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Solinger Jugendstadtrat zu Gast im "Zentrum für verfolgte Künste"

Museumsdirektor Dr. Rolf Jessewitsch führte die Jugendlichen durch die Räumlichkeiten und erläuterte Hintergründe des Zentrums und der Kunstwerke. Im offenen Gedankenaustausch ging es um Engagement für Demokratisches Denken und Handeln.

Beeindruckt und bewegt – so verließen die Mitglieder des Solinger Jugendstadtrats das "Zentrum für verfolgte Künste" im Kunstmuseum in Solingen-Gräfrath nach einer über zweistündigen Führung und Gesprächsrunde. „Die persönlichen Schicksale hinter den Bildern öffnen die Augen. Ich sehe das Gemalte jetzt anders und kann es gar nicht mehr vom Künstler trennen und dem, was er erleben musste“, fasste etwa einer der jungen Besucher seine Empfindungen zusammen. Neben den Werken verfolgter Künstlerinnen und Künstler aus der Zeit der Nazi-Diktatur fand besonders die Verbindung mit der aktuellen Flüchtlingsbewegung durch zeitgenössische Darstellungen wie Cartoons und Kollagen großes Interesse.

Museumsdirektor Dr. Rolf Jessewitsch hatte den Jugendstadtrat eingeladen und in einem Rundgang durch alle Abteilungen die Gründungsgeschichte des Zentrums, seine Aufgaben und Ziele erläutert. Bücherverbrennungen durch die Nazis, dokumentiert in der Literatursammlung, waren ebenso Thema wie Berufsverbote, Flucht, Kunst und Leben im Exil, die Diffamierung von Kulturschaffenden als „entartet“ bis hin zu ihrer Vernichtung und deren oft vergebliche Versuche, nach dem zweiten Weltkrieg im Kunstbetrieb wieder Fuß zu fassen. Am Beispiel des Solinger Malers Georg Meistermann wurde ein Künstlerschicksal plastisch und nachvollziehbar dargestellt.

Jugendstadtrat: gelebte Demokratie und Verantwortung

„Der Jugendstadtrat ist ein Teil gelebter Demokratie und Verantwortung, ich danke allen, die sich so aktiv für die Gesellschaft engagieren“, betonte Jessewitsch. In einem offenen Gedankenaustausch nach der Führung war man sich einig, dass es sinnvoll und notwendig sei, aufmerksames, kritisches Denken und Handeln durch Kontakte demokratischer Institutionen zu vernetzen. Aber auch um praktische Fragen ging es: die Finanzierung des Zentrums, Herkunft der Bilder, Recherche, Öffentlichkeitsarbeit oder Möglichkeiten, Führungen und Workshops direkt in den Schulunterricht einzubeziehen. Nicht zuletzt wies der Museumsleiter darauf hin, dass bis zum Alter von 18 Jahren kein Eintritt erhoben wird.

(Liane Rapp)


 


 

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