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Fachkräftereport 2018

Aktuelle Zahlen bestätigen eine negative Entwicklung - auch im Bergischen. IHK NRW legt Plan zur Fachkräftesicherung vor. Im Bergischen hilft die IHK zum Beispiel bei der "passgenauen" Azubisuche.

Die Suche nach geeigneten Fachkräften wird für Unternehmen immer schwieriger. Das ist das Ergebnis des Fachkräftereportes 2018, den IHK NRW, der Zusammenschluss der Industrie- und Handelskammern des Landes, im Dezember vorlegte. Demnach werden der NRW-Wirtschaft im Jahr 2030 rund 738.000 Fachkräfte fehlen. Im Bergischen Städtedreieck werden es rund 26.900 sein.

Aktuell stehen im Bezirk der Bergischen IHK etwa 188.000 qualifizierte Fachkräfte in Industrie, Handel sowie im Dienstleistungsbereich zur Verfügung. Demgegenüber stehen 199.000 Stellen. Das ergibt einen Engpass von 5,5 Prozent. Bis zum Jahr 2030 wird dieser Engpass auf 15,7 Prozent steigen, so die aktuellen Prognosen. In NRW sollen demnach "nur" 13,7 Prozent Zuwachs sein.

Sowohl das Angebot (die Fachkräfte) als auch die Nachfrage (die Jobs) werden zurückgehen - das Angebot jedoch spürbar stärker. Grund ist vor allem der demografische Wandel: Immer kleinere Jahrgänge wachsen in den Arbeitsmarkt nach, während immer mehr Menschen ihn in Richtung Ruhestand verlassen. „Der Rückgang in der Nachfrage ist in erster Linie eine Reaktion der Unternehmen auf den wachsenden Fachkräftemangel“, sagt Thomas Meyer, Präsident von IHK NRW und der Bergischen IHK. „Die Wirtschaft versucht, ihre Fachkräftenachfrage anzupassen, beispielsweise durch Automatisierung, Prozessoptimierung und Innovationen.“

Schon heute geben bundesweit 62 Prozent der Unternehmen an, dass der Fachkräftemangel ihre größte Sorge ist. Dieses Problem steht für die Wirtschaft damit mit Abstand an erster Stelle. Immer mehr zur „Mangelware“ werden vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte. Aktuell machen sie in NRW etwa 317.000 (im Bergischen 10.000) oder 87 Prozent (im Städtedreieck 88 Prozent) aller fehlenden Fachkräfte aus. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl auf 671.000 (im Städtedreieck: 25.000) oder dann 91 Prozent (93 im Bergischen) steigen. Dagegen wird der Anteil der fehlenden akademisch Qualifizierten in NRW von 13 auf neun Prozent und im Bergischen Städtedreieck von 12 auf sieben Prozent sinken.

7-Punkt-Plan der IHK NRW

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, hat die IHK NRW einen 7-Punkte-Plan vorgelegt. So soll die duale Ausbildung - vor allem in Verbindung mit der höheren Berufsbildung - als gleichwertige Alternative zum Studium positioniert werden. Gleichzeitig soll die Ausbildungsreife der Jugendlichen, die Unterstützung benötigen, noch besser gefördert und die berufliche Integration von Flüchtlingen verstärkt werden. Erhöhte Mobilität und Flexibilität auf beiden Seiten sollen Ausbildungsplatzsuchende und Ausbildungsplätze besser zusammenbringen. Dazu soll eine verstärkte Nachqualifizierung und Ungelernten, die Steigerung der Erwerbsquote von jungen Eltern und älteren Fachkräften sowie eine gezielte Fachkräfte-Zuwanderung kommen. „Das Ausmaß des Fachkräfterisikos ist so groß, dass wir es uns nicht erlauben können, nur einzelne Maßnahmen umzusetzen, wir brauchen das gesamte Paket“, so Thomas Meyer.

IHK hilft Unternehmen bei der Azubi-Suche

Auch Azubis spielen in diesem Kontext eine große Rolle. Ein neues Angebot in diese Richtung, das die Bergischen IHK den ihr angeschlossenen Unternehmen macht, heißt „Passgenaue Besetzung“. Damit will sie dabei helfen, geeignete Azubis zu finden. Seit dem Jahreswechsel hilft IHK-Beraterin Miriam Schöpp (T. 0202 2490-833, [email protected]) Unternehmen bei der Talentsuche.

Gemeinsam mit den Personalverantwortlichen der Unternehmen erarbeitet sie ein Profil der jeweiligen Ausbildungsstelle sowie ein Azubi-Anforderungsprofil. Sie übernimmt die Bewerbersuche und trifft eine Vorauswahl. Die Unternehmen erhalten dann eine Vorschlagsliste mit geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern. Darüber hinaus unterstützt die IHK-Beraterin bei den Formalitäten rund um den Abschluss eines Ausbildungsvertrages.

Das Programm „Passgenaue Besetzung – Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie bei der Integration von ausländischen Fachkräften“ wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

(Redaktion)


 


 

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