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Solingen

Klingenstadt mit dem "BOB" Vorreiter

Der Batterie-Oberleitungs-Bus ist der 251. von 1.000 Schritten in eine klimafreundliche Zukunft in NRW. Solingen macht sich damit auf dem Weg zu einem emissionsfreien Busnetz.

Leise, nachhaltig, energieeffizient und emissionsfrei: So ist der Batterie-Oberleitungs-Bus (BOB) in Solingen unterwegs. Statt mit Elektro- und hilfsweise Dieselmotor fährt BOB mit einer Batterie, die sich über das Solinger Oberleitungsnetz, dem größten Deutschlands, während der Fahrt auflädt. 

Das Projekt arbeitet über die Grenzen von Mobilitäts-, Energieversorgung- und Stadtentwicklungs-Fragen hinweg und bindet das Fahrzeug in das städtische Gesamtsystem ein. Im März wurde BOB der Öffentlichkeit vorgestellt, nun nahm die KlimaExpo.NRW den Bus offiziell in ihre Leistungsschau auf – und ehrt das Projekt damit als Vorreiter für den Klimaschutz in NRW.

Bus funktioniert als mobiler Energiespeicher

Mit Oberleitungsbussen kennt Solingen sich aus – fahren diese bereits seit 1952 in der Klingenstadt. So eignet sich das Stadtgebiet ideal als Testfeld für den BOB. Der elektrische Bus funktioniert als mobiler Energiespeicher und wird während der Fahrt am Draht geladen. Ohne ständige Verbindung zur Oberleitung fährt er dann rund 20 Kilometer weit. Koordiniert wird das Projekt von der Neuen Effizienz, unter Beteiligung der Stadtwerke Solingen, der Netze Solingen, der Stadt Solingen, der Bergischen Universität Wuppertal sowie der NetSystem GmbH und der Voltabox Deutschland GmbH

„Beim BOB spielen intelligente Vernetzung, neue Technologien und ein durchdachtes Konzept erfolgreich zusammen, um dem Klimawandel entgegenzutreten. Bei der Vielzahl an Beteiligten gehört zum Gelingen auch immer eine Portion Mut. Den haben die Projektpartner bewiesen und ich freue mich daher, das Projekt heute in unsere Leistungsschau aufzunehmen“, betonte Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW. 

Die KlimaExpo.NRW präsentiert bis 2022 in ihrer Leistungsschau in 1.000 Schritten besonders herausragende Beispiele für den Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen. Der BOB ist der 251. Schritt.

Von der Dieselbus- zur Elektrobuslinie

Ziel des Projektes ist es, auch die Dieselbuslinien langfristig durch die intelligenten Oberleistungsbusse zu ersetzen. So soll ab Herbst 2018 zunächst die Linie 695 vom Abteiweg nach Meigen mit den Bussen bedient werden. In Planung ist außerdem die Bestellung von 16 weiteren Modellen. Bisher fließt der Strom vom Stromverteilnetz in das Oberleitungsnetz. „Zukünftig planen wir Photovoltaikanlagen direkt an das Oberleitungsnetz anzuschließen. Dieser Strom fließt dann in das Stromverteilnetz, das die Oberleitungsbusse versorgt. So wird der Solinger Nahverkehr nur noch durch lokal erzeugten Ökostrom versorgt. Wir zeigen damit, wie ein elektrifizierter Nahverkehr einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Energie- und Verkehrswende leistet“, erläutert Conrad Troullier, Geschäftsführer der Stadtwerke Solingen GmbH.

Zukunftsweisende Technologien im Einsatz

Das Projekt verwendet außerdem die alten Batterien der Busse, um stationäre Speicher im Netz aufzubauen. Diese stabilisieren das Oberleitungs- und Stromverteilnetz. Dank eines intelligenten Lade- und Energiemanagementsystems können Stromlastspitzen in beiden Netzen abgefangen werden. Die Integration Erneuerbarer Energien wird so generell verbessert. Zusätzlich planen die Verantwortlichen, Ladesäulen für Privathaushalte an das Oberleitungsnetz anzuschließen.

(Liane Rapp)


 


 

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