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Stadtentwicklung

In Loh geht’s los

Ein Quartier auf der Kippe zwischen Leerstand und Aufbruch.

Das Wuppertaler Wohnquartier Loh besticht nicht gerade durch ein besonders lebendiges Erscheinungsbild. Vor allem leerstehende Ladenlokale prägen seit einigen Jahren die Atmosphäre eher negativ. „Als der große Spielplatz gegenüber der Schwebebahnhaltestelle umgebaut wurde, sind viele hier zugrunde gegangen.", sagt Franz Wagner, der sich allen Schwierigkeiten zum Trotz mit seinem Schuhfachhandel halten kann. „Als Hausbesitzer muss man sich bewusst machen, dass der kleine Metzger oder Bäcker erst mal nicht mehr kommen wird, um Ladenlokale zu mieten“, sagt Andreas Mucke, Chef des Wuppertaler Büros für Quartier-Entwicklung. Dieses wirbt für Zwischennutzungen. So seien wenigstens die Schaufenster belebt. Künstler nehmen dieses Angebot wahr, ebenso aber Gewerbetreibende, deren Hauptsitz an gänzlich anderer Stelle der Stadt angesiedelt ist. Lokale Strukturen werden für diesen Prozess genutzt. So konnte durch die muslimische Gemeinde vor Ort das ein oder andere Lokal mit neuem Leben gefüllt werden.

Geduld ist Trumpf

Nach innovativen Lösungen für die derzeitigen Missstände, sucht auch Wilfried Klein, der seit 2012 Erster Vorsitzender des Unterbarmer Bürgervereins ist. Dieser sieht den aktuellen Herausforderungen optimistisch entgegen. Sehr viel habe sich innerhalb der letzten zwei Jahre getan. Allein das so genannte Löschcafé sei Beleg dafür, ebenso die inzwischen fertig gestellte Junior Uni. Geduld ist für den zukünftigen Verlauf der Veränderungen dabei allerdings immer ein guter Ratgeber. Das gilt nicht nur für den wirtschaftlichen Erfolg von Geschäften, sondern auch für die Entwicklung des Stadtteilgesichts. Das Erscheinungsbild des Gebäudebestands prägt das Quartier maßgeblich. Laut Mucke liegen zwischen einer ersten Sanierungsberatung und dem tatsächlichen Umbau eines Hauses zehn Jahre. Die langwierigen Einzelgespräche mit den Hauseigentümern hat auch Klein bestens in Erinnerung. Sichtbare Zeichen der Intensivbetreuung sind vor allem ein paar neue Fassadenanstriche durch Hausbesitzer – Vorreiter – Mit ein bisschen Glück Trendsetter. 

Rückzug und Vorwärtsstreben

Dennnoch bleibt die große Investitionsflut am Loh aus. Doch zehn Jahre sind lang; seit den ersten Gesprächsrunden am Loh sind nicht einmal zwei Jahre vergangen. Nun heißt es abwarten. Die Quartier-Entwicklung hat sich vom Loh zurückgezogen, Geld, das einst als Überhang aus dem Stadtumbau West zur Verfügung stand, ist aufgebraucht. Niederschmetternd findet Klein den Rückzug der Quartier-Entwicklung nicht. „Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe, schließlich können wir nicht für immer den Loh betreuen. Uns ist es wichtig, die Akteure vor Ort zu vernetzen und einen Prozess der Auseinandersetzung in Gang zu bringen.“ 

Weiter geht´s

Momentan plant der Bürgerverein eine Weihnachtsaktion für den Loher Platz. Die dortige alte Uhr ist inzwischen Standort für Aushänge, die über Entwicklungen und Pläne für das Quartier informieren. Auch eine bald fertiggestellte Trasse, die weitere Belebung schaffen soll, betrachtet Mucke als positiven Faktor. „Im Grunde gehe ich ja von der Trasse durchs Quartier zur Junior Uni. Das macht den Loh zum Familienquartier. Dieses Potenzial muss jetzt genutzt werden, […].“ Um dem Quartier künftig ein zumindest neutrales, wenn nicht positives Image zu geben, ist noch viel zu tun. „Wir haben hier sehr schönen Wohnraum in Altbauten zu günstigen Preisen“, so Klein. Hinterhöfe ließen sich vor allem als Ateliers nutzen, was den Künstlern, die sich im Quartier angesiedelt haben, bestimmt gefallen dürfte.

Gekürzte Fassung. Den vollständigen Artikel finden Sie in der Wuppertaler Wochenzeitung talwaerts. Immer freitags für 1,90 Euro überall, wo es Zeitschriften gibt und für 8,90 Euro im Monatsabo: www.talwaerts-zeitung.de

(Esther Brandt)


 


 

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