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Reisetipp: Palma de Mallorca

Summer in the City

In der Altstadt von Palma machen jeden Dienstagabend etliche Bars und Kneipen bei der "ruta martiana" mit. Da gibt es Tapas und ein "Bierchen" - „Zurito + Pincho“ - für 2,50 Euro.

Offiziell endet die „ruta martiana“ um 23 Uhr. Doch nicht alle haben um diese Uhrzeit schon genug vom Schlemmen und Schlendern, vom Probieren und Plaudern. Dienstagsabends herrscht in Palmas Altstadtviertel Sa Gerreria entspanntes Treiben: spanische Studenten ebenso wie Touristen in kleinen Gruppen und verliebte Paare genehmigen sich vor und in Kneipen und Bars ein Gläschen und einen „Happen“. „Zurito + Pincho“ nennt sich das hier, und bedeutet, dass es in allen Lokalen, die mitmachen, das „Gedeck“ für 2,50 Euro gibt. „Diese kleine Tour durch das ehemalige Rotlichtviertel von Palma wurde 2009 eher aus der Not heraus geboren“, erzählt Marita Acosta von der „Fundación Turismo“, „damals war die Gegend für die normalen Besucher so gut wie tot. Das Angebot aber, für kleines Geld einen Tapa und ein kleines Getränk zu bekommen, zog Leute hierher, die das Besondere, Authentische mögen und heute ist die ruta ein toller Insidertipp, für jung und alt, Hiesige und Auswärtige.“ Den Impuls gab die Kult-Bar „Molta Berra“ (Carrer Pes de la farina, 12), in der der Globetrotter Nacho Summers einen Neustart wagte. Da er auf die Schnelle keinen geeigneten Koch fand, dafür aber ein junges, engagiertes Service-Team, setzte er die Idee mit den „Happen“ um.

Heute machen je nach Saison ein bis zwei Dutzend Bars und Kneipen mit. Eine der bestbesuchten Locations ist das „Cero`58“ an einer Ecke der hübschen Placa Quartera, wo vor allem junge Leute am Tresen stehen oder an kleinen Tischchen sitzen und sich die Häppchen mit Thunfischpaste, Tortilla oder Aioli schmecken lassen. Auch schräg gegenüber im „Gaudi“ sitzen immer viele Leute bei einem „pintxo“ beisammen. Im nächtlichen Schein der Laternen wirken die umliegenden Gassen und Plätze pittoresk. Hier und da wohnen noch die Alteingesessenen, hängt die Wäsche noch quer über der Straße an Leinen. Aber an vielen Stellen wird renoviert, entstehen Luxuswohnungen und, wer weiß, vielleicht ist auch schon hier zwischen den Kirchplätzen Santa Eulàlia und Sant Francesc in wenigen Jahren der Flair dahin.

"Palma ist das Neue"

Die Hauptstadt der Deutschen liebster Urlaubsinsel war immer schon schön, spielte aber in der Beliebtheit der Touristen von Cala Ratjada oder S`Arenal eine eher untergeordnete Rolle. Gut so. Quasi unbemerkt konnte sie sich so entwickeln und bietet heute einer an Kultur und Lebensart interessierten Klientel eine überraschende Vielfalt. Fragt man Insider wie den Gastronom Cristobal Navarro, was denn das Neue sei, so erhält man lächelnd zur Antwort: „Palma ist das Neue.“

Die Hauptstadt mit ihren 400.000 Einwohnern ist laut spanischen Trendforschern im Begriff, Barcelona den Rang abzulaufen. „Palma hat Szene, Historie, Beachclubs und Strände, aber sie ist längst noch nicht so überlaufen wie ihre Schwester am Festland“, meint Marita Acosta, „bei uns ist es weniger hektisch und an vielen Stellen wirkt die Stadt fast ein wenig verschlafen.“ Zu ihren persönlichen Lieblingsplätzen in Palma gehört der „Mercat de l`Olivar“. Denn, so wie man den Fischmarkt in Hamburg oder den Viktualienmarkt in München nicht nur besucht, um frisches Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch zu kaufen, ist auch die größte Markthalle in Palma mit ihren 115 Ständen zu einem angesagten Treffpunkt geworden. Speziell freitags und samstags trifft man sich zum Plausch, nimmt einen Tapa-Snack in einer der Bars in der großen Halle oder besucht das angeschlossene Marktrestaurant. Geöffnet hat der Mercat de l‘Olivar montags bis samstags von 9.00 bis 13.00 Uhr, es gibt aber einige Stände, die bis 16.00 Uhr verkaufen.

