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„Unsere Maßnahmen müssen enkeltauglich sein“

Solinger Stadtverwaltung tauschte sich zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“ mit Vertretern aus Europa aus.

Für die Umsetzung der „SDGs“, der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Erde, die von der UN festgelegt wurden, setzt sich Ariane Bischoff, Leiterin des Strategiebereichs „Nachhaltige Entwicklung“ im Büro des Oberbürgermeisters von Solingen, seit langer Zeit ein. Nur, wenn wir lokal die richtigen Schritte gehen, können wir global etwas verändern, lautet einer ihrer Leitgedanken.

Umso begeisterter nahm sie die Initiative ihres Kollegen Martin Hückler, Leiter des Strategiebereichs EU und Fördermanagement, auf, sich beim europäischen Städtenetzwerk Eurotowns gerade bei diesem Thema zu engagieren. Und so konnten die beiden nun in der letzten Woche bei einem zweitägigen Workshop 12 Kollegen aus Schweden, Spanien, Belgien den Niederlanden sowie aus Sindelfingen und Detmond im Gründer- und Technologiezentrum begrüßen.

Umstieg auf umweltschonende Verkehrsmittel

In erster Linie ginge es darum, Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Ziele nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene auszuloten. Und so stand zu Beginn vor allem der Austausch über die unterschiedlichen Maßnahmen, die die Kommunen jeweils vor Ort realisieren. Ein Thema etwa war hierbei die Mobilität in den Städten - der Umstieg vom Auto auf andere, umweltschonendere Verkehrsmittel wie Pedelecs und den ÖPNV. Hier konnte etwa Robert Hendrik Christiaanse aus dem niederländischen Schiedam seine Expertise von dreimonatigen Erprobungssphasen vorstellen, nach denen 50 Prozent der Teilnehmer nachhaltig auf Alternativen zum Pkw umgestiegen sind. 

Ebenso tauschten sie die Teilnehmer über die Art und Weise aus, wie sie die Bürger über die SDGs und deren Umsetzung informieren und Aktionen umsetzen. Ariane Bischoff: „So ein Erfahrungsaustausch bringt jeden von uns ein großes Stück voran – schließlich ist es nicht gut, nur im eigenen Saft zu schmoren.“ Solingen, so stellte sich schnell heraus, ist mit seinem Engagement schon sehr gut auf dem Weg. Entsprechend fand die Präsentation des Solinger Nachhaltigkeitskonzepts großen Anklang.

Fördermittel aquirieren

Im Fokus aller Teilnehmer stand aber auch, gemeinsame Forderungen auf EU-Ebene umzusetzen sowie gemeinsam Fördergelder in Brüssel zu beantragen. Dazu Martin Hückler: „Wer bei zukünftigen Förderprojekte berücksichtigt werden möchte, muss zügig seinen Antrag stellen. Auch hierbei hilft uns die internationale Zusammenarbeit.“ Schließlich sei, so Hückler, „dies eine Zukunftssicherung für die beteiligten Städte und ihre nachhaltige Kommunalentwicklung“.

Im nächsten Schritt wird nun Martin Hückler seine Kollegen vom „Executive Council“ der Eurotowns auf der nächsten Mitgliederversammlung über die Ergebnisse des Workshops sowie das Anliegen, gemeinsam eine „Arbeitsgruppe Globale Ziele“ zu gründen, informieren. „Wir wollen auch ein Sprachrohr der Städte in Richtung EU sein“, betonte er.

Urkunde für Solingen

Am Rande der Konferenz bekam Solingen von der „Servicestelle Kommunen in der einen Welt“ aus den Händen von Projektleiterin Annette Turmann eine Urkunde überreicht. Damit stellt das zum „Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit“ gehörende Büro das besondere Engagement der Klingenstadt heraus. Freudig nahm Ariane Bischoff die Urkunde entgegen: „Ziel aller unserer Überlegungen und Maßnahmen ist, dass sie enkeltauglich sein sollen. Diese Auszeichnung spornt uns an, weiterhin daran intensiv zu arbeiten.“ Solingen war im Sommer 2016 eine der ersten Städte, die die Resolution des Deutschen Städtetages, „2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ unterschrieben hatten und die die Inhalte der Resolution schon konsequent in die Solinger Nachhaltigkeitsstrategie mit eingebunden hat.

Eurotowns: ein Städtenetzwerk, 1991 gegründet, in dem sich bisher 18 Städte mit 50- bis 250.000 Einwohnern in Finnland, Belgien, Italien, Spanien, Schweden, Deutschland und den Niederlanden zusammengeschlossen haben. 

(Liane Rapp)


 


 

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