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Kunst

Zukunftsvision aus der Vergangenheit

Mechanische Elemente wie Zahnräder und Uhren, kombiniert mit viktorianisch inspirierter Kleidung, sind die typischen Merkmale des „Steampunk“.

Wer die fantasievollen Kostüme betrachtet, der fühlt sich schnell an die Romane von Jules Verne oder den Kinofilm „Wild Wild West“ erinnert. Doch was sind die Wurzeln dieser immer beliebter werdenden Subkultur?

Neubelebte Science Fiction

In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts belebt das Genre Cyberpunk die Science-Fiction neu. Gleichzeitig werden Geschichten im Geiste Vernes, Shelleys und Wells’, die in viktorianischen Zeiten mit fortgeschrittener Technik spielen, immer beliebter. Der SF-Autor K. W. Jeter schlägt für dieses retro-futuristische Genre den Namen „Steampunk“ vor.

Damit gibt er einem Phänomen einen Namen, das sich bis heute nicht nur gehalten hat, sondern gewachsen ist. Die Anhänger dieser Bewegung greifen das Bild der Zukunft des 19. Jahrhunderts auf und gestalten einen Mix aus technischen und viktorianischen Elementen. Authentizität ist dabei nicht immer zwingend notwendig, Steampunk durchdringt mittlerweile alle medialen Sphären: Typische Merkmale wie dampfbetriebene Blechmänner, kupferne Zahnräder, Zeppeline und die unvermeidlichen dicken Schweißerbrillen (Goggles) finden sich nicht nur in Büchern und Filmen aus dem Genre Science Fiction, sondern auch in der Fantasy oder im Horror.

Szene in Wuppertal

Außerhalb der Literatur haben Steampunk-Elemente in Computerspielen, Spielfilmen und Kinderspielzeug Einzug gehalten, sogar Steampunk-Bands wie Abney Park und eine eigene (Cosplayer-)Szene sind entstanden. Auch in Wuppertal gibt es eine kleine Szene von Steampunkern unterschiedlicher Ausrichtung. Nicole Paul gehört dazu. Sie übt halbtags eine Tätigkeit im Büro aus und widmet sich nebenberuflich der mehr oder weniger authentischen Darstellung von historischen Phänomenen.

Wenn sie als Darstellerin oder als Walking-Act auf Festen und Veranstaltungen unterwegs ist, trägt sie den Pseudonym „Lola Wellington“. „Es ist wirklich eine Kunst, man muss erfinderisch und kreativ werden“, sagt sie. Ihr Kopfschmuck besteht aus einem barocken Dreispitz, einem Objektiv eines alten Fotoapparats und einer selbst gebastelten Uhr. Dazu kombiniert die Wuppertalerin einen Rock vom Flohmarkt mit einer langen Spitzenunterhose. 

Auch der Historiker Heiko Schnickmann, Schriftführer des Bergischen Geschichtsvereins, kann sich für das Genre begeistern und sieht einen klare Bezug zu seiner Stadt: „Als alte Industriestädte bieten Barmen, Elberfeld und die anderen Stadtteile eine schier unzählbare Menge an Industrieanlagen, Gründerzeitvillen, Jugendstilhäusern und romantisierten Parkanlagen, die perfekt mit dem harmonieren, wofür Steampunk steht. 

Der Artikel ist ein gekürzter Auszug aus der neuen Ausgabe der talwaerts, Wuppertals Wochenzeitung. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der neuen Ausgabe, die immer freitags erscheint. Überall, wo es Zeitschriften gibt und unter www.talwaerts-zeitung.de

(Esther Brandt)


 


 

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