Ein Muss: Der Besuch in der Kathedrale La Seu

Überhaupt kann man in Palma ganz wunderbar flanieren. Am besten beginnt man einen Spaziergang durch Palma an der Kirche Santa Cruz nahe des Kunstmuseums Es Baluard, weiter über die Carrer Sant Lorenc bis zur ehemaligen Seehandelsbörse La Llotja, die im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet wurde und heute das ganze Jahr über wechselnde Kunstausstellungen beherbergt. Selbstverständlich muss man sich auch den Königspalast Almudaina und Kathedrale La Seu ansehen. Auch, wenn der Eintritt mit 7 Euro recht happig ist, so lohnt er doch: Bekannte spanische Künstler haben im Innenraum der 1230 begonnenen Kathedrale ihre Spuren hinterlassen: etwa Antoni Gaudí, der u.a. das Altar-Baldachin im Jugendstil gestaltete. Am Morgen ist das Licht, das durch die farbenprächtige mit elf Metern Durchmesser weltweit größte Rosette fällt, geradezu magisch.

Wer Kunst schätzt, wird Palma lieben. Wegen der vielen schönen Galerien und auch wegen der „Fundació March“ (Calle Sant Miquel, 11), wo man gratis moderne Kunst bestaunen kann. Und vor allem, weil hier in der „Fundació Pilar i Joan Miró“ im Südwesten der Stadt, oberhalb der Cala Major (Carrer Saridakis, 29, Zufahrt mit den Buslinien 3 und 46, 6 € Eintritt) etwa 6000 Werke aus dem Nachlass Mirós – Gemälde, Zeichnungen und graphische Werke, aber auch Skulpturen und Objekte – zu sehen sind. Zweimal täglich (12 und 14 Uhr) finden kostenlose Führungen (in Englisch) statt, die äußerst informativ sind. Samstags ist sogar freier Eintritt.

Geheimtipp: das "Art Hotel Palma"

Auf Kunst trifft man auch im „Palma Art Hotel“, das erst im August 2015 eröffnet und doch schon von „Tripadvisor“ zur Nummer 1 unter den Hotels der Hauptstadt gewählt wurde. Einer der bekanntesten Antiquitätenhändler der Insel, Pepe Rubio, verwandelte sein einstiges Ladenlokal in ein gediegenes Foyer mit Rezeption und schönem Frühstücksraum, an die sich ein sonniger Patio anschließt. Aus dem fünfstöckigen Palacio aus dem 19. Jahrhundert wurde ein stilvolles Hotel mit 13 exquisit eingerichteten, hellen und ruhigen Zimmern. „Das Geschäft mit den Antiquitäten ist von Jahr zu Jahr schwieriger geworden“, so der Grandseigneur, „ich aber wollte den Spaß an diesen wunderbaren Gegenständen und Kunstwerken behalten. Also habe ich damit dieses Haus eingerichtet und erfreue mich nun jeden Tag an den wertvollen Einzelstücken.“ Darunter finden sich nicht nur Gemälde großer Künstler, sondern auch wertvolles Mobiliar und Skulpturen. Jedes Zimmer ist anders eingerichtet und eine gelungene Synthese aus modernstem Komfort und geschmackvoll ausgesuchten Sammlerstücken.

Palma reloaded: Übernachtung in einem der 30 Boutique-Hotels

Vor allem in der Vor- und Nachsaison bieten die rund 30 Boutique-Hotels in liebevoll renovierten historischen Stadtpalais` eine wunderbare Alternative zum Strandurlaub. Vom „Art Hotel Palma“ etwa sind es nur wenige Schritte bis zum lebendigen Hauptplatz Palmas, dem Plaza Mayor, wo man auch spätabends noch ein Glas trinken und das Geschehen drum herum beobachten kann. Umgeben von einer Reihe von Säulengängen verbindet der Platz die Haupteinkaufstrassen der Stadt. Die zahlreichen Fußgängerzonen bieten vielfältige Shoppingmöglichkeiten: von hochmodernen Concept Stores wie dem „Rialto Living” an der Carrer Sant Feliu über Designerläden, Galerien in schicken Stadthäusern bis hin zu inhabergeführten kleinen Boutiquen mit einem individuellen (Kunsthandwerker-)Angebot. Ein Gang durch die verwinkelten Gassen der Altstadt vermittelt den guten Eindruck davon, wie viele unterschiedliche Kulturen auf der Mittelmeerinsel im Laufe der Jahrhunderte ihre Spuren hinterließen.

Und abends? Neben der nur dienstags stattfindenden „ruta“ gibt es natürlich jede Menge anderer Vergnügungsmöglichkeiten. Wer die überteuerten Cocktailbars und schicken Diskotheken meiden will, findet etwa im „Jazz Voyeur Club“ in angenehmer Atmosphäre fast jeden Abend handgemachte Live-Musik, neben Jazz auch Funk, Soul und Rockmusik.

