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Bergischer Unternehmerabend zum Thema Bankenkrise

Unter dem Motto „10 Jahre nach der Finanzkrise – Was hat sich in der Zusammenarbeit zwischen Banken und Firmenkunden verändert?“ sprachen Vertreter verschiedener Kreditinstitute über die Unsicherheiten und Chancen, die aus dieser Zeit resultieren.

Zahlreiche Wuppertaler Unternehmerinnen und Unternehmer folgten in der letzten Woche der Einladung der Wuppertaler Wirtschaftsjunioren und der K.A. Schermsal GmbH & Co. KG zum Bergischen Unternehmerabend. Der Impulsvortrag von Prof. André Betzer, der die Entstehung und rasante Entwicklung der Immobilienkrise beleuchtete, sowie die anschließende Diskussion regten das Publikum zum aktiven Austausch an.

Die Vertreter der Kreditinstitute waren der einhelligen Meinung, dass die globalen Auswirkungen und das Ausmaß der Krise aufgrund positiver Wirtschaftsprognosen nicht absehbar gewesen seien. Ein Thema war auch das Immobiliengeschäft in Deutschland, das auf deutlich sicheren Beinen stehe. „Der deutsche Häuslebauer kämpft um sein Haus, weil er persönlich haftet. Ohnehin sind die Vergabekriterien der Immobilienkredite sehr an die Bonität, also auch an die finanzielle Situation der Kreditnehmer, gekoppelt und eine Besicherung ist durch die Immobilie gegeben“, so Andreas Otto, Mitarbeiter der Volksbank im Bergischen Land eG.

Quo vadis, Niedrigzinspolitik?!

Auch die aus dieser Krise resultierende Niedrigzinspolitik wurde thematisiert, die Kreditnehmern zunächst interessant erscheine, auf Dauer aber als Herausforderung wahrgenommen werde. Die Frage nach der Entwicklung des gewerblichen Kreditgeschäftes vor dem Hintergrund der Zinspolitik sei nicht das ausschlaggebende, einzige Kriterium für Unternehmen, zu investieren. Unternehmer investierten, wenn die Aussichten der künftigen Entwicklung positiv ausfielen. „In Deutschland ist man immer sehr vorsichtig und zurückhaltend, dabei sollte man sich bewusst machen ,dass es in 70 Jahren Bundesrepublik Deutschland gerade einmal sieben Jahre mit einer leicht negativen konjunkturellen Entwicklung hierzulande gegeben hat, die in entsprechenden Krisenzeiten wie z.B. der Ölkrise oder eben zur Finanzkrise auftraten“, zog Jochen Welling, Mitarbeiter der Commerzbank AG, Bilanz.

Konsequenz: Die Kreditinstitute sehen sich heute einer deutlich umfassenderen Gemengelage an Vorschriften ausgesetzt als noch vor zehn bis 15 Jahren. Darüber hinaus gebe es viele Vorschriften wie das Geldwäschegesetz und Know Your Customer, bei denen sich noch zeigen werde, welche sich dauerhaft durchsetzten. „Aktuell scheinen sich die Vorschriften aus dem angelsächsischen Raum am ehesten durchzusetzen“, schätzt Heinz-Gerhard Strotkötter, Mitarbeiter der Deutsche Bank AG, die aktuelle Rechtslage ein.

Alle Vertreter der Kreditinstitute waren sich einig, dass die Branche mit sehr viel Bewegung zu rechnen habe. Den Kunden sei es wichtig, ihre Bank über vielfältige Zugangswege zu erreichen: Heutzutage tätige der Kunde die meisten Transaktionen online, davon die Hälfte über Banking-Apps auf dem Smartphone oder Tablet. „Entscheidend wird das Nachfrageverhalten der Kunden“, so Gunter Wölfges auf die Frage nach der Perspektive für die nächsten Jahre.

„Über die rege Teilnahme und den aktiven Austausch der Unternehmerinnen und Unternehmer mit dem Podium haben wir uns sehr gefreut. Es zeigt die nach wie vor hohe Relevanz des Themas sowie die Unsicherheiten und Chancen, die aus dieser Zeit resultieren“, zog Patricia Knauf-Varnhorst, Kreissprecherin der Wirtschaftsjunioren Wuppertal, eine positive Bilanz des Abends.

(Redaktion)


 


 

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