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Kooperation

Das Bergische rückt zusammen

Drei Kreise und vier Städte unterzeichneten am Montag im Haus Altenberg in Odenthal eine Kooperationsvereinbarung, in der es um die Zukunft des Bergischen Landes geht.

Was war passiert? Offensichtlich dümpelte eine im Jahr 1949 unterzeichnete Vereinbarung einer "Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Bergisch Land e.V." (KAG) viele Jahre vor sich hin, ohne dass sich die Beteiligten sonderlich darum kümmerten. Dabei hatte schon Johannes Rau sie als "im künftigen Europa der Regionen von wichtiger Bedeutung" eingestuft. Wie dem auch sei - im 70. Jahr des Bestehens erinnerte man sich wieder an diesen Zusammenschluss und verabredete eine "Reaktivierung".

Und so konnte nun nach ersten Treffen und Abstimmungen die so genannte "Altenberger Erklärung" unterzeichnet werden, die die Kooperation der Bergischen Städte und Kreise besiegelt - eine Erklärung, die vermutlich in erster Linie dem gemeinsamen Ziel dient, Fördermittel aus europäischen und bundesweiten Töpfen zu erhalten. "Wir haben uns nun auf den Weg gemacht", erläuterte Tim Kurzbach, Oberbürgermeister von Solingen, "die Zukunft gemeinsam zu gestalten." Als Beispiel für konkrete Projekte nannte er die Themen Mobilität/Verkehrsinfrastruktur und verwies auf die Pendlerströme im Bergischen Land und den angrenzenden Regionen, die es zukunftsweisend und umweltschonend zu steuern gelte. „Wir müssen ein Ausrufezeichen in NRW setzen“, so Tim Kurzbach, der auch stellvertretender Vorsitzender der KAG ist, "und dafür benötigen wir eine starke Vernetzung."

Die bergische DNA wieder entfesseln

Rund 80 politische Vertreter der KAG-Städte Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie des Rheinisch-Bergischen, des Oberbergischen Kreises und des Kreises Mettmann waren beim 35. Parlamentariertreffen vertreten, als der Präsident der Bergischen IHK Wuppertal, Solingen Remscheid, Thomas Meyer, die Stärken des Bergischen Landes resümierte: ein starker, innovativer Industriestandort, mit einer hohen Exportquote und geprägt von vitalen, kleinen und mittleren Unternehmen. „Wir müssen die bergische DNA wieder entfesseln“, forderte er. Um die Region stärker ins Blickfeld der Landesregierung zu rücken, sei es wichtig, die Stimme zu erheben, eine Delegation aus dem Bergischen sollte daher das direkte Gespräch mit dem NRW-Wirtschaftsminister und dem Ministerpräsidenten suchen.

Überparteiliches Bündnis, hohe Vertrauenskultur

„In Zeiten der Globalisierung wollen wir gemeinschaftlich nach vorne gehen, um diesen starken Wirtschafts- und Lebensraum zu entwickeln. Die Altenberger Erklärung ist ein überparteiliches Bündnis mit hoher Vertrauenskultur“, betonte Uwe Richrath, Oberbürgermeister von Leverkusen und Vorsitzender der KAG. Er appellierte an die politischen Vertreter, Inhalt und Idee der Altenberger Erklärung mitzunehmen und im politischen Alltag mitzudenken.

Die Altenberger Erklärung ist ein Instrument dazu. „Als KAG stehen wir dafür ein, unsere Identität als Bergisches Land nicht zu verlieren und gleichwohl die Zukunft neu zu gestalten. (...) Wir werden die Mobilität zwischen dem Bergischen Land und der Rheinschiene vernetzt denken und dafür sorgen, dass neue Bürger im Bergischen Land ihr Zuhause finden können. Wir werden den digitalen Strukturwandel der regionalen Wirtschaft unterstützen und damit neue Lebens- und Arbeitswelten für alle ermöglichen. (...) Wir werden unser Bergisches Land als Freizeit- und Kulturraum profilieren und seine Vielfalt für Touristen, aber auch für Unternehmen und Fachkräfte sichtbar machen. Dafür werden wir gemeinsam regionale und inter-kommunale Projekte entwickeln und uns in der Tradition der KAG gemeinsam um die erforderliche Unterstützung von Land, Bund und EU einsetzen.“ So ein Ausschnitt aus der Erklärung.

(Liane Rapp)


 


 

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