Entlang der Uferpromenade: nach Portixol

Wer mal raus will aus der Stadt, leiht sich zum Beispiel bei „NANO Bicycles“ im Viertel Santa Catalina ein Rad für 12 Euro am Tag und erkundet die Küste Richtung S´Arenal auf dem Radweg (one way 14 Kilometer). Schon nach wenigen Minuten erscheint der bekannte Beach Club Nassau, wo man, mit den Füßen im Sand, wahlweise Kaffee oder Wein und Tapas genießen kann. Kurz darauf folgt das Viertel Portixol, einst ein kleines Fischerdorf am Rand der Stadt, heute ein beliebter Ausflugsort der Palmenser, bekannt für seine lange kulinarische Tradition, insbesondere für frischem Fisch und Meeresfrüchte. Von den netten Restaurants aus hat man einen schönen Blick aufs Meer und die traditionellen mallorquinischen Fischerboote, die „Llaüts“.

Nach drei oder vier Tagen ist es dann für den Kurzurlauber auch schon wieder Zeit, in den Flieger gen Heimat zu steigen. Ein letzter wehmütiger Blick aus dem Taxi - im Sonnenlicht glitzert das Meer, eine leichte Brise weht durchs geöffnete Fenster und man möchte die warmen Farben der mediterranen Stadt am liebsten aufsaugen. Zum Glück liegen nur zwei Stunden Flug zwischen hier und dort.

Informationen
Allgemeine Auskünfte findet man unter anderem auf folgenden Websites: www.illesbalears.es/ale/baleareninseln und www.visitpalma.cat/de.
Anreise: Flüge nach Palma de Mallorca gibt es ab ca. 56 Euro hin und zurück. Der Transfer vom Flughafen in die Stadt erfolgt mit dem Taxi (ca. 15 Euro) oder mit der Buslinie 1 (einfacher Fahrschein 3 Euro).

Übernachten:
In Palma gibt es über 30 meist komplett renovierte, schicke Boutique-Hotels. Eines davon ist das „Art Hotel Palma“, das durch seine besonders geschmackvolle Einrichtung und herzliche Atmosphäre überzeugt. Top modern und zugleich mit handverlesenen Antiquitäten bestückt, DZ/Frühstück ab 179 Euro, es gibt Sonder- und Pauschalangebote, Costa d’en Sintes, 6, 07003 Palma de Mallorca, Tel. (34) 871 600 030, E-mail: [email protected], www.artpalmahotel.com.
Wer nicht direkt in, aber in mittelbare Nähe zur Altstadt wohnen möchte, mit Blick aufs Meer bzw. einen kleinen Hafen, dem sei das wunderschöne „Portixol“, Hotel und Restaurant, empfohlen, DZ / Frühstück ab 280 Euro (über www.greatsmallhotels.com). Gelegen auf einer kleinen Landzunge im angesagten, einstigen Fischerviertel, sind es von dem 26 Zimmer-Haus auch nur ein paar Meter bis zum Strand, Pool und Spa vorhanden, Calle Sirena, 27, Tel. (34) 971 271800, [email protected], www.portixol.com.

Essen und Trinken:
In einem antiken Stadtpalais mit hohen Mauern im Viertel La Lonja gelegen, bietet das Restaurant „Tucana“ fangfrischen Fisch, traditionelle Tapas und auch ausgefallene Desserts, Carrer Apntadors, 14, Tel. (34) 971 724428, E-mail: [email protected], www.restaurantetucana.es.
Bei der „ruta martiana“ („Dienstagstour“) sind ein paar Bars immer dabei, andere nur in der Hochsaison, unsere Lieblingsbar ist das „Cero`58“ an der Placa Quartera.
Nachtleben in Palma, das heißt nicht nur Discos und Rambazamba. Es gibt auch entspannte Orte wie den„Jazz Voyeur Club“ (Apuntadores, 5 im Viertel La Lonja, www.jazzvoyeur.com) oder den „Blue Jazz Club“ in der 7. Etage des Hotels Saratoga mit einem tollen Blick und einer Außenterrasse (Paseo Mallorca, 6).

Empfehlen kann man auch die thematischen Stadtführungen, die von „Mallorca rutes“ (www.mallorcarutes.com) - teils auch in Deutsch - angeboten werden, etwa die Tour durch Innenhöfe und Paläste oder durch die Oberstadt, ab 15 Euro pro Person, [email protected], Tel. (34) 971 728983.

(Liane Rapp)


 


 

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