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Kinderarmut vor der Haustür

Schlechteste Startbedingungen

„Armer Anfang ist schwer!“ – Eine Kampagne und eine Fachtagung beschäftigen sich in Wuppertal mit dem Thema Kinderarmut

„Kinder haben das Recht auf soziale Sicherheit.“ Punkt. Sein Statement muss der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, allerdings ergänzen: „Trotzdem wachsen in unserem reichen Land ca. 2,5 Millionen Kinder in Armut auf. Als Folge der Armut haben sie schlechtere Chancen auf einen guten Bildungsabschluss, einen schlechteren Gesundheitszustand, schlechtere Wohnbedingungen und sind von der sozio-kulturellen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen. Wir brauchen daher endlich ein nachhaltiges Gesamtkonzept gegen Kinderarmut und eine sozial gerechte Kindergrundsicherung.“ Mit dieser Thematik beschäftigen sich Mitte September neben Heinz Hilgers Vertreter aus Politik, Kultur, Wissenschaft und sozialer Arbeit bei einer Fachtagung in Wuppertal. „Wir möchten einen Beitrag leisten, dass jedes Kind eine Chance auf ein selbstbestimmtes und gesichertes Leben erhält, um zu verhindern, dass unsere Gesellschaft auseinanderfällt.“ Diese Aussage kommt aus dem Hause Alte Feuerwache, und dort sieht man ausgerechnet am Beispiel von Kindern, wie die Gesellschaft (immer weiter) auseinanderfällt.

Probleme und Bedürfnisse von Kindern im Fokus

„Nicht nur wir sehen uns mehr und mehr mit der Problematik konfrontiert, dass Kinder in die Einrichtungen kommen, die zu Hause nicht genug zu essen bekommen, über keine ausreichende Bekleidung verfügen und zunehmend Verwahrlosungstendenzen aufweisen“, informiert der Leiter der Alten Feuerwache, Joachim Heiß. „Die Kinder sind unruhig, können sich nicht konzentrieren, sie fallen durch eine hohe Stressbelastung sowohl im psychischen als auch physischem Bereich auf, was sich einerseits in Traurigkeit, Ängsten und Ärger und andererseits u.a. in Bauch- und Kopfschmerzen ausdrückt. Besorgniserregend hoch sind mittlerweile die Verordnungszahlen von Antipsychotika für Kinder und Jugendliche. Von 2005 bis 2012 sind die Verschreibungen um 41% gestiegen.“ Die Sorge ist richtig groß, und die Alte Feuerwache hat die Kampagne „Armer Anfang ist schwer“ ins Leben gerufen. „Wir möchten eine gesamtgesellschaftliche Diskussion anstoßen. Hierbei möchten wir die Problem- und Bedürfnislage von Kindern in den Fokus rücken, die in der Öffentlichkeit weitestgehend nicht wahrgenommen werden.“ Auftakt ist eine zweitägige Fachtagung Mitte September, weitere Informationen über die Kampagne findet man auf altefeuerwache-wuppertal.de.

(Jörg Degenkolb-Degerli)


 


 

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