Sie sind hier: Startseite Bergisches Land Finanzen Finanzierung
Weitere Artikel
Primark

Billigware gut für´s Image?

Das Gelände des Wuppertaler Hauptbahnhofs, das zur Zeit am ehesten einer Mondlandschaft ähnelt soll ein ansprechenderes Gesicht erhalten. Doch ist es ratsam, am Eingangstor zur Stadt einen Primark-Discounter zu eröffnen?

Der Investorenkubus gegenüber der Bahnhofsdirektion kommt. Und so zieht voraussichtlich auch der Mode-Discounter Primark als Ankermieter direkt neben den Bahnhof. Doch sind auch die Bürger glücklich mit diesem Ergebnis? Anlässlich dieser Frage nahmen mehr als 500 Wuppertaler an einer Umfrage teil. 82 Prozent von ihnen sagten: Nein, wir wünschen uns an dieser Stelle etwas Hochwertigeres. Zu billig sei das Image von Primark, hört man, zu kritisierungswürdig dessen Produktionsbedingungen in Entwicklungsländern, zu gesichtslos die Architektur seiner Filialen und außerdem: eine Bedrohung für den bestehenden Einzelhandel. Repräsentativ ist so ein Ergebnis zwar nicht, es lässt aber durchaus vermuten, dass der Rückhalt für ein Investorenprojekt rund um die Modekette Primark in der Bevölkerung doch nicht ganz so groß ist wie im Rat.

Zwei Bänke, sonst nichts

Warum also braucht die Stadt den Investor Signature Capital samt seinem Mieter Primark? Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig wies vor allem auf die architektonischen Gesichtspunkte des Investorengebäudes hin. Immerhin bringt der Investor neben dem Kubus gegenüber der Bahndirektion auch eine Geschäftszeile mit sich, die die neue B7 überbrückt: „Was wäre denn, wenn wir den Investor dort nicht hätten? Dann wäre dort eine Wiese und zwei Bänke, sonst nichts.“ so Slawig. Noch weniger als auf die Architektur des Gebäudes will man auf die Kaufkraft verzichten, die das neue Gebäude nach Wuppertal locken soll, die Arbeitsplätze, die man sich hier verspricht. Und nicht zuletzt: auf das Geld, das der Investor in die leeren Stadtkassen spülen soll. 

Blutige Kleider

Und so kommt es nicht ganz ungelegen, wenn der Stadtverordnete Bernhard Sander von der Linkspartei seine Rede im Rat mit den Worten beendet:„Vergessen Sie nicht, an diesen Kleidern hängt auch Blut.“Auch wenn Sander Recht hat, ist es zu kurz gegriffen, das Dilemma mit den Produktionsbedingungen in Entwicklungsländern auf den Namen Primark zu reduzieren. Dennoch bleibt die Frage, ob Signature Capital mit seinem Ankermieter Primark die richtige Wahl für den neuen Döppersberg ist.

Gekürzte Fassung. Den vollständigen Artikel finden Sie in der Wuppertaler Wochenzeitung talwaerts. Immer freitags für 1,90 Euro überall, wo es Zeitschriften gibt und für 8,90 Euro im Monatsabo: www.talwaerts-zeitung.de

(Esther Brandt)


 


 

talwerts
Primark
Döppersberg
Image
Signature Capital
Bernhard Sander
Dr. Johannes Slawig

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "talwerts" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: