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Wuppertal

Baustelle wird zur Party-Meile

Nach 3 Jahren Bauzeit feiern die Wuppertaler die Wiedereröffnung der B7. Für die Einzelhändler in Elberfeld bedeutete der Umbau eine lange Durststrecke - viele hatten Umsatzrückgänge von 15 Prozent zu verkraften. In der Nacht zu Montag wird die Straße für den Verkehr wieder freigegeben.

Rund drei Jahre war die Bundesstraße 7, die mitten durch Wuppertal führt, auf dem Teilstück zwischen Brausenwerth und Kasinostraße gesperrt. Im Rahmen des Umbaus des Döppersbergs rund um den Hauptbahnhof musste die Verkehrshauptschlagader stillgelegt werden, um eine neue Verkehrsführung zu ermöglichen. Für die Wuppertaler bedeutete dies in den letzten Monaten weitere Fahrstrecken und viele zusätzliche Stau. Damit ist nun Schluss: Am 10. Juli um 3 Uhr früh wird die B7 von Oberbürgermeister Andreas Mucke persönlich wieder für den Verkehr geöffnet.

Ein Kraftakt: voll im Zeitplan

Drei Jahre Sperrung wurden versprochen – und drei Jahre Sperrung konnten gehalten werden. Und damit schreibt dieses herausfordernde Stadtentwicklungsprojekt Wuppertals Geschichte. Denn anders als auf vielen Großbaustellen in Deutschland war man hier sogar schneller als der ursprüngliche Zeitplan vorsah: Am 10. Juli – und damit 20 Tage früher als geplant – wird nun der Verkehr wieder rollen.

„Mit viel sportlichem Ehrgeiz und unter Ausschöpfung dessen, was man der Öffentlichkeit zumuten konnte, haben wir die Planung im Kopf komplett durchdacht und in sich stimmig entwickelt“, berichtet Andreas Klein, Bauleiter der Stadt und zentrale Schnittstelle für das Gesamtprojekt. Die ausgereifte Terminplanung sei auf wenigen Schultern entstanden, die Verlässlichkeit in der Durchführung sei jedoch auch dem kooperativen, partnerschaftlichen Verhältnis zu den beteiligten Unternehmen zu verdanken. „Bei allen fachlichen
Auseinandersetzungen und Hindernissen hat das gemeinsame Wollen im Vordergrund gestanden.“

Von Montagnacht an werden also Bahnhof und die Elberfelder Innenstadt wieder fußläufig und oberirdisch miteinander verbunden sein. Und da, wo vor Umbau der Verkehr tobte, sollen sich nun Geschäfte und Restaurants ansiedeln sowie Flächen mit Aufenthaltsqualität entstehen. Dazu wurde die B7 – seinerzeit übrigens eine der ersten befestigten Straßen in Preußen – tiefer gelegt.

In der Nacht zum Montag, 10. Juli, wird um 3 Uhr das nach fast dreijähriger Bauzeit für den Verkehr freigeben.

Panzergranate und Höhlen

Dass bei solch einem Großprojekt auch Unvorhersehbares passieren kann, war in Wuppertal nicht anders als auf anderen Baustellen. Ende April 2015 etwa stieß man auf eine Panzerflakgranate. Nur 40 Zentimeter lang, wie ein Streichholz auf der Riesenbaggerschaufel, und doch stellte sie eine Gefahr für den Zeitplan da. An dieser Stelle war mit einem solchen Fund nicht zu rechnen, denn Bodenkampftätigkeiten haben in der Stadt nie stattgefunden. Deshalb wurde vermutet, dass sie nach dem Krieg mit Bauschutt zum Verfüllen nach Wuppertal gekommen war. Im Zuge des Fundes wurde dann die Berufsgenossenschaft hellhörig und so mussten die Unternehmen völlig neue Auflagen erfüllen, um ihren Versicherungsschutz nicht zu verlieren.

So mussten die eingesetzten Bagger etwa mit Sicherheitsglas und Stahlplatten nachgerüstet und die weiteren Erdaushubarbeiten
unter ständiger Begleitung durch einen Feuerwerker fortgesetzt werden.

Eine weitere Herausforderung waren Hohlräume und Höhlen, auf die man stieß. Um Abschachtungen, z.B. für die Absenkung der B7, abzustützen, waren Bohrpfähle gesetzt worden. „Beim Betonieren mancher Pfähle gingen uns auf einmal Riesenmengen von Beton abhanden. So stießen wir auf Hohlräume, die uns ebenfalls in Zeitverzug brachten, musste doch die Tragfähigkeit erst neu geprüft werden“, berichtet Klein und setzt schmunzelnd hinzu: „Zum Glück gab es nicht noch archäologischen Funde, dann wären wir längst nicht so weit.“

Fertigstellung Geschäftsgebäude für 2018 geplant

Mitten im Entwicklungsgebiet liegt zudem eine Fläche für eine Privatinvestition. Wie eine Insel befindet sich das Baufeld inmitten der Großbaustelle der öffentlichen Hand. Hier baut das irische Unternehmen Investor Signature Capital ein fünfstöckiges Geschäftsgebäude, zudem wird auch die Ladenstraße auf der Geschäftsbrücke über die B7 durch den Projektentwickler umgesetzt. Auch dies machte eine ausgereifte Terminplanung notwendig, damit man sich mit den Bautätigkeiten nicht ins Gehege kommen konnte. Auch bei dem privaten Vorhaben steht derzeit einer planmäßigen Fertigstellung 2018 nichts im Wege.

Vor der Wiederöffnung aber steht nun ein großes Bürgerfest am Samstag und Sonntag, den 8./9. Juli 2017 an: Mitten auf der breiten Straße werden zahlreiche Food-Stände sowie eine Bühne für die Besucher aufgebaut. Ebenso soll es ein Seifenkistenrennen geben und auch Crossboccia kann ausprobiert werden. Informationen zur Eröffnungsfeier hier.

(Liane Rapp)


 


 

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