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Informationsfreude

Der Wuppertaler Zoo hat seine Politik geändert. Das neue Motto lautet „Offenheit“.

Seit der Zoo einen neuen Direktor hat, tut sich dort viel. Dr. Arne Lawerenz und sein Team geben Gas, läuten Veränderungen ein. Und das nicht nur in den Bereichen Tierhaltung, Personalwesen und Ressourcenmanagement, sondern auch im Umgang mit der Öffentlichkeit.

Aus Erfahrung klug

In der Vergangenheit wurden möglichst wenige Informationen über traurige Ereignisse wie Totgeburten, Todesfälle oder Krankheiten vom Zoo in die Öffentlichkeit getragen. Die Erfahrung hat die Zoologischen Gärten allerdings gelehrt, dass sich einige Tierschutzorganisationen auf diese Fälle stürzen, um der Forderungen nach Schließung aller Zoos Nachdruck zu verleihen oder zumindest die Abschaffung einiger Tierarten in Gefangenschaft durchzusetzen.

Gorillamann Vimoto

Erste Versuche für eine neue Form der Informationsgestaltung wagte der Zoo Wuppertal im vergangenen Sommer. Mit der Erkrankung von Gorillamann Vimoto fühlte die örtliche Presse quasi den Puls des Affen mit und berichtete nahezu täglich über dessen Gesundheitszustand. „Solche Anfragen gehören zu dem Informationsrecht, das die Gesellschaft hat“, sagt Andreas Haeser-Kalthoff, im Wuppertaler Zoo verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit. „Wir stellen uns den kritischen Fragen. Nicht zuletzt deswegen, weil wir ein öffentlicher Betrieb sind.“ „Wir haben den Anspruch, transparent zu arbeiten. Es soll keinen Bereich geben, der nicht einsehbar ist. Wir haben mit dieser Politik im letzten Jahr gute Erfahrungen gemacht. Die Zusammenarbeit zwischen den Journalisten und uns wird immer mehr von Vertrauen und Respekt geprägt“, sagt Haeser-Kalthoff.

Stellungnahmen gegen Anfeindungen

Diesen Respekt erhofft man sich auch für weitere Aktionen von Tierschützern, wie der Internetkampagne: „Stoppt das Leiden der Schimpansen im Zoo Wuppertal!“ des Privatmannes Andreas Kümpel aus Düsseldorf. „Auch hier haben wir die Öffentlichkeit gesucht“, erklärt Haeser-Kalthoff und verweist auf die ausführliche Stellungnahme des renommierten und erfahrenen Zootierarztes Dr. Wolfram Rietschel im Januar 2014. Rietschel hat ein ausführliches Gutachten über die Haltung der Schimpansen Epulu und Kitoto erstellt, das der Zoo auf seiner Internetseite veröffentlichte. Demnach werden die Schimpansen nicht nur den Richtlinien gemäß gehalten, sondern besonders tierzugewandt.

Abzuwarten bleibt, inwieweit die Öffentlichkeit auf weitere Ereignisse aus dem Zoo reagiert. Denn das Nichtwissen hat bislang auch geholfen, Unangenehmes ausblenden und sich hinter einer gewissen Naivität verstecken zu können.  

Autorin: Sabine Nagl

Gekürzte Fassung. Den vollständigen Artikel finden Sie in der Wuppertaler Wochenzeitung talwaerts. Immer freitags für 1,90 Euro überall, wo es Zeitschriften gibt und für 8,90 Euro im Monatsabo: www.talwaerts-zeitung.de

(Esther Brandt)


 


 

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