wupper und ihren Nebenbächen zu schaffen, verfolgt der Wupperverband mit weiteren Projekten. Für 2020 werden u.a. die Wupper-Abschnitte Döppersberg und Werksgelände Bayer in Kooperation mit der Stadt Wuppertal geplant. 

Die Arbeiten für den Hochwasserschutz am Eschbach in Solingen-Unterburg sollen im späten Frühjahr 2020 zum Abschluss kommen. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten zur Neuverrohrung der Schwelme starten, um den Hochwasserschutz im Bereich der ehemaligen Schwelmer Eisenwerke zu verbessern. Für ein kombiniertes Hochwasser- und Regenrückhaltebecken am Hotspot Mirker Bach in Wuppertal soll in diesem Jahr eine mit allen Beteiligten abgestimmte, genehmigungsreife Planung erarbeitet werden. 

  • Im Bereich Siedlungswasserwirtschaft stehen u.a. Inspektionen und eine Sanierungsplanung an diversen Sammlern auf der Agenda, z.B. der Murbach- und Wuppersammler.
  • Auf der Klärschlammlagerfläche in Kohlfurth wird der Wupperverband mit Sicherungsmaßnahmen beginnen. Über einen Zeitraum von 8-10 Jahren wird die Lagerfläche schrittweise mit Erdmaterial abgedeckt.
  • Die Gemeinschaftskläranlage Leverkusen wird von Currenta und Wupperverband seit vielen Jahren gemeinsam betrieben. Der in 2018 geschlossene Vertrag setzt die bewährte Zusammenarbeit bis 2031 fort. Die Gremien haben den Wupperverband beauftragt, frühzeitig in 2022 eine Entscheidung über die Weiterführung der Kooperation oder die Variante einer separaten Abwasserbehandlung herbeizuführen. Als Grundlage für diese Entscheidung wird der Wupperverband daher die Alternativoption Neubau einer separaten kommunalen Kläranlage prüfen.
Der Wupperverband wurde 1930 gegründet mit der Zielsetzung, die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im 813 km² großen Einzugsgebiet der Wupper über kommunale Grenzen hinweg zu erfüllen. Für den Verband stehen als öffentlich-rechtliches Unternehmen nicht Gewinnorientierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser im Mittelpunkt. Der Wupperverband betreibt 14 Talsperren, 11 Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, z. B. Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Er unterhält insgesamt rund 2.000 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet.

(Redaktion)


 


 

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