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Studie

Wie lebt es sich im Bergischen?

Im Auftrag von "ZDFzeit" ist die Prognos AG der Frage nachgegangen, wo es sich in Deutschland am besten lebt. Es galt, die Lebensumstände möglichst so zu messen, dass alle 401 Kreise und kreisfreien Städte direkt miteinander vergleichbar sind. Die bergischen Städte landeten im hinteren Viertel.

Wo lebt es sich am besten? - danach hat eine aktuelle Deutschland-Studie gefragt. Das Ergebnis: Besonders gut lebt es sich für viele im „Speckgürtel“. In vielen Städten ist das Leben mittlerweile zu teuer und auf dem Land fehlen vielerorts die Arbeitsplätze.

Unterm Strich ist das Leben auf dem Land für viele Deutsche der große Traum. In einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für die ZDF:zeit-Sendung "Wo lebt es sich am besten? – Die große Deutschland-Studie" war das Ergebnis eindeutig. 44 Prozent der Befragten möchten gerne auf dem Land leben. Zum Vergleich: Nur 39 Prozent in einer Kleinstadt und 16 Prozent in einer Großstadt.
Trotzdem leben knapp 75 Prozent der Menschen inzwischen in Städten. Für Lars Feld, Professor für Wirtschaftsforschung in Freiburg, ist das keine Überraschung: "Ein Grund ist die Konzentration der Wirtschaftskraft in den Großstädten. Die ist im ländlichen Raum so nicht vorhanden."

Deutschland unterm Brennglas 

In 401 Kreise und kreisfreie Städte wird Deutschland eingeteilt. All diese hat sich die "Prognos AG" angeschaut mit dem Ziel, die äußeren Lebensumstände in Deutschland möglichst umfassend zu messen. Maximal konnten 300 Punkte erreicht werden, 100 pro Kategorie. Die Kategorien heißen: "Arbeit & Wohnen", Gesundheit & Sicherheit" sowie "Freizeit & Natur".

Den besten Rang erreichte München mit 207 Punkten. Das Schlusslicht ist Gelsenkirchen mit 109 Punkten. Insgesamt kamen in den drei Kategorien 53 Indikatoren zum Tragen. Einige Daten liegen in der ZDF-Deutschland-Studie erstmals als aktuelle, flächendeckende Daten für alle 401 Kreise vor. Dazu gehören:

  • Feinstaub-Jahresmittelwerte
  • Ozonbelastung
  • Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte
  • Verhältnis der Abfälle pro Haushalt zu ihren Konsumausgaben
  • Sonnenstunden pro Jahr
  • Vereine je 1000 Einwohner
  • Anzahl klassischer Kulturveranstaltungen mit eigenem Ensemble und institutioneller Förderung
  • Besucher klassischer Kulturveranstaltungen mit eigenem Ensemble und institutioneller Förderung.

Insgesamt führen im Ranking der Deutschland-Studie die Städte gegenüber den ländlichen Regionen. München ist sogar Sieger der Studie. Dabei denkt fast jeder zuerst an teure Mieten, wenn es um Großstädte, allen voran München geht. Trotzdem zieht es die Leute dorthin. Stadtforscherin Helbrecht: "Dort sind die besten Ausbildungsorte, die Universitäten, dort sind die attraktiven Startups, die Firmen, die Arbeitsplätze. Es gibt ganz harte ökonomische Gründe, warum Städte in einer Wissensgesellschaft zu den ganz zentralen Knotenpunkten werden."

Die Prognos AG ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor - politisch unabhängig und wissenschaftlich fundiert. Mit rund 150 Expertinnen und Experten ist das Unternehmen an acht Standorten vertreten: Basel, Berlin, Düsseldorf, Bremen, München, Stuttgart, Freiburg und Brüssel. Die Projektteams arbeiten interdisziplinär. Christian Böllhoff ist geschäftsführender Gesellschafter der Prognos AG.

Hier die Ergebnisse für das Bergische Land:

Wuppertal
Schweben, Lernen und Tanzen: In Wuppertal kann man das alles kombinieren. Die Universitätsstadt mit der berühmten Schwebebahn von 1901 ist auch bekannt für das renommierte Tanztheater Pina Bausch.
Gesamtranking: Rang 373, 141 Punkte; Arbeit & Wohnen: Rang 363, 46 Punkte; Freizeit & Natur: Rang 309, 44 Punkte; Gesundheit & Sicherheit: Rang 311, 51 Punkte.

Solingen
Die Solinger Klingen sind so berühmt und beliebt, dass ihre Plagiate ein eigenes Museum füllen. Die Müngstener Brücke ist mit 107 Metern die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. 
Gesamtranking: Rang 364 mit 144 Punkten
Arbeit & Wohnen: Rang 306, 53; Freizeit & Natur: Rang 374, 39 Punkte, Gesundheit & Sicherheit: Rang 301, 52 Punkte.

Remscheid
Remscheid besaß einst vielfältige Handelsbeziehungen nach Übersee, was ihr den Namen "Seestadt auf dem Berge" verschaffte. Heute gilt Remscheid als letzte Industriestadt Nordrhein-Westfalens.
Gesamtranking: Rang 360 mit 145 Punkten
Arbeit & Wohnen: Rang 332, 50 Punkte; Freizeit & Natur: Rang 359, 40 Punkte; Gesundheit & Sicherheit: Rang 245, 55 Punkte.

Oberbergischer Kreis
Talsperren durchziehen den Oberbergischen Kreis und dienen teils als Trinkwasserreservoir für die angrenzenden großen Städte. Die alten Fachwerkhäuser sind typisch für die Region. 
Gesamtranking: Rang 312, 154 Punkte
Arbeit & Wohnen: Rang 268, 55 Punkte; Freizeit & Natur: Rang 375, 39 Punkte; Gesundheit & Sicherheit: Rang 130, 60 Punkte.

Informationen zur Studie und zu den einzelnen Regionen gibt es hier: www.deutschland-studie.zdf.de.

(Liane Rapp)


 


 

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