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  • 24.10.2013, 09:05 Uhr
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PwC-Studie

Es muss nicht immer ein Master sein

Aufgrund des drohenden Fachkräftemangels ist eine gezielte Förderung und effizientere Gestaltung berufsqualifizierender Studiengänge unumgänglich. Das zeigt eine Studie von PriceWaterhouseCoopers und des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitutes.

Die akademische Ausbildung in Deutschland muss angesichts des drohenden Fachkräfte- mangels und knapper finanzieller Ressourcen effizienter gestaltet werden. Notwendig ist insbesondere eine gezielte Förderung berufsqualifizierender Studiengänge und der entsprechenden Abschlüsse. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC gemeinsam mit dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) vorgestellt hat. Der weitere staatlich finanzierte Ausbau von Masterstudiengängen sollte sich stärker als bisher am tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarktes orientieren. "Dem Bachelor haftet zu Unrecht noch immer das Klischee 'Abschluss zweiter Klasse' an. Die meisten Studierenden streben einen Master-Abschluss an, obwohl viele mit dem Bachelor bereits ausreichend für den Arbeitsmarkt qualifiziert sind. Das ist aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll und führt bei vielen Master-Absolventen zu einer enttäuschenden, weil unterqualifizierten Beschäftigung", kommentiert Norbert Winkeljohann von PwC.

Mehr Orientierung im Fächerdschungel

Für eine stärkere Differenzierung zwischen berufsqualifizierenden und eher wissenschaftlich orientierten Studiengängen spricht auch die nach wie vor hohe Abbrecherquote. Während an den Universitäten etwa 30 Prozent der Studienanfänger keinen Abschluss machen, liegt die Quote an den Fachhochschulen nur bei rund 17 Prozent. Studenten, die eine berufs- und anwendungsbezogene Ausbildung suchen, sind an einer Fachhochschule offensichtlich besser aufgehoben. Mehr Effizienz in der akademischen Ausbildung hängt jedoch nicht nur von der Entscheidung zwischen Bachelor und Master ab, sondern auch von der Wahl des Studiengangs. Aktuell gibt es bundesweit gut 16.000 Studienangebote, 2008 waren es nur 11.000. Die Studieninhalte und Qualifikationen sind kaum noch zu überblicken und für Arbeitgeber häufig kaum zu differenzieren. Vor allem bei den Master-Studiengängen ist das Risiko für Studierende hoch, Wissen zu erwerben, das auf dem Arbeitsmarkt keinen Wettbewerbsvorteil bietet.

Duale Studienangebote fördern

Um die vorhandenen Ressourcen in der akademischen Ausbildung effizienter zu nutzen, sollten Unternehmen und Bildungseinrichtungen zudem stärker bei so genannten dualen Studiengängen zusammenarbeiten. Je nach Ausprägung bietet das duale Modell viele Vorteile: Es ermöglicht Studierenden eine Finanzierung des Studiums und verzahnt Theorie und Praxis. Die Unternehmen stellen durch ihr Engagement sicher, dass sie passgenau ausgebildete Fachkräfte erhalten, und die Hochschulen profitieren von zusätzlicher finanzieller Unterstützung sowie fachlichen Impulsen aus der Wirtschaft.

Horst Harguth, Direktor der Düsseldorfer Akademie für Marketing-Kommunikation, kommentiert die Studie: „Die Ergebnisse der Studie erleben wir an unserer Praxisakademie jeden Tag. Wir haben hier zahlreiche frustrierte Studienabbrecher, die keinen Sinn mehr in einer Fortsetzung ihres Studiums gesehen haben. Außerdem haben wir Studenten, die bereits einen Bachelor oder sogar Master haben, dann aber feststellen, dass ihr Studium sie nicht auf die berufliche Praxis vorbereitet hat. Daher begrüßen wir auch die Bildungsscheck-Initiative des Landes NRW, die hinsichtlich der Förderung in die richtige Richtung geht. Und wer auf das Praxisstudium an der DAMK noch einen Bachelor setzen will, der kann die 60 erworbenen ECTS-Punkte an jeder Hochschule anrechnen lassen und verliert damit nicht einmal Zeit.“

(Redaktion)


 


 

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