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Internationale Beziehungen

Bergischer Zukunftssalon Automotive

Beim 1. Deutsch-Chinesischen Automobilkongress ging es u.a. um die Themen Zukunftsmobilität und Intelligente Produktion.

Ausgesprochen gut war die Stimmung beim ersten Deutsch-Chinesischen Automobilkongress, der am 25. September in der Historischen Stadthalle stattfand. Das hochkarätig besetzte Vortragsprogramm für das Fachpublikum aus beiden Ländern wurde ergänzt durch eine interessante Kongressausstellung und eine extra eingerichtete Matchmaking-Lounge für unternehmerische Kooperationsgespräche. Eine Neuauflage zusammen mit den deutschen und chinesischen Veranstaltungspartnern ist bereits geplant. 

Auf der innovativen Kommunikationsplattform trafen in dieser Form erstmals rund 350 deutsche und chinesische Automobilzulieferer sowie branchennahe Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Dass dieser erste und bisher in Deutschland einmalige Kongress in Wuppertal stattfand, freute auch die Stadtspitze. „Wuppertal steht einmal mehr vorn, wenn es um Kooperation und technischen Fortschritt geht“, so Oberbürgermeister Andreas Mucke in seiner Begrüßung.

Nach der IAA ist vor der IAA

Ziel der Veranstaltungspartner war es, die üblichen deutsch-chinesischen Kongressformate um eine branchenspezifische Variante zu erweitern. Der Zeitpunkt im direkten Anschluss an die IAA in Frankfurt ermöglichte zudem die Einbindung eines internationalen Publikums, gerade auch aus China. Das Land ist schließlich einer der wichtigsten Automärkte weltweit und maßgeblich an den globalen Mobilitätstrends beteiligt. Allein 2016 wurden 28 Millionen Fahrzeuge deutscher Hersteller in China verkauft. Auf der anderen Seite wurde ein Drittel aller Patente im Bereich Hybridtechnologie in Deutschland angemeldet. Neue Technologien sind auch in China auf dem Vormarsch. Nach den USA, Japan und Deutschland ist China die viertgrößte Autobaunation im Bereich E-Mobilität. Lili Tao, stellvertretende Generalkonsulin der Volksrepublik China in Düsseldorf, wandte sich somit an die Gäste: „Es geht um die grüne Zukunft der Automobilindustrie. Sie sitzen hier ganz nah an der Quelle der weiteren gemeinsamen Zusammenarbeit.“

Dass in China die Dynamik von Entwicklung und Produktion von Elektromobilen viel ausgeprägter ist als in Deutschland, war eines der Fazite aus den zahlreichen Fachvorträgen. Gerade bei der Massenproduktion ist man in China weiter. So berichtete der Geschäftsführer der Bejing Automotive Group Europe zum Beispiel, dass das Unternehmen bis Ende des Jahres bereits rund 120 000 Elektromobile produziert haben werde und dass sich Automobilzulieferer genau auf diese Produktion einstellen müssten. 

Globale Trends und Zukunftsmobilität

Über globale Trends in der Automobilbranche sprach Markus Kerkhoff, Geschäftsführer von Delphi Deutschland, die ihren Sitz in Wuppertal hat. Autonomes Fahren sei nicht länger eine Vision, sondern werde auf einer Teststrecke auf den Südhöhen der Stadt schon zur Realität. Weitere Vorträge gab es auch von Patrick Oosterveld, stellvertretender Vertriebsdirektor von BYD Europe, der über
Entwicklungstrends chinesischer Elektromobilität und die damit verbundene eigene Unternehmensstrategie referierte. Mit Dr. Wilfried Beneker stand ein weiterer Geschäftsführer eines international in China tätigen Wuppertaler Unternehmens auf dem Podium. Wie Vorwerk Autotec Industrie 4.0 umsetzt und die weltweiten Produktionsstätten vernetzt und steuert, waren seine Themen. In der anschließenden Paneldiskussion entwickelte sich ein interessanter Dialog zu den länderspezifischen Zukunftswegen im Bereich Automotive.

„Der Dialog mit den chinesischen Unternehmen hat gezeigt“, so Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer der Bergischen Gesellschaft und Mitveranstalter des Kongresses, „ dass wir im Bergischen Städtedreieck gut aufgestellte mittelständische Unternehmen haben, die sich an diesen boomenden Zukunftsmärkten orientieren“. Die Zukunft liege in der Elektro- und Schwarmmobilität – auf die hieraus resultierenden Anforderungen müsse sich auch das Städtedreieck einstellen.

800 Automobilzulieferer in NRW, davon 250 im Bergischen Städtedreieck

Die Einladung an deutsche Unternehmen, in China tätig zu werden, sprach Yaojun Xu aus: „Wir haben einen offenen Markt für ausländische Unternehmen, die bei uns auch Förderungen in Anspruch nehmen können.“ Er ist Direktor der 2014 gegründeten China International Investment Promotion Agency (Germany) und gehörte mit zu den Veranstaltern. Die Idee dazu wurde bei einem Arbeitstreffen mit dem China Competence Center (C³) der Wirtschaftsförderung Wuppertal entwickelt. Als weitere Veranstalter konnten die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft sowie das China Automotive Technology & Research Center und ElektroMobilität.NRW gewonnen werden. Sofort mit an Bord war auch NRW.Invest, Geschäftsführerin Petra Wassner betonte in ihrer Begrüßung die engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und NRW mit seinen rund 800 Unternehmen in der Automobilzuliefererindustrie. „Ziel ist es, NRW zum führenden Zentrum für Elektromobilität auszubauen,“ so Petra Wassner auf dem Kongress.

(Liane Rapp)


 


 

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