Weitere Artikel
Inklusion

Policks Backstube zeigt Engagement

Für Menschen mit einer Schwerbehinderung ist der Weg in die Beschäftigung nicht leicht. Ein Wuppertaler Unternehmen zeigt, wie es gelingen kann.

„Menschen mit Handicap werden als Fachkräfte leider oft vergessen und haben immer noch Schwierigkeiten, auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzukommen. Dabei sind sie nicht weniger leistungsfähig. Vielmehr sind Menschen mit Behinderung – am richtigen Arbeitsplatz – sehr motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Chance nutzen“, so Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Das Gleiche gilt seiner Aussage nach auch für junge Menschen mit einer Behinderung, die einen Ausbildungsplatz suchen. Für sie gibt es die Möglichkeit der Ausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung, die durch die Arbeitsagentur finanziert wird. Dabei handelt es sich um ein reguläres Ausbildungsverhältnis, das lediglich bei einem Träger und in der Regel in Kooperation mit einem Betrieb erfolgt. Die reguläre und vollwertige Prüfung erfolgt schließlich, wie bei allen Ausbildungen, vor der jeweiligen Kammer.

Eingliederungszuschuss möglich

Caroline Jäger, heute Verkäuferin bei Policks Backstube, hat ihre Ausbildung zur Fachpraktikerin im Verkauf in einer solchen außerbetrieblichen Einrichtung gemacht und im Sommer 2016 abgeschlossen. Nach kurzer Arbeitslosigkeit konnte die 24-jährige Wuppertalerin in einem von der Arbeitsagentur finanzierten vierwöchigem Praktikum bei Policks Backstube ihre Leistungsfähigkeit und Motivation unter Beweis stellen. Dabei hat sie ihre Chance genutzt und wurde im November 2016 als Verkäuferin in der Sonnborner Filiale von Policks Backstube befristet eingestellt. Die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal unterstützte die Einstellung mit einem Eingliederungszuschuss.

Bei Policks Backstube in Wuppertal sind derzeit 140 Menschen beschäftigt, darunter acht Menschen mit einer Behinderung. Die Firma Policks Backstube engagiert sich nicht nur bei Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, sondern hier gelingt auch die Inklusion in der täglichen Arbeit. Aufgrund des vorbildlichen Engagements bekam das Unternehmen daher von der IHK das Inklusionszertifikat verliehen. „Arbeitgeber werden in Zukunft neue Wege der Rekrutierung ihres Personals gehen müssen, um ausreichend Fachkräfte für ihre Unternehmen gewinnen, qualifizieren und binden zu können. Gerade in Zeiten des sich abzeichnenden Fachkräftemangels dürfen Menschen mit körperlicher, kognitiver oder seelischer Behinderung nicht ausgegrenzt werden, denn diese tragen ebenfalls zur Sicherung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs bei. Ich wünsche mir, dass die Unternehmen der Region dem Beispiel von Policks Backstube folgen und mehr Mut haben, sich auf Menschen mit Behinderung einzulassen. Ich empfehle den Arbeitgebern, sich bei einem von uns finanzierten Praktikum einen persönlichen Eindruck von den Bewerbern zu machen. Viele gesundheitliche Einschränkungen haben im Arbeitsleben wenig oder keine Auswirkungen und für viele Handicaps gibt es gute Hilfsmittel, die eine Berufstätigkeit unterstützen“, erläutert Martin Klebe.

Beschäftigungspflicht und Ausgleichsabgabe

Gesetzlich verpflichtet sind Arbeitgeber mit mindestens 20 Beschäftigten dazu, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Wer dieser Vorgabe nicht nachkommt, muss eine Ausgleichsabgabe zahlen. Die Höhe dieser Abgabe ist abhängig von der Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen. Trotz dieser Regelung sind im bergischen Städtedreieck derzeit über 1500 Menschen mit einer Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet. Von ihnen hat über die Hälfte eine abgeschlossene Ausbildung. 

Ansprechpartnerinnen für Unternehmen
Die Agentur für Arbeit bietet einen umfassenden Service für Unternehmer, die schwerbehinderte Menschen einstellen möchten. Für Detailfragen und individuelle Beratung stehen den Arbeitgebern zwei Expertinnen der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal zur Verfügung. Sie beraten Arbeitgeber, unterstützen diese bei der Rekrutierung geeigneter Kräfte und erklären Arbeitgebern auch, wie ein Arbeitsplatz entsprechend einer Behinderung technisch gestaltet werden und wie die finanzielle Unterstützung dafür aussehen kann. Für Wuppertal: Lucie Müller Telefon 0202 2828-361, für Solingen und Remscheid: Britta Pfeil Telefon 0212 2355-707.

(Redaktion)


 


 

Menschen
Behinderung
Policks Backstube
Beschäftigten
Wuppertal
Handicap
Arbeitgebern
Arbeitsmarkt
Agentur
Fachkräfte
Ausgleichsabgabe
Arbeit Solingen-Wuppertal

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Menschen